Hannover im Party-Fieber mit selbst erzeugtem Sonnenstrom

Hannover im Party-Fieber mit selbst erzeugtem Sonnenstrom

99,25 Kilowatt Spitzenleistung für nachhaltige Parties in Hannover – mit PV-Pachtmodell © Powertrust GmbH

Die Party Rent Hannover GmbH in Sarstedt bei Hannover hat 2022 eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihrer Gewerbeimmobilie installiert. Feiern mit mehr Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Zukunftssicherung des Geschäftsmodelles waren der Antrieb. Die PV-Anlage wurde ohne Stromspeicher realisiert und nutzt trotzdem bis zu 75 % des Solarstroms. Das gelingt durch abgestimmten Verbrauch und gezieltes Laden von Elektrostaplern und E-Autos. Erstaunlich ist auch die Umsetzung des bürokratischen Teils des PV-Betriebs: Photovoltaik auf eigener Gewerbeimmobilie mit vermieteten Nutzflächen an das Unternehmen führt schnell in die Rolle des Energielieferanten – und die ist in Deutschland sehr komplex. Ein Pachtmodell der DGS war des Rätsels Lösung. Es ginge aber auch einfacher, wenn das EEG nicht so kompliziert wäre. Diese Anmerkung mit Gruß an das grüne Wirtschaftsministerium.

100 Kilowatt Grünstromleistung für nachhaltige Party-Macher

Wenn Sie in Hannover eine Party schmeißen wollen, bei der es so richtig krachen soll – ohne dass Sie ein schlechtes Gewissen haben, dann sprechen Sie am besten mit Party Rent Hannover! Felix Passow behält mit seinem Team zu jeder Sekunde den Überblick. Mit seinem Hardwareverleih für Partyequipment lässt er sie immer gut aussehen – nicht nur, weil das Unternehmen kreativ und stilvoll Event-Ausstattung liefert, sondern weil in allem die Kraft der Sonne steckt. Die neue Photovoltaikanlage der Party Rent Hannover GmbH deckt mit 99,25 Kilowatt Peak Leistung ca. 35 Prozent des Strombedarfs des Unternehmens. Dabei werden rund 75 Prozent des selbst erzeugten Solarstroms genutzt – ohne Stromspeicher!

Amortisation in unter acht Jahren

Die Idee zur Photovoltaik hatte Geschäftsführer Felix Passow nachdem er sich jahrelang intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt hatte. „Die Sonne liefert auf der ganzen Erde mehr als genug Energie, um alles Leben erblühen zu lassen. Warum dann nicht die Energie vom Himmel nutzen?“, so der CEO. Klimawandel, gesellschaftliche Verantwortung, Reduktion von Treibhausgas und der positive ökologisch-ökonomische Effekt erneuerbarer Energien waren für Felix Passow weitere Gründe in Photovoltaik zu investieren. Mit spitzem Stift gerechnet erreicht die installierte Photovoltaik nach gut sieben Jahren ihren Break Even – ohne Anstieg der Stromkosten. Letztere haben 2022 in Deutschland ein Allzeithoch erreicht, und auch Felix Passow weiß: Die Sonne schickt keine Rechnung – sie liefert einfach.

Photovoltaik motiviert

Das Team von Party Rent Hannover ist jung und engagiert. Die Photovoltaik begeistert und ist doppelt gut fürs Klima: einmal für das Klima der Erde – aber mindestens genauso für das Betriebsklima. Sonnenstrom vom Firmendach hat offensichtlich eine sozial stark motivierende Komponente.

Gesucht, gefunden: der richtigen PV-Partner

Dass die Photovoltaikanlage von der Powertrust GmbH in Bremen geplant und realisiert wurde, ist dem guten Kontakt zu einem befreundeten Elektrounternehmen zu verdanken. Dieser hat die Bremer Solarstromanlagenbauer empfohlen und auch bei Party Rent Hannover hat die Begeisterung gezündet – von der Beratung über Planung, Realisierung bis zur After-Sales-Betreuung. „Wir legen selbst Wert auf Qualität und wissen, dass günstige Angebote selten die besten sind“, erklärt Geschäftsführer Felix Passow.

Dreiviertel Eigenstromverbrauch – ohne Speicher

Die Party Rent Hannover GmbH schafft an ihrem Standort einen Eigenverbrauch von bis zu 75 Prozent – ohne den klassischen Stromspeicher. Die Faustregel der Branche lautet: 30 Prozent Eigenverbrauch sind ohne Stromspeicher möglich. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Bei Party Rent Hannover wird am Tag viel Energie durch Geschirrspülmaschinen, Waschmaschinen und Trockner verbraucht. Es werden Elektrostapler, elektrische Hubwagen und seit neuestem auch Elektroautos mit Solarstrom geladen – alles Geräte mit viel Akkukapazität, die dann doch eine Art Stromspeicher darstellen – bewegliche eben.

Der Amtsschimmel und PV auf Gewerbeimmobilie mit Vermietung

Wenig begeistert war Felix Passow von der Bürokratie, die eine Photovoltaikanlage auf der eigenen Gewerbeimmobilie mit Mietern mit sich bringt: Er wäre als Immobilieneigentümer in die Rolle eines Energieanbieters gekommen: Mit all dessen Pflichten hätte er die Photovoltaik installiert, betrieben und den Strom ins Hausnetz eingespeist. „Die DGS – Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie – hat uns ein Pachtmodell empfohlen“, erklärt Felix Passow. „Das war für uns allerdings ein nicht unerheblicher Aufwand und berührt bei praktisch keinem Unternehmen das Kerngeschäft. Wenn die Energiewende ernst gemeint ist, dann sollten solche bürokratischen Hindernisse wie das Einspeiseverbot in die eigene Immobilie schnell aus dem Weg geräumt werden. Viele Unternehmen wollen eine Photovoltaikanlage installieren aber nicht jedes Unternehmen hat die Ressourcen, die notwendigen Organisationsstrukturen zu entwickeln. Das verhindert Klimaschutz, Energiewende und ökonomische Vorteile durch Eigenstromerzeugung. Besonders ärgerlich war, dass wir uns an eine 100 kWp-Leistungsgrenze halten mussten. Ohne diese Grenze hätten wir die Anlage vom Start weg deutlich größer konzipiert, um eine viel höhere Strombedarfsdeckung zu erzielen. Abgesehen von dem wirtschaftlichen Vorteil durch niedrigere Stromgestehungskosten investiert man doch genau aus dem Grund in Eigenstromerzeugungsanlagen, um möglichst wenig Strom aus den öffentlichen Netzen nutzen zu müssen. Die Flächen und auch die Investitionsmittel hätten bereitgestanden. Nun muss die Anlage in „Häppchen“ über mehrere Jahre alle 12 Monate erweitert werden, um das eigentliche Ziel der Eigenbedarf-Deckung zu erreichen. Logisch zu erklären ist das für mich nicht“.

Die nächste Photovoltaik ist schon in Planung

Neben dem Ausbau der Unternehmensanlage plant Familie Passow auch auf dem Eigenheim, einem Resthof in der Nähe von Hannover Photovoltaik zu installieren. Die Gebäude bieten genug freie Dachfläche, sodass bei deren Belegung mit Photovoltaik sogar Nachbarn mit Strom versorgt werden könnten – theoretisch. In der Praxis ist das über das öffentliche Netz nur möglich, wenn Betreiber einen Direktvermarkter zwischenschalten. Um das rentabel zu gestalten, braucht die Anlage eine gewisse Größe, in der Regel mindestens 100 kWp. Schade eigentlich! Dabei ist die Technik für einen direkten Stromhandel von kleinen Anbietern zu ebensolchen Verbrauchern seit Jahren vorhanden.  Individueller Stromhandel zwischen einem Erzeuger in Garmisch-Partenkirchen und Flensburg ist kein Problem – vielleicht aber nicht sinnvoll. Dass ein einfacher Vertrieb von Strom an einem Gebäudestandort abrechnungstechnisch eine bürokratische Herkulesaufgabe ist, verbietet sich in der heutigen Zeit. Weniger Bürokratie und Vorschriften wäre mehr Energiewende und schneller.

Facts & Figures

  • PV-Leistung: 99,25 kWp
  • Stromspeicher: Elektroautos und elektrische Gabelstapler
  • Aerodynamisch optimiertes Ost-West Flachdach-System
  • PV Ost-West-UK, ballastiert mit großem Randabstand
  • Sunpower Module, Performance 3 – 410 Wp – COM
  • SolarEdge Optimierer für vorbeugenden Brandschutz und modulgenaues Anlagenmonitoring.
  • Planung, Beratung, Realisation und After-Sales-Service: Powertrust GmbH Bremen

Im Auftrag der Powertrust GmbH Bremen

Mehr Geld für Freiflächen-Photovoltaik

Mehr Geld für Freiflächen-Photovoltaik

7,37 Cent / kWh für Freiland-PV

Das sagt zumindest die Bundesnetzagentur, die heute ihre Höchstwerte für Ausschreibungen für PV-Freiflächenanlegen im Jahr 2023 bekannt gegeben hat und auf 7,37 ct/kWh festgelegt hat.

Der neu festgelegte Preis ist eine Reaktion auf höhere Kosten bei Bau und Betrieb von PV-Anlagen sowie auf gestiegene Zinsen bei der Finanzierung von Anlagen.

Bundesnetzagentur darf ohne Rückfrage bis 25 % erhöhen

Die Bundesnetzagentur darf mit Beschluss des deutschen Bundestages vom 15. Dezember 2022 Preise pro Kilowattstunde für Solaranlagen nun nicht mehr nur bis 10 Prozent, sondern um bis zu 25 Prozent ohne Abstimmung vornehmen. Die Festlegung gilt für die Ausschreibungen im Jahr 2023 und damit bereits für den Gebotstermin zum 1. März 2023.

Link

Zur Festlegung des Höchstwerts geht es hier:  www.bundesnetzagentur.de/ausschreibungen-solarsegment1

Mitarbeiterzahlen bei PV-Großhändler auf Wachstumskurs

Mitarbeiterzahlen bei PV-Großhändler auf Wachstumskurs

Krannich knackt 2022 die 1000er Grenze im Team © Krannich

Mehr als 1000

Photovoltaik Großhändler Krannich Solar beschäftigt aktuell weltweit über 1.000 Mitarbeiter, davon alleine 400 in Deutschland. Innerhalb eines Jahres hat das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl um 39 aufgestockt. Krannich Solar beschäftigt nun zum ersten Mal in seiner über 25-jährigen Geschichte mehr als 1.000 Mitarbeiter. In Deutschland ist die Mitarbeiterzahl auf über 400 gewachsen – in den 25 Standorten weltweit beschäftigt das Unternehmen insgesamt fast 600 Mitarbeiter. Alleine in den USA beschäftigt Krannich in vier Niederlassungen mehr als 100 Mitarbeiter. Mitarbeiter stärkste Niederlassung ist der Schweizer Standort mit über 80 Angestellten.

Klima- und Energiekrise treiben Nachfrage an

Geschäftsführer Kurt Krannich schreibt das starke Wachstum der Nachfrage nach Solarstromkomponenten der Klimakrise zu: „Nur mithilfe der Sonnenenergie werden wir fossile Energieträger und die Atomenergie ablösen können. Es gibt in den nächsten Jahren viel zu tun – überall auf der Welt. Krannich Solar wird … auch 2023 weiter wachsen.“

2012 bis 13 – das Tal der Tränen

In den Jahren 2012 und 2013 sah die Krannich-Welt völlig anders aus. Die PV-Branche hatte es damals in Deutschland schwer. Der Regierung aus FDP, CDU und CSU war der Erfolg der Photovoltaik derart unheimlich, dass Wirtschaftsminister Rößler mit außerplanmäßigen – und für die PV-Branche unerwarteten Förderkürzungen den weiteren Ausbau der Photovoltaik effektiv verhindern konnte. Viele Akteure mussten ihr Geschäft daraufhin einstellen. Die deutsche Photovoltaikbranche hörte in großen Teilen auf zu existieren. Krannich Solar hat die Krise überstanden. Seit 2014 wächst die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich. Im Jahr 2022 konnte das Unternehmen fast 200 neue Mitarbeiter einstellen – so viele wie nie zuvor. Für 2023 erwartet der PV-Fachgroßhändler aus Schwaben ein ähnlich dynamisches Wachstum.
Manfred Gorgus
PV-Zelle mit Weltrekord-Wums!

PV-Zelle mit Weltrekord-Wums!

Aufbau der Tandemsolarzelle mit einer Unterzelle aus Silizium und einer Topzelle aus Perowskit. Die Topzelle verwertet blaue Lichtanteile, die Unterzelle wandelt rote und nahinfrarote Anteile in elektrischen Strom. Verschiedene Dünnschichten tragen dazu bei, das Licht optimal zu verwerten und elektrische Verluste zu minimieren. © Eike Köhnen/HZB

Photovoltaik-Tandemzelle mit 32,5 Prozent Wirkungsgrad.

Seit 2008 bin ich nun in der Solarbranche und schon mehr als einmal wurde über das Ende des Wirkungsgrades von Solarstromzellen orakelt. Konkret bei 20 Prozent, bei 25 Prozent und auch bei 30 Prozent gab es immer „Expert*innen“, die wussten – mehr ist nicht möglich.

Neuer Weltrekord

Jetzt titelt das Helmholtz-Zentrum in Berlin: „Wieder Weltrekord am HZB: Tandemsolarzelle schafft 32,5 Prozent Wirkungsgrad“. In der Praxis heißt das, dass eine solche Zelle ein Drittel des einfallenden Sonnenlichts in Strom umwandelt. Wie es das Forscherteam um Prof. Steve Albrecht genau geschafft hat, soviel Strom aus der Zelle zu holen, bleibt im Dunst der Verallgemeinerungen verborgen. Möglich ist dieser Wirkungsgrad mit  Perowskit/Silizium-Tandemsolarzellen durch verbesserte Perowskit-Verbindung und eine raffinierte Modifikation der Oberfläche. Die Postdocs Dr. Silvia Mariotti und Dr. Eike Köhnen haben eine Grenzflächenmodifikation entwickelt, bei der die Verluste der Ladungsrekombination weitgehend unterdrückt werden. Zuvor wurden spezielle Messmethoden angewendet, um die grundlegenden Prozesse in der Zelle besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse wurden erfolgreich in Tandemsolarzellen übertragen und durch Masterstudentin Lea Zimmermann mit optischen Verbesserungen kombiniert – teilt das Institut mit.

Britische Forscher waren  2021 ganz nah dran

Am 18. August 2021 berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk, dass Forscher aus Großbritannien ein Durchbruch beim Wirkungsgrad von Solarzellen gelungen sei. Durch die Kombination von Perowskit mit Silizium wandelten Zellen fast 30 Prozent der Sonnenenergie in elektrischen Strom um. Forscherinnen und Forscher der britischen Firma Oxford PV haben mit ihren neuen Solarzellen damals einen Wirkungsgrad von 29,52 Prozent erreicht – also fast 30 Prozent – und die sollten in die Produktion gehen.

Bedeutung in der Praxis

Natürlich sind die Werte des Helmholtz-Zentrum reine Laborwerte. Trotzdem ist klar, dass die Reise zu immer effizienteren Zellen und Modulen weiter gehen wird. Das bedeutet in der Praxis: mehr Strom von immer kleiner Flächen. Damit weniger Investitionskosten in Arbeit, Unterkonstruktion und Kabel.

Manfred Gorgus

Photovoltaik Zubau 2022 erreicht Spitzenwert

Photovoltaik Zubau 2022 erreicht Spitzenwert

Die Richtung stimmt

Deutschland ist bei der Energiewende auf einem guten Weg. Der Photovoltaik Zubau in Deutschland erreichte 2022 rund 6800 Megawatt. Damit wächst die PV-Leistung jährlich fast wieder in der Größe, die im Spitzenjahr 2012 erreicht wurde, bis die Kürzungen von FDP-Wirtschaftsminister Rößler Wirkung zeigten und die deutsche PV-Wirtschaft bis auf wenige Ausnahmen praktisch komplett zerstört wurde. Das Wachstum Erneuerbarer Energien und der Fortschritt der Energiewende sind abhängig vom politischen Umfeld – das sollten wir in der Branche nicht vergessen.

Aus der Geschichte lernen

Aktuell boomt die Branche, aber die nächste Wahl kommt. Deshalb ist gute Kommunikation jenseits von Argumenten und Zahlen ein wichtiges Instrument, um die Rolle der Erneuerbaren Energien in den Köpfen der Menschen zu zementieren. Es gibt noch immer Menschen, die eine Bombe anbeten – Klimawandel für Humbug halten und an die Unendlichkeit fossiler Brennstoffe glauben. Auch die gilt es wachzurütteln – im Interesse der Erneuerbaren Energien und der Zukunft unserer Kinder.

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M.Gorgus

Mehr Erneuerbare Energien in Bayern – endlich!

Mehr Erneuerbare Energien in Bayern – endlich!

Pressekonferenz der  bayerischen Regierung am 28.Juni 2022 ©

In der Kabinettssitzung vom 28. Juni 2022 hat die bayerische Regierung beschlossen den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen. Geplant ist eine zumindest teilweise Zurücknahme der 10-H Regel für Windkraftanlagen. Der Zubau von Photovoltaik auf staatlichen Dächern soll forciert werden – auch mit Beteiligung von privatem Kapital. In Zukunft soll es auch bei Gebäuden mit Denkmalschutz möglich sein, dies mit Photovoltaik auszustatten.

Bericht aus der Kabinettssitzung vom 28. Juni 2022

1. Verstärkter Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern / Kabinett bringt Anpassung der 10 H-Regelung auf den Weg / Ausschöpfung der Photovoltaik-Potenziale staatlicher Dächer

Der verstärkte Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein Eckpfeiler auf dem Weg zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen, aber vor allem auch unabhängigen Energieversorgung der Zukunft. Daher hat der Ministerrat beschlossen:

1. Dem Ausbau der Windkraft in Bayern kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Mit der vorgesehenen Reform der 10 H-Regelung werden gezielte Erleichterungen zur Errichtung von Windrädern in Bayern eingeführt. In diesem Zusammenhang beschließt der Ministerrat:

  • Die Bayerische Bauordnung wird geändert. Es werden Ausnahmen von der 10 H-Regelung für nachfolgende Fallgruppen vorgesehen. In den von 10 H ausgenommenen Gebieten soll grundsätzlich ein Mindestabstand von 1.000 Metern von Windenergieanlagen zur Wohnbebauung gelten, sofern die Wohnbebauung nicht ihrerseits nur ausnahmsweise baurechtlich zulässig ist:
  • Windenergieanlagen in Vorrang- und Vorbehaltsgebieten, die in einem Raumordnungsplan für die Windkraftnutzung festgesetzt sind. Raumordnungspläne sind das Landesentwicklungsprogramm und die Regionalpläne.
  • Windenergieanlagen, die in einem Abstand von bis zu 2.000 Metern um ein Gewerbe- oder Industriegebiet errichtet werden und bei denen der erzeugte Strom überwiegend zur Versorgung der in dem Gewerbe- oder Industriegebiet bestehenden Betriebe bestimmt ist.
  • Windenergieanlagen in vorbelasteten Gebieten längs von Haupteisenbahnstrecken, Autobahnen oder vier- oder mehrstreifigen Bundesstraßen in einem Korridor von 500 Metern zzgl. der geltenden Mindest- und Sicherheitsabstände.
  • Repowering, bei dem eine bestehende Windenergieanlage modernisiert oder ausgetauscht wird.
  • Windenergieanlagen, die auf militärischem Übungsgelände errichtet werden.
  • Windenergieanlagen, die im Wald errichtet werden, wenn von der Mitte des Mastfußes zum Waldrand mindestens ein Abstand eingehalten wird, der dem Radius des Rotors entspricht. Voraussetzung ist, dass der Wald bei Inkrafttreten des Gesetzes schon besteht.

Die Regionalen Planungsverbände werden in einem gesonderten Rechtsetzungsverfahren zur Änderung des Landesentwicklungsprogramms Bayern verpflichtet, ausreichende Flächen an Vorranggebieten für die Errichtung von Windenergieanlagen festzulegen.

  • Der Ministerrat begrüßt die Überlegungen des Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, den umfangreichen Windenergieerlass (BayWEE) mit seiner mehrjährigen Geltungsdauer zugunsten einer flexibleren und moderneren Themenplattform Windenergie im Internet abzulösen. Damit können für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen wichtige Regelungen sehr kurzfristig und dynamisch bei Gesetzesänderungen auf Bundes- und Landesebene aktualisiert und schnell und zeitgemäß digital bereitgestellt werden. Der Ministerrat beauftragt das Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, unter Einbindung und mit Unterstützung aller fachlich für Themen der Windenergie zuständigen Ressorts die weiteren erforderlichen Schritte für die Einrichtung und Pflege einer Themenplattform Windenergie zur Ablösung des BayWEE in die Wege zu leiten.

2. Auch der Ausbau der Photovoltaik soll im „Sonnenland Bayern“ vorangetrieben werden. Die Ausschöpfung der Potenziale staatlicher Dächer leistet in diesem Zusammenhang einen unverzichtbaren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele der Bayerischen Staatsregierung und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Bayern. Neben der Errichtung in eigener Verantwortung stellt eine Beteiligung von privatem Kapital an der Errichtung oder dem Betrieb von PV-Anlagen auf staatlichen Dächern eine weitere Möglichkeit dar, den notwendigen Ausbau voranzubringen. Das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat aus den insgesamt 1.300 geeigneten Dachflächen solche identifiziert, auf denen bereits im Jahr 2022 im Zuge von Baumaßnahmen der Ressorts PV-Anlagen errichtet werden können. Zudem laufen die Arbeiten an passgenauen Ausschreibungspaketen für die Verpachtung von Dachflächen an Investoren.

3. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft gilt es auch, die Möglichkeiten einer Nutzung erneuerbarer Energien im Denkmalbereich weiterzuentwickeln. Künftig sollen vor allem mehr PV-Anlagen auf Denkmälern ermöglicht und der Bau von Windenenergieanlagen in der Nähe von Denkmälern erleichtert werden:

  • Bei PV-Anlagen soll ein Stufenmodell je nach Einsehbarkeit zur Anwendung kommen: Bei nicht einsehbaren Flächen sollen demnach PV-Anlagen regelmäßig erlaubnisfähig sein. Bei einsehbaren Flächen sollen PV-Anlagen regelmäßig erlaubnisfähig sein, wenn sie mit dem Erscheinungsbild des Denkmals bzw. Ensembles vereinbar und bei Einzeldenkmälern ohne nachteilige Auswirkungen auf dessen Substanz sind. Soweit zusätzliche Kosten für denkmalverträgliche Lösungen entstehen, sollen diese im Rahmen einer möglichen Denkmalförderung anerkannt werden.
  • Bei Windenergieanlagen soll eine Prüfung der denkmalfachlichen Anliegen nur noch bei den bayernweit ca. 100 besonders landschaftsprägenden Denkmälern erfolgen; im Übrigen soll eine Erlaubnispflicht entfallen.

2. Bayern passt Klimaschutzgesetz an / Photovoltaik auf Dächern wird forciert / Ambitioniertes Klimaschutzprogramm

Bayern ist schon heute vom Klimawandel und seinen Folgen stark betroffen. Die Staatsregierung beschließt daher folgende Maßnahmen:

1. Die Staatsregierung ändert das Bayerische Klimaschutzgesetz:

  • Wesentlicher Aspekt bayerischer Klimapolitik ist die nachhaltige Begrenzung der Treibhausgasemissionen. Das Bayerische Klimaschutzgesetz sieht daher insbesondere vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 zunächst um mindestens 65 % gegenüber dem Stand von 1990 zu verringern. Danach will Bayern einen ehrgeizigeren Weg einschlagen als der Bund und bereits 2040 (statt 2045) Klimaneutralität erreichen. Mit diesem Ziel ist Bayern in Deutschland klimapolitischer Spitzenreiter.
  • Als Steuerungs- und Controlling-Instanz für ein klimaneutrales Bayern 2040 wird ein Koordinierungsstab „Klimaschutz“ eingerichtet.
  • Für die Staatsministerien selbst wird eine Klimaneutralität bereits bis zum Jahr 2023 angestrebt, für die unmittelbare Staatsverwaltung im Übrigen bis 2028. Durch die Anpassung der bayerischen Minderungsziele stellt sich der Freistaat seiner Verantwortung auch gegenüber den nachfolgenden Generationen und übernimmt eine Vorbildfunktion.
  • Im Zuge der Novellierung des Bayerischen Klimaschutzgesetzes wird die Bayerische Bauordnung geändert, um die Installation von Solaranlagen auf Dächern zu forcieren. Für neu errichtete Gewerbe- und Industriegebäude ist eine Solardachpflicht vorgesehen, wenn die vollständigen Bauvorlagen ab dem 1. Januar 2023 eingehen. Für sonstige Nicht-Wohngebäude tritt an die Stelle des 1. Januar 2023 der 1. Juli 2023. Für neu errichtete Wohngebäude ist eine Soll-Bestimmung im Sinn einer Empfehlung vorgesehen. Der Neuerrichtung des Gebäudes steht jeweils gleich, wenn die Dachhaut vollständig erneuert wird.
  • Die Möglichkeiten von Gemeinden, Landkreisen und Bezirken, Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien zu errichten und zu betrieben, werden gestärkt: Diese werden künftig nicht mehr auf den eigenen oder den örtlichen Bedarf beschränkt, sondern können Erneuerbare Energien künftig auch über den eigenen kommunalen Bedarf hinaus auslegen. Flankierend werden die Gemeinden, Landkreise und Bezirke auf ihrem Weg zur Klimaneutralität verstärkt durch die Staatsregierung unterstützt, etwa durch geeignete Förderprogramme und Beratungsangebote.
  • Es wird eine Bestimmung in das Bayerische Klimaschutzgesetz aufgenommen, nach der die Errichtung und der Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien sowie der dazugehörigen Nebenanlagen im überragenden öffentlichen Interesse liegt und der öffentlichen Sicherheit dient. Ziel ist, die erforderlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren zu erleichtern, in dem die Bedeutung des Klimaschutzes im Rahmen der zu treffenden Abwägungsentscheidungen gestärkt wird.
  • Die staatlichen Moorflächen sollen im Sinne des Klimaschutzes bis 2040 bestmöglich erhalten, renaturiert und ggfs. genutzt werden.
  • Durch eine hochaufgelöste Energie- und Emissionsberichterstattung auf der Grundlage der durch die Bezirksschornsteinfeger erhobenen Kehrbuchdaten wird der Bedeutung der Gebäudesektors Rechnung getragen und die Datengrundlage dafür verbessert, Klimaschutzmaßnahmen in diesem Bereich zielgerichtet zu steuern.
  • Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wird beauftragt, den Ausgleich der Treibhausgas-Emissionen für die Staatsregierung ab dem Jahr 2023 für das jeweilige Vorjahr jährlich umzusetzen und zu dokumentieren. Zudem wird das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit der Definition von Qualitätskriterien für bayerische Ausgleichsmaßnahmen beauftragt. Die CO2-Kompensation ist aus den bestehenden Haushaltsansätzen zu finanzieren.

2. Der Ministerrat beschließt ein überarbeitetes Bayerisches Klimaschutzprogramm, mit dem die Ziele des neuen Bayerischen Klimaschutzgesetzes konkretisiert und umgesetzt werden.

Das Programm umfasst knapp 150 Maßnahmen und soll den bayerischen Klimaschutz in 5 wesentlichen Aktionsfeldern weiter stärken. Hierzu gehören beispielsweise ein beschleunigter Stromleitungsbau, eine stärkere Nutzung der dezentralen PV- und Windstromerzeugung sowie der Solarthermie, Geothermie und der Windenergie oder ein Ausbau der Wasserstoffnutzung. Bis 2030 sollen 70.000 Ladesäulen für E-Autos errichtet werden. Bei staatlichen Bauten legen wir einen Schwerpunkt auf das Bauen mit Holz, bringen Leuchtturmprojekte beim Urban Gardening auf staatlichen Flächen auf den Weg und setzen verstärkt auf Recycling-Baustoffe.

Zentrale Aktionsfelder sind:

  • Erneuerbare Energien und Stromversorgung.
  • Natürliche CO2-Speicherung (Wald, Moore, Wasser).
  • Klimabauen und Klimaarchitektur
  • Smarte und nachhaltige MobilitätCleanTech, Klimaforschung und Green IT

Das Klimaschutzprogramm basiert auf den drei bewährten Säulen der bayerischen Klimapolitik: Emissionsminderung, Klimawandelanpassung und Klimaforschung. Im Forschungsbereich wird aktuell die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze mit voraussichtlich über 8 Millionen Euro gestärkt. Damit ist Bayern weiterhin Spitzenreiter in der Umweltforschung bei der Erforschung des Klimas.

Alle Ressorts sind in diese Gemeinschaftsaufgabe eingebunden. Die jeweils verantwortlichen Ressorts sind aufgerufen, die Maßnahmen des Klimaschutzprogramms zügig umzusetzen.
Zur Information der Öffentlichkeit wird die interministerielle Arbeitsgruppe „Klimaschutz“ eine zusammenfassende Broschüre zum Bayerischen Klimaschutzprogramm (2022) erarbeiten.

3. Krankenhäuser zählen zu den energieintensiven Einrichtungen und können durch entsprechende investive Maßnahmen einen wesentlichen und in der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Bereits 2011 wurde in Bayern das Green-Hospital-Konzept vorgestellt, im Rahmen dessen das Klinikum Lichtenfels als das erste Krankenhaus in Bayern und eines der ersten in Deutschland die Aspekte hochwertige Krankenhausversorgung, Umweltbelange und Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht hat. Insgesamt ist der Krankenhausbereich aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Investitionen in Klimaschutz gehen über Finanzierungsverpflichtung der Länder bei Krankenhaus-Baumaßnahmen hinaus, der Bund ist hier wesentlich gefordert. Der Freistaat wird daher einen Entschließungsantrag im Bundesrat einbringen, in dem der Bund aufgefordert werden soll, ein auf drei Jahre befristetes Förderprogramm mit einem Volumen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro, also jährlich 500 Millionen Euro, für die Förderung klimaschützender Investitionen an den Plankrankenhäusern und den Universitätsklinika aufzulegen.

4. Wetterextreme mit Starkregen und Sturzfluten unter anderem im Jahr 2021 in Mittelfranken und Oberbayern, aber auch die zunehmende Trockenheit der letzten Jahre nicht nur in Franken, haben die Notwendigkeit eines entschiedenen und koordinierten staatlichen Handelns zur Anpassung des Wassersektors an den Klimawandel bestätigt.

In diesem Zusammenhang setzt die Staatsregierung auf eine integrale Gesamtstrategie, die die Wasserversorgung, den Hochwasserschutz, Ökologie und die Erholungsfunktion zusammendenkt und miteinander verknüpft.

  • Der Ministerrat beschließt daher die neue Gesamtstrategie „Wasserzukunft Bayern 2050“ mit der Fortsetzung des Hochwasserschutzprogramms „PRO Gewässer 2030“ und dem Programm „Wassersicherheit 2050“. Hierzu gehören beispielsweise aktualisierte und beschleunigte Hochwasserschutzkonzepte, um durch technische Maßnahmen wie etwa dem Ausbau der Hochwasserschutzanlagen, der Anpassung der Hochwassergefahrenkarten oder dem Hochwasser-Check für Kommunen die Risiken durch Hochwasser- und Starkregenereignisse zu reduzieren. Auch eine nachhaltige ökologische Entwicklung der Gewässer und Auen gehört dazu, um deren Funktionsfähigkeit, Durchgängigkeit und Wasserhaushalt zu stärken und damit Belastungen etwa durch den Klimawandel besser begegnen zu können. Daneben werden geeignete Anpassungsmechanismen an Dürre und Trockenheit weiterentwickelt, z.B. durch Ertüchtigung der Fernwasserversorgung, Optimierung bestehender Speicher und des Überleitungssystems oder dem Bau nachhaltiger Bewässerungsinfrastrukturen. Daneben werden Gewässer, Natur und Landschaft aufgewertet sowie eine bessere Erlebbarkeit und mehr Akzeptanz für neue Maßnahmen geschaffen.
  • Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wird hier federführend die weitere Ausarbeitung des Programms „Wassersicherheit 2050“ zur Umsetzung zentraler Maßnahmen im Wasserbereich vorantreiben. Das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr wird den Handlungsbedarf und die Maßnahmenoptionen aus städtebaulicher Sicht bewerten und insbesondere für den Bereich „Schwammstadt“ Vorschläge vorlegen. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird den Handlungsbedarf und die Maßnahmenoptionen aus landwirtschaftlicher Sicht weiterhin – wie bisher schon – laufend bewerten und insbesondere für den Bereich „Landschaftswasserhaushalt“ gegebenenfalls Vorschläge unterbreiten.

Die Original-Meldung finden Sie HIER.

Link zum Video der Pressekonferenz: https://youtu.be/YN2z-oJE1wg

Klimawandel: Hitze belastet vor allem Ältere und Pflegebedürftige

Klimawandel: Hitze belastet vor allem Ältere und Pflegebedürftige

Klimawandel: Steigende Temperaturen werden in der Pflege zum Problem © PantherMedia

Heute informiert die bayerische Staatsregierung in einer Pressemeldung, dass sich der bayerische Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek angesichts steigender Temperaturen – im Freistaat – dafür einsetzt, pflegebedürftige Menschen vor den Folgen starker Hitze zu schützen.

Zitat: Holetschek betonte am Donnerstag in München: „Hitzewellen führen leider immer wieder dazu, dass die Zahl der Todesfälle steigt. Langanhaltende hohe Temperaturen belasten pflege- und betreuungsbedürftige Menschen ganz besonders. Gerade bettlägerige Pflegebedürftige und Menschen mit Demenz sind stark gefährdet. Denn: Sie können häufig nicht ausreichend auf die hohen Temperaturen reagieren, auch ihr Körper kann sich altersbedingt oft nicht mehr gut genug anpassen.“ Das Gesundheits- und Pflegeministerium bietet daher im Rahmen des Projekts „Klimaanpassungsmaßnahmen in der Pflege“ (KlapP) gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine Schulung für Menschen an, die sich um Pflegebedürftige kümmern.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte im Oktober 2019 das Projekt „Klimaanpassungsmaßnahmen in der Pflege“ – kurz KlapP – gestartet, das bis Ende November 2023 laufen soll. Die Frage ist – was danach kommt? Die Temperaturen steigen weiter, die Dekarbonisierung von Verkehr, Industrie und Wohnen geht schleppend voran. Hitze wird vor allem in Ballungsräumen zum Problem. Die bereitgestellten Mittel zur Weiterbildung von Pflegekräften beträgt 90.000 Euro pro Jahr. Ein Tröpfchen auch den – im wahrsten Sinne des Wortes – heißen Stein?

Informationen zur Schulung gibt es unter klapp@lgl.bayern.de

Manfred Gorgus

Leistung bei Photovoltaikmodulen steigt weiter: Skalierbare Zweipol-Vollperowskit-Tandem-Solarstrommodule mit einem Wirkungsgrad von 19,1 %

Leistung bei Photovoltaikmodulen steigt weiter: Skalierbare Zweipol-Vollperowskit-Tandem-Solarstrommodule mit einem Wirkungsgrad von 19,1 %

Die spezielle Kristallstruktur der Perowskite ermöglicht Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad. Im Tandem ist die Stromausbeute noch größer. (Foto: Dr. Bahram Abdollahi Nejand, KIT)

Einen Prototyp für vollständig skalierbare Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule haben Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Diese Module haben einen Wirkungsgrad bis 19,1 Prozent auf einer Fläche von 12,25 Quadratzentimetern. Erreicht wird der Wirkungsgrad wird durch gezieltes Lichtmanagement – einer Hochdurchsatz-Laser-Strukturierung in Kombination industrieller Beschichtungsverfahren.

Sonnenlicht spielt als reichlich verfügbare und vielseitige Energiequelle eine Schlüsselrolle, wenn es um die Umstellung von fossilen auf regenerative Quellen sowie eine unabhängige Energieversorgung geht. Eine Solarzelle wandelt das Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. In den vergangenen Jahren haben sich Solarzellen aus Perowskit-Halbleitern dank hoher Wirkungsgrade und niedriger Herstellungskosten als besonders vielversprechend erwiesen. Die Effizienz einer Perowskit-Einzelzelle ist trotz der enormen Entwicklung allerdings begrenzt. Überwinden lässt sich diese Begrenzung durch das Stapeln von zwei Solarzellen mit unterschiedlichen Bandlücken. Bei der Bandlücke handelt es sich um eine Materialeigenschaft, die denjenigen Teil des Lichtspektrums bestimmt, den eine Solarzelle absorbiert, um Strom zu erzeugen.

Stapeln steigert den Wirkungsgrad

Tandem-Solarzellen nutzen einen breiteren Teil des Lichtspektrums und liefern mehr Strom, bieten also höhere Wirkungsgrade. Perowskit-Solarzellen mit abstimmbarer Bandlücke eignen sich ideal als Tandempartner für Solarzellen aus anderen Materialien, aber auch für Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarzellen. Diese zeichnen sich aus durch kostengünstige Herstellung, Verarbeitung mit lösungsbasierten Verfahren, mechanische Flexibilität und die Freiheit, verschiedene Einzelzellen mit unterschiedlichen Perowskit-Bandlücken zu kombinieren. Die Forschung geht davon aus, dass Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule zukünftig hohe Marktanteile erobern werden, sofern sie die Anforderungen an Stabilität und Skalierbarkeit erfüllen. Skalierbarkeit bedeutet, dass sich Entwicklungen auf größere Maßstäbe und auf die Massenfertigung übertragen lassen.

Die Abteilung von Tenure-Track-Professor Ulrich W. Paetzold am Institut für Mikrostrukturtechnik und am Lichttechnischen Institut des KIT hat nun erfolgreich einen Prototyp für die Skalierung hocheffizienter Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule entwickelt. Es gelang den Forschenden, Perowskit-Einzelzellen mit Wirkungsgraden bis 23,5 Prozent bei einer Aperturfläche von 0,1 Quadratzentimetern zu Perowskite/Perowskit-Tandem-Solarmodulen mit Wirkungsgraden bis 19,1 Prozent bei einer Aperturfläche von 12,25 Quadratzentimetern aufzuskalieren. Die Aperturfläche ist der nutzbare, nicht von Elektroden, Rahmen oder Befestigungen verdeckte Teil der Fläche. Bei der Aufskalierung ist der Wirkungsgradverlust mit relativ circa fünf Prozent gering. „Dieses ist das weltweit erstmals gemeldete Ergebnis eines Perowskit/Perowskit-Tandem-Solarmoduls“, sagt Dr. Bahram Abdollahi Nejand, Erstautor der Publikation und Teamleiter für Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule.

Drei Innovationen ermöglichen Aufskalierung

Das beachtliche Ergebnis basiert auf drei wesentlichen Innovationen: Die Forschenden des KIT steigerten den Wirkungsgrad durch gezieltes Lichtmanagement, das heißt Optimieren des Lichtwegs und Reduzieren von Reflexion in der Solarzellenarchitektur. Sie verwirklichten ein effizientes Layout für Tandem-Solarmodule mithilfe einer Hochdurchsatz-Laser-Strukturierung, die es ermöglicht, funktionsfähige Tandem-Solar-Minimodule mit zweipolig miteinander verbundenen Zellstreifen herzustellen. Schließlich verwendeten die Forschenden Beschichtungsverfahren wie Rakeln und Vakuumabscheidung, die in der Industrie bereits etabliert sind. „Nur durch die Kombination dieser Expertise am KIT konnte dieses super Forschungsergebnis erzielt werden. Das Ergebnis motiviert zu weiteren Arbeiten in Forschung und Industrie, um die ebenso nachhaltige wie zukunftsträchtige Technologie der Perowskit-Perowskit-Tandem-Solarmodule durch Aufskalierung sowie Verbesserung der Stabilität zur Marktreife zu bringen“, erklärt Tenure-Track-Professor Ulrich W. Paetzold.

Originalpublikation (Open Access):

https://www.nature.com/articles/s41560-022-01059-w

Bahram Abdollahi Nejand, David B. Ritzer, Hang Hu, Fabian Schackmar, Somayeh Moghadamzadeh, Thomas Feeney, Roja Singh, Felix Laufer, Raphael Schmager, Raheleh Azmi, Milian Kaiser, Tobias Abzieher, Saba Gharibzadeh, Erik Ahlswede, Uli Lemmer, Bryce S. Richards & Ulrich W. Paetzold: Scalable two-terminal all-perovskite tandem solar modules with a 19.1% efficiency. Nature Energy, 2022. DOI: 10.1038/s41560-022-01059-w

Erdgas oder Kohle? Egal fürs Klima – nicht aber für den Krieg in der Ukraine!

Erdgas oder Kohle? Egal fürs Klima – nicht aber für den Krieg in der Ukraine!

Kraftwerk Lippendorf ©manfred gorgus

Hans Josef Fell sagt zu Wirtschaftsminister Habecks Entscheidung Kohlekraftwerke wieder ans Netz zu bringen: Kohle statt Erdgas – für den Klimaschutz ist das egal, nicht aber für den Krieg in der Ukraine und die Glaubwürdigkeit deutscher Sanktionen gegen Russland.

Zitat:

„Klimaminister Robert Habeck hat vorgeschlagen, in der Reserve befindliche Kohlekraftwerke übergangsmäßig wieder ans Netz zu nehmen.

Vielfach wird in den Medien kritisiert, dass dies dem Klimaschutz schaden würde. So wird befürchtet, dass Treibhausgasemissionen beim Umstieg von Erdgaskraftwerken auf Kohlekraftwerke steigen, wie von der Vorsitzenden der Geschäftsführung des BDEW Kerstin Andrae und dem Präsidenten der Bundesnetzagentur Klaus Müller artikuliert. Offensichtlich haben beide immer noch nicht verstanden, dass Erdgas mindestens genauso klimaschädlich, wie Kohle ist. Leider bedienen sie mit ihren Aussagen das irrtümliche Image von Erdgas als klimafreundlicher Brückentechnologie.

Dabei ist längst klar: Erdgaskraftwerke sind mindestens genauso schädlich für unser Klima wie Kohlekraftwerke. Wenn sie mit Frackinggas, was teilweise auch über die russischen Pipelines geliefert wird, betrieben werden, dann können sie sogar bis zu 30 % mehr Treibhausgase emittieren als Kohlekraftwerke. Grund sind die hohen Methanemissionen, die beim Fördern, dem Transport und anderen Leckagen der Erdgasinfrastruktur anfallen.“

Den ganzen Text lesen Sie hier: https://hans-josef-fell.de/kohle-statt-erdgas-fuer-den-klimaschutz-ist-das-egal/

Manfred Gorgus

Intersolar 2023 – Messe: 14.–16. Juni – Konferenz: 13.–14. Juni

Endlich wieder Messe – und zwar richtig. Kurz vor Einlass im Eingangsbereich der Intersolar 2022 © Manfred Gorgus/ SOLAR-professionell

Nach der Messe ist vor der Messe: Gleich in den Kalender eintragen – die Intersolar 2023. Findet statt in München, Messe 14.–16. Juni 2023, Konferenz: 13.–14. Juni 2023.

Es lohnt sich. Der Aufwärtstrend bleibt bestehen. Das verdeutlicht die Grafik des BSV, Bundesverband Solarwirtschaft. Inzwischen dürfte der Letzte kapiert haben, dass Eigenversorgung mit Sonnenstrom eine intelligente und lukrative Investition ist.

Der stärkste Kooperationspartner von Photovoltaik, Wärmepumpenherstellern und Elektromobilität dürfte in der ersten Hälfte 2022 die fossile Energiebranche sein, mit extrem hohen Energiepreisen.

mgo

KOSTAL vervierfacht Produktion bis 2025

KOSTAL vervierfacht Produktion bis 2025

Die KOSTAL Solar Electric Gmbh präsentiert sich auf der Intersolar Europe 2022 mit zahlreichen Produktinnovationen und kündigt  deutlichen Ausbau seiner Produktionskapazitäten an.
  • KOSTAL vervierfacht bis 2025 seine Produktionskapazitäten für Hybridwechselrichter und unterstützt die Energiewende sowie seine Partner für weiteres Wachstum im attraktiven Marktsegment der Dachanlagen.
  • Zwei weitere Entwicklungslaboratorien sichern kommende Technologie-Innovationen.
  • Ein neues 250-kW-Testfeld für Wechselrichter, Speicher und Generatoren startet.
  • Das Unternehmen erweitert seinen europaweiten Vertriebs- und Service-Footprint für noch mehr Kundenkomfort.
  • KOSTAL rückt das neue Marktsegment „Residential Plus“ in den Mittelpunkt seiner Bemühungen.
KOSTAL reagiert auf wachsende Ansprüche

KOSTAL Solar Electric hat auf der diesjährigen Intersolar Europe vom 11. bis 13. Mai 2022 auf Stand B3.130 viel innovativen Zuwachs bei Solar- und Ladetechnik präsentiert. Knackpunkt bleibt die stark angestiegen Nachfrage nach Solarstromkomponenten. Im Vergleich zum Vorjahr hat KOSTAL die Produktionskapazität für Hybridwechselrichter bereits um 50 % erweitert. Eine weitere Steigerung der Produktion ist aufgrund der weiterhin angespannten Versorgungssituation bei elektronischen Bauteilen aktuell leider nicht möglich.

Ungeachtet der aktuellen Versorgungsengpässe wird KOSTAL die Produktionskapazitäten in den nächsten zweieinhalb Jahren stärker ausbauen – konkret soll die Produktion bis 2025 im Vergleich zum Produktionsjahr 2021 um das Viervache gesteigert werden.

Um das nachhaltige Wachstum zu stützen, wird dieses Vorhaben von weiteren Maßnahmen flankiert. Zwei neue Laboratorien, eingerichtet 2021 und 2022, sichern die Entwicklung und die Testverfahren. Ein neues Testfeld widmet sich allein den Bereichen Wechselrichter, Speicher und Generatoren, um die durch den wachsenden Energiebedarf einzuführenden Modellgenerationen prüfend zu begleiten. Parallel baut KOSTAL den internationalen Vertriebs- und Service-Footprint aus, um die innovativen Produkte auch im europäischen Markt passgenau zu verankern.

„Die Verfügbarkeit elektronischer Bauteile bleibt 2022, aber voraussichtlich auch 2023 weiterhin angespannt“, so Frank Henn, Geschäftsführer von KOSTAL Solar Electric. „Somit ist auch für das kommende Jahr eine komplette Auslastung dieser Produktionskapazitäten ungewiss. Mit dem vorlaufenden Kapazitätsausbau bleiben wir im Höchstmaß reagibel und können schnell auf eine sich ändernde Versorgungssituation reagieren“, fügt Henn an.

Bis dahin bleibt sich KOSTAL treu und liefert innovative Leistungselektronik für alle Kunden mit hohen Ansprüchen an Flexibilität und Erweiterbarkeit. Denn begleitet wird die intensivierte Produktionserweiterung vom Marktstart der neuen Hybrid-Gerätegeneration im kommenden Jahr mit einer Leistung von bis zu 20 kW. „Damit unterstützen wir den Trend immer größer werdender PV-Anlagen mit Speicheranbindung auch im Privatkundensegment – wir nennen dieses neue Marktsegment ‚Residential Plus‘“, so Frank Henn abschließend.

Quelle: KOSTAL Solar Electric

Runde Sache – Bremer Drechslerei – jetzt mit Photovoltaik

Runde Sache – Bremer Drechslerei – jetzt mit Photovoltaik

Grün, CO2-neutral, nachhaltig und günstiger als Netzstrom – die Rede ist vom grünen Strom aus der neuen Photovoltaikanlage der Bremer Drechslerei. Im Februar 2022 installiert, produzierte sie im März schon über 50 Prozent des im Unternehmen verbrauchten Stroms – Tendenz steigend. Die Photovoltaik ist leistungsoptimiert und bietet durch vollautomatische Notabschaltung aktiven Brandschutz. Inhaber Hans-Peter Schöner ist begeistert!
Viel kreative Holzarbeit mit kleiner Stromrechnung

2017 hat Drechslermeister Hans-Peter Schöner im Nordwesten Bremens in der Nachbarschaft des alten Stahlwerkes einen Gewerbebau errichtet. 450 Quadratmeter Nutz- und Arbeitsfläche bietet der Neubau: eine schmucklose Stahlhalle, aber stärker gedämmt als üblich – aus energetischen Gründen. Innen bietet sie viel Raum für moderne Technik und kreatives Arbeiten. Drechseln heute – das ist CAD-Design, Lasercutter und computergesteuerte CNC-Maschinen. Entsprechend ist die Halle vollgepackt mit High-Tech, die ziemlich genau 15.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht. Drechseln von Hand ist weitestgehend Geschichte – auch wenn der Drechslermeister diese Kunst natürlich aus dem FF beherrscht; er wäre auf einem sich internationalisierenden Markt mit reiner Handarbeit nicht konkurrenzfähig.

Aus CNC-Updates wird Photovoltaik

Der Anstoß für die Photovoltaik kam von einem guten Freund, der Hans-Peter Schöner regelmäßig bei Software-Updates seiner CNC-Drechselmaschinen hilft. Der Freund hat schon länger Photovoltaik auf seiner Garage installiert und ist überzeugter Elektroauto-Fahrer. „Bei jedem Treffen hat er von seiner PV-Anlage geschwärmt“, erklärt Hans-Peter Schöner. „Wie grün der Strom ist, wie günstig er ihn selbst produziert und wie unabhängig er vom Netzstrom durch die Photovoltaik geworden ist. Als die Drechslerei 2020/2021 nach dem Neubau finanziell in ruhigere Fahrwasser kam, waren erneuerbare Energien plötzlich Thema. „Irgendwann haben wir angefangen, Angebote einzuholen und waren überrascht, dass Photovoltaik gar nicht mehr so teuer ist“, zieht der Drechslermeister sein Resümee. Erfahrung mit Photovoltaik hatte er bereits durch seinen Bruder, der in Süddeutschland eine Zimmerei betreibt – und seit Jahren eine Einspeiseanlage.  „Die Photovoltaikanlage meines Bruders war teuer und hat sich durch Fördergelder gerechnet“, erklärt Hans-Peter Schöner. „Unsere Photovoltaik rechnet sich dagegen rein durch den Eigenverbrauch – und das funktioniert bei unseren Arbeitszeiten von 08:00 bis 17:00 Uhr ganz hervorragend. Unsere Arbeitszeit beginnt bei Sonnenaufgang und endet vor Sonnenuntergang. Außerdem können wir unsere Maschinenlaufzeiten auf die Sonnenstunden abstimmen. Das passt alles sehr gut zusammen“.

Eigenverbrauchspotenzial voll ausgeschöpft

Hans-Peter Schöner ist vom Eigenverbrauchspotenzial überrascht: „Schon im Februar konnten wir einen guten Teil unseres gesamten Energiebedarfes mit Photovoltaikstrom decken. Bei uns läuft die zentrale Absauganlage fast durchgehend, weil immer eine unserer Holzbearbeitungsmaschinen arbeitet und die Absauganlage mit jeder Maschine verbunden ist. In den kommenden sonnenreicheren Monaten erwarten wir, annähernd 100% des Energiebedarfs mit grünem Strom zu decken. Im Jahresschnitt werden wohl 60 – 70% des Strombedarfs aus der neuen Anlage abgedeckt.“

22 Kilowatt-peak für die Unabhängigkeit

Insgesamt arbeiten 64 Ja-Solar Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 22,08 Kilowatt-peak an der Energiewende der Bremer Drechslerei. Sie ist mit SolarEdge-Optimierern ausgestattet, die jedes einzelne Modul im optimalen Arbeitsbereich betreiben, was bei der Gesamtleistung im Schnitt einen Leistungsgewinn von rund 10 Prozent bringen soll. „Ein weiterer Vorteil der Leistungsoptimierer ist der aktive Brandschutz“, erklärt Drechslermeister Hans-Peter Schöner: „Wir lagern und arbeiten mit Holz. Feuerschutz ist in einem holzverarbeitenden Unternehmen immer Thema – sei es bei Versicherungsprämien oder beim baulichen Brandschutz. Das SolarEdge-System hat eine Lichtbogenerkennung, die bei Fehlern jedes Photovoltaikmodul automatisch auf eine Spannung von 1 Volt reduziert. So besteht im Fall eines Brandes für die Feuerwehr keine Gefahr durch hohe PV-Spannungen.“

Warum wir uns für das teuerste Angebot entschieden haben

„Wir hatten fünf Angebote eingeholt und haben uns nach ausführlicher Beratung für das der Powertrust GmbH aus Bremen entschieden – und das war das teuerste von allen (lacht). Es war aber auch das überzeugendste! Die Powertrust GmbH hat als einziger Anbieter ein auf unseren Strombedarf maßgeschneidertes System vorgestellt, optimiert und mit aktivem Brandschutz ausgestattet. Die Konzepte der Mitbewerber setzten alle auf maximale Photovoltaikleistung auf unserem Dach. Das hätte für uns bedeutet, viel Überschuss zu produzieren und viel Solarstrom ungenutzt ins Netz einzuspeisen – für wenig Geld. Außerdem wäre unser Dach statisch höher belastet worden, weil alle Mitbewerber ballastierte Photovoltaik angeboten haben.“

Feste Verbindung von Photovoltaik und Gebäude spart Gewicht

Der Gewerbeneubau ist mit einem Foliendach mit ca. 3° Dachneigung eingedeckt. Um die Statik nicht bis zur Grenze des Möglichen auszureizen, haben Bauherr und Planungsunternehmen von einer mit Ballast gesicherten Unterkonstruktion Abstand genommen. Stattdessen wurde das Ost-West-System fest mit dem Hallendach verschraubt. Die Verschraubungen hat ein Bremer Dachdeckerunternehmen professionell abgedichtet. „Es ist ein besseres Gefühl, als es ein lose auf dem Dach stehendes ballastiertes PV-System bietet“, sagt Hans-Peter Schöner.

Wird man als Betreiber zum PV-Junkie

„Oh ja – es ist schlimm“, gesteht der frisch gebackene Anlagenbetreiber: „Ich habe das Anlagen Monitoring ständig im Blick, weil mir sekundengenau angezeigt wird, wieviel Strom jedes einzelne Modul produziert und wieviel Strom im Unternehmen verbraucht wird. Ich überlege ständig, welche Maschine wir noch zusätzlich starten können, wenn gerade die Sonne scheint und die PV viel Strom liefert – oder welche wir ausschalten können, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Hoffentlich legt sich das irgendwann – ich komme ja kaum zum Arbeiten“, scherzt der Drechslermeister.

Ist CO2-Reduktion ein Thema?

„Es war kein Thema beim Anlagenkauf – da stand einzig die Kosteneinsparung im Vordergrund. Jetzt während des Betriebs ist CO2 durchaus ein Thema, weil wir sehen, wieviel Treibhausgas durch den Einsatz unseres selbst erzeugten Solarstrom vermieden wird. In Zukunft wird CO2-Einsparung für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ich bin auch davon überzeugt, dass alle Unternehmen, die heute nicht in Photovoltaik investieren, sich in spätestens fünf Jahren ärgern werden“, erklärt Hans-Peter Schöner.

Ihr Tipp für die Realisierung von Gewerbe-Photovoltaikanlagen?

Hans-Peter Schöner: „Nehmen Sie nicht das billigste Angebot. Achten Sie auf Qualität bei Beratung und Komponenten. Photovoltaik ist eine langfristige Investition in die Energieversorgung des Unternehmens – für Jahrzehnte. Wie wichtig das ist, zeigen uns die aktuellen Entwicklungen am internationalen Energiemarkt“.

Ihre Empfehlung an Gewerbetreibende ohne Photovoltaik?

Hans-Peter Schöner: „Ich kann jedem nur empfehlen sich schnellstmöglich eine Photovoltaikanlage anzuschaffen. Wer es hnauszögert, wird es in Zukunft bereuen.“

Facts & Figures
  • Holzverarbeitender Gewerbebetrieb mit hohem Eigenverbrauch
  • 22,08 kWp JASolar Photovoltaik-Module
  • SolarEdge Wechselrichter und Optimierer mit ntegrierter Lichtbogenerkennung als vorbeugende Brandschutzmaßnahme im holzverarbeitenden Gewerbe (SolarEdge reduziert bei Isolationsfehler Spannung an jedem Modul auf berührungssichere 1-Volt)
  • Stromspeicher: Bei Arbeitszeiten von 08:00 – 17:00 Uhr wird von Sonnenaufgang bis Untergang Energie verbraucht. Ein Stromspeicher hat sich nicht gerechnet.
my-PV Vortrag 27.Mai 2022 Networking Friday der OpenEMS

my-PV Vortrag 27.Mai 2022 Networking Friday der OpenEMS

my-PV – Warmwasser und Heizung mit Photovoltaik

Photovoltaische Wärmeerzeugung und PV-Überschuss-Management sind die Themen von dem österreichischen Hersteller my-PV. Die my-PV GmbH stellt ihre Lösungen im kostenlosen Online-Seminar der OpenEMS Association vor und zeigt, wie einfach Wärme mit Sonnenstrom schon heute ist. Die Systemoffenheit ist eines der besonderen Merkmale der my-PV GmbH. So kann die Gerätesteuerung durch zahlreiche Wechselrichter, Batteriespeicher oder Smart-Home Systeme unterschiedlicher Hersteller erfolgen.

Darüber hinaus stellt my-PV für all seine Lösungen auf Wunsch auch die Kommunikationsbeschreibungen kostenlos zur Verfügung. So kann die Ansteuerung immer auch durch eigene Home-Automation-Lösungen bzw. Energiemanagement-Systeme erfolgen.

Und weil alle Theorie grau ist, hat die my-PV GmbH alles, was sie entwickelt hat, in ihrem neuen Gewerbebau realisiert – ein Gebäude, bei dem die Sonne eindeutig als Architekt mitgewirkt hat.

Datum: 27.Mai 2022, 14:00 – 15:00 Uhr

Teilnahme ist kostenlos!

Anmeldung unter: https://www.airmeet.com/e/5ba766a0-c655-11ec-a539-33785e490ab0

 

 

Ladeinfrastruktur und intelligentes Gebäudemanagement

Ladeinfrastruktur und intelligentes Gebäudemanagement

©OpenEMS

Online-Vortrag – morgen, 29. April 2022,

Für 60 Minuten geht es um das Thema, „Warum ist eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur und ein intelligentes Gebäudemanagement wichtig ist – nicht nur für Hotelbetriebe?“

Referenten sindChristian Peter, Geschäftsführer der Hotelkompetenzzentrum GmbH und Klaus Nagl, Geschäftsführer der Consolinno Energy GmbH.

Die Hotelkompetenzzentrum GmbH in Unterschleißheim bei München ist ein Technologieunternehmen und Experimentierfeld, das auf 3500 Quadratmeter Fläche zeigt, wie Systeme ineinandergreifen und ein Hotel technisch funktioniert.

Die Consolinno Energy GmbH ist ein Unternehmen, das für Firmenkunden Energieversorgung auf 100 % erneuerbare, klimaschonender Versorgung umbaut – nach ökonomischen und ökologischen Maßstäben, mit erneuerbaren Energien und Ressourceneffizienz!

Wann: Morgen, Freitag, den 29.04.2022 – 14:00 bis ca. 14:45 Uhr, danach ist Zeit für Diskussion & Fragen.

Wo: Online

Info & Registrierung: HIER klicken

 

Ladestation- Entwickler und Markt tauschen sich aus!

Ladestation- Entwickler und Markt tauschen sich aus!

©Open EMS

Lernen und diskutieren Sie mit beim Thema – Wie wird eine Ladestation „OpenEMS Ready“?  – Entwickler und Markt tauschen sich aus!

Elektromobilität boomt und bei Ladesäulen wird es immer wichtiger, dass sie gemeinsam mit den Wärmepumpen, BHKWs, Speichern und sonstigen Stromverbrauchern und Stromerzeugern betrachtet UND gesteuert werden müssen. Projektentwickler von Herstellern und Dienstleister berichten und diskutieren mit Interessierten.

Morgen, Freitag, der 18. März 2022 – 14:00 bis 15:00 Uhr

Teilnahme ist kostenlos – Registrierung unter Link: https://www.airmeet.com/e/b065ea30-8cae-11ec-b427-2d8c236dddb9

Where the world is melting – Wo die Welt schmilzt!

Where the world is melting – Wo die Welt schmilzt!

Noch bis 18. April 2022 zu sehen: Die Ausstellung mit Bildern des Fotografen Ragnar AxelsonWhere the world is melting – im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern. Der 1958 geborene Ragnar Axelson begleitet seit über 40 Jahren Menschen, Tiere und Landschaften in Grönland, Island und Sibirien und hat ganz beiläufig die mit der Erderwärmung einhergenehnden Veränderungen in beeindruckenden Schwarz-Weiß-Bildern dokumentiert.

 

Klimawandel sichtbar in schwarz-weiß

In Ragnar Axelsson Bildern wird die Einzigartigkeit und Schönheit einer Umgebung sichtbar, in der Menschen und Tiere extremen Bedingungen ausgesetzt sind und deren Umwelt sich aufgrund des Klimawandels schneller und tiefgreifender ändert, als in anderen Gegenden der Erde.

Gesicht im Eis

Ragnar Axelsson war von 1976 bis 2018 Fotojournalist bei Morgunblaðið. Er hat als freier Mitarbeiter in Lettland, Litauen, Mosambik, Südafrika, China und der Ukraine gearbeitet. Seine Fotografien wurden in z.B Life, Newsweek, Stern, GEO, National Geographic, Time und Polk veröffentlicht. Seine Arbeiten wurden mit vielen Auszeichnungen gewürdigt.

Die Fotografien von Ragnar Axelsson in seiner Ausstellung „Where the world is melting“ liefert einzigartige Einblicke in eine sich immer schneller verändernden Teil unserer Welt, der durch den Klimawandel schon bald Geschichte sein könnte.

Der Eintritt zum Kunstfoyer ist frei – Tickets müssen  reserviert werden.

Mehr zur Ausstellung: https://www.versicherungskammer-kulturstiftung.de/kunstfoyer/ausstellungen/ragnar-axelsson-where-the-world-is-melting/

Location: Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern Maximilianstr. 53, 80530 München

Text & Foto: Manfred Gorgus

Ist die Abschaffung der EEG-Umlage Betrug am Bürger?

Ist die Abschaffung der EEG-Umlage Betrug am Bürger?

© pexels-robert-tippmann-10069484

Finanzminister Lindner (FDP) macht sich für ein vorzeitiges Ende der EEG-Umlage stark. Damit folgt er Forderungen aus Kommunen und der Industrie. Laut Koalitionsvertrag soll die Umlage erst 2023 abgeschafft werden. Da die Energiepreise aber gerade hoch sind, soll die Umlage bereits dieses Jahr entfallen um Verbraucher*innen zu entlasten. Die Frage ist: Was bringt die Abschaffung der EEG-Umlage Bürgerinnen und Bürgern – also den normalen Stromkunden – wirklich, oder ist die Abschaffung sogar ein Betrug am Bürger? Dazu lädt die Open EMS am Freitag, dem 25.Februar um 14:00 Uhr zu einer Onlineveranstaltung.

EEG-Umlage seit 2010

Die EEG-Umlage wird seit 2010 im jeweiligen Vorjahr auf der Grundlage von Prognosen für das jeweilige Jahr festgelegt. Nach Ablauf des Jahres rechnen die Übertragungsnetzbetreiber dann rückwirkend die tatsächlich angefallenen Kosten aus. Sie wird jedes Jahr bis spätestens zum 15. Oktober eines Kalenderjahres für das folgende Kalenderjahr veröffentlicht. Vor 2010 haben alle Stromvertriebe eine ihrem Anteil am gesamten Stromabsatz entsprechende EEG-Strommenge abgenommen und mussten dafür die Kosten dieser EEG-Strommenge zahlen. Diese Kosten durften sie auf den abgesetzten Strom umlegen.

Umlage als Anschubfinanzierung

Als das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahre 2000 in Kraft trat, wurde Betreibern dieser Anlagen die Abnahme ihres grünen Stroms für 20 Jahre zu einem festen Preis garantiert. Die Förderung – finanziert durch die EEG-Gelder – war eine Anschubfinanzierung neuer Energietechnik, die zum Bau von EE-Anlagen motivieren sollte, weil die Technik teuer war und die EEG-Vergütung Anlagenbetreibern Planungssicherheit lieferte.

Wer zahlt EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage wird von allen Stromverbrauchern gezahlt – privaten und gewerblichen. Ausnahme sind die sogenannten stromintensiven Unternehmen: Diese sind von der Umlage befreit.

Wer profitiert von der Abschaffung der EEG-Umlage?

Seit 2010 war eine gestiegene EEG-Umlage oft Grund, die Strompreise anzuheben. Eine niedrigere EEG-Umlage war noch nie Grund für Stromversorger, den Strompreis nach unten anzupassen. Die EEG-Umlage sank z. B. von 6,5 Cent im Jahr 2021 auf 3,72 im Jahr 2022. Trotzdem sind die Strompreise rasant gestiegen – aus allerlei Gründen. Ob die angekündigte vorzeitige Abschaffung der EEG-Umlage tatsächlich zu einer Entlastung der Verbraucher*innen führt, bleibt abzuwarten.

Wer hat das Nachsehen? Wer ist geschädigt?

Damit die EEG-Umlage nicht allein von den Stromkunden bezahlt wird, wurde im Jahre 2012 ein Ausgleichmechanismus eingeführt. Mit Hilfe dieses Verfahrens wird der aus den Erzeugungsanlagen in das Netz eingespeiste Strom an der Strombörse verkauft und die damit erzielten Einnahmen dienen zur Senkung der EEG-Umlage. Hierbei kommt es jedoch zum sogenannten EEG-Paradoxon: Geht der Börsenstrompreis runter, so steigt die EEG-Umlage. Steigt der Börsenstrompreis jedoch, so sinkt die EEG-Umlage. Aktuell sind die Preise auf einem Rekordhoch.

Nimmt Finanzminister den Bürgern ihre Einnahmen?

Sieht man die EEG-Umlage als eine Anschubfinanzierung für den Ausbau der Erneuerbaren Energie, so führt eine Änderung zum jetzigen Zeitpunkt dazu, dass die ursprünglichen Einzahler (=Investoren, Bürger) um die Einnahmen gebracht werden. Das aktuelle Rekordhoch der Börsenstrompreise lässt die Einnahmen durch den Verkauf der erzeugten Strommengen an der Börse sehr stark steigen, so dass Gewinne absehbar sind. Gewinne, die ohne eine Änderung als negative EEG-Umlage auf der Stromrechnung erscheinen würden und somit die Höhe der zu zahlenden Kosten deutlich reduzieren würde.

Kostenlose online-Veranstaltung bei Open EMS


Mehr Informationen und Hintergründe zur EEG-Umlage gibt es am Freitag, den 25.02.2022, um 14:00 Uhr im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Onlineveranstaltung „OpenEMS Networking Friday“ durch einen Impulsvortrag von Thorsten Zoerner, Geschäftsführer der STROMDAO GmbH und Vorstandsmitglied der OpenEMS Association.

Abschaffung der EEG-Umlage ist Betrug am Bürger?

Link zur Veranstaltung

40 Jahre Garantie für Solarmodule. Photovoltaik – mit Sicherheit für ein ganzes Leben!

40 Jahre Garantie für Solarmodule. Photovoltaik – mit Sicherheit für ein ganzes Leben!

Die Powertrust GmbH aus Bremen ist SunPower Premier Partner, Powertrust informiert, dass Maxeon-Photovoltaikmodule ab sofort mit 40 Jahren Garantie installiert werden. Das ist die wohl längste Garantiezeit, die je in der Solarbranche angeboten wurde. Ein starkes Signal für Photovoltaiksystem aus dem Hause Powertrust GmbH – Solarstromerzeugung und die Nachhaltigkeit erneuerbarer Energien.

 

Garantierte Qualität für ein halbes Menschenleben

Die Powertrust GmbH aus Bremen ist nicht nur Entwickler von leistungsstarken Stromspeichersystemen – sie ist auch Anbieter von Gesamtlösungen für erneuerbare Energieversorgung. „Unser Unternehmensfokus ist Nachhaltigkeit: von der Beratung, über die Auswahl der angebotenen Komponenten, bis zur Installation und dem After-Sales-Service. Unsere Motivation ist Klimaschutz – und in diesem Zusammenhang begrüßen wir die 40 Jahre Vollgarantie für die Maxeon-Photovoltaikmodule unseres Partners Sunpower“, kommentiert Powertrust CEO Mike Heger die außergewöhnliche Garantieverlängerung.

Gebaut für die Ewigkeit

Maxeon Photovoltaikmodule sind für die Ewigkeit gebaut. Ihre Zellen sind wesentlich flexibler, die Module viel leistungsfähiger als Standardmodule. Die Degradation – also der Leistungsverlust wird vom Hersteller über 40 Jahre mit weniger als 40 Watt pro Modul angegeben. Das ist weniger als ein Watt pro Jahr. Die Prognose des Herstellers lautet: Jedes Maxeon Modul liefert am Ende seines vierzigsten Lebensjahres noch über 88 Prozent seiner ursprünglichen Leistung.

Qualität die sich lohnt

Wer in eigene Grünstromerzeugung investiert, sollte auf Qualität und Nachhaltigkeit achten. Eventuell höhere Modulkosten werden durch geringeren Installationsaufwand bei Unterkonstruktion und Verkabelung zumindest teilweise kompensiert. Auf 40 Jahre gerechnet ist die Preisdifferenz praktisch verschwunden – und wir wissen: Was bleibt, wenn der Preis längst vergessen ist, sind Leistung und Qualität.

Fazit

Bei 40 Jahren Garantie – und es handelt sich um eine Ersatzgarantie, bei der Module ausgetauscht werden – darf durchaus von Solarstromversorgung für ein ganzes Leben gesprochen werden.

Text: Manfred Gorgus

Foto: SunPower

Zur Powertrust GmbH aus Bremen Zu SunPower

 

Lösung für gestoppte KfW Gebäudeförderung

Lösung für gestoppte KfW Gebäudeförderung

Am 24.01.2022 wurde die Förderung für Effizienzhaus 55 (EH55) Neubauten vom Bundeswirtschaftsminiserium gestoppt – acht Tage vor dem regulären Förderende. Heute haben Minister, Ministerien und die KfW sich auf eine Lösung im Umgang mit gestellten Anträgen geeinigt

Heute haben sich die Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz, für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, und der Finanzen auf ein gemeinsames Vorgehen zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) durch die KfW verständigt.

Demnach sollen alle förderfähigen Altanträge, die bis zum Antragsstopp 24.01.2022 eingegangen sind, genehmigt werden. Dabei handelt es sich um rund 24.000 Anträge. Diese eingegangenen Anträge werden nun von der KfW nach den bisherigen Programmkriterien geprüft; die förderfähigen werden genehmigt. Das bietet eine gute und rechtssichere Lösung für alle Betroffenen.
Für die Zukunft soll die Gebäudeförderung neu ausgerichtet werden. Hierbei geht es darum eine klimapolitisch ambitionierte, ganzheitlich orientierte Förderung für neue Gebäude, wie sie auch im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, aufzusetzen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Foto: PantherMedia_rfphoto

Windkraft in Bayern – wird die 10-H-Regel abgeschafft?

Windkraft in Bayern – wird die 10-H-Regel abgeschafft?

Am Donnerstag trifft sich Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) in München mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dann wird es um den Ausbau der Windenergie in Bayern gehen. Das Umweltinstitut München fordert, dass Bayern nun den Windkraftausbau vorantreibt und sich von der sogenannten 10-H-Regel verabschiedet.

Verdoppelung der Windkraftleistung

Vergangene Woche hatte Habecks Ministerium eine Verdopplung der Windkraftleistung in Deutschland bis 2030 gefordert, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Söder hält  weiter an der 10-H-Regel fest, die für jedes bayerische Windrad einen Mindestabstand zu Wohnhäusern festlegt, der das 10-fache seiner Höhe beträgt. Der Ausbau der Windenergie ist in Bayern durch dieses Gesetz praktisch zum Erliegen gekommen.

Kommentar des Referenten für Energie- und Klimapolitik am Umweltinstitut

Kasimir Buhr, Referent für Energie- und Klimapolitik am Umweltinstitut: „Eine Verdopplung der Windkraftleistung ist mit Windkraft- Blockadegesetzen wie der 10-H-Regelung in Bayern nicht zu erreichen. Gerade Flächen-Bundesländer müssen ihren gerechten Anteil zum Ausbau leisten. Dass Bayern, das fast ein Fünftel der Fläche Deutschlands ausmacht, im vergangenen Jahr nur sechs Windräder zugebaut hat, ist nicht akzeptabel. Und es ist kurzsichtig: denn Bayern braucht vielfältige erneuerbare Energiequellen, um bei unterschiedlichsten Wetterlagen umweltfreundlichen Strom zu gewinnen. Ministerpräsident Markus Söder muss jetzt über seinen Schatten springen und eine gesetzliche Neuregelung für die Windkraft in Bayern vorlegen. Der Koalitionspartner scheint hier schon einen Schritt weiter zu sein und auch die bayerische Wirtschaft fordert bereits ein Ende von 10-H.“

Nabenhöhe entscheidend für Leistung

Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme hat unterschiedliche Windkraftanlagen aus dem Jahr 2018 untersucht und dabei festgestellt, dass die Windgeschwindigkeit mit steigender Höhe je nach Standort erheblich zunimmt. In der Untersuchung heißt es: „Da die im Wind enthaltene Leistung proportional zur dritten Potenz der Windgeschwindigkeit ist, hat die Nabenhöhe maßgeblichen Einfluss auf den Ertrag der Windenergieanlage.

Regeln senken Zubau und Ertrag

2018 lagen die Nabenhöhen der installierten Windkraftanlagen zwischen 50 und 166 Meter. Die maximale Gesamthöhe einer Anlage, vom Fuß bis zur Flügelspitze ist auf 234 Meter angestiegen. Im Mittel ist die Nabenhöhe neuer Anlagen gegenüber 2017 um 5 Meter auf 133 Meter gestiegen. Über die Hälfte der neu installierten Anlagen hatten eine Nabenhöhe zwischen 131 und 149 Meter. Ein Ergebnis der  Untersuchung  ist auch, dass die an bestimmten Standorten existierende Höhenbeschränkungen einen direkten Einfluss auf die Höhe der installierten Windenergiesysteme haben. Das heißt: Dort wo es Höhenbeschränkungen gibt, wird niedriger gebaut, obwohl höher effizienter wäre.

In Bayern steht der Windkraftausbau praktisch still

In Bayern gilt seit 2014 die 10-H Abstandsregel. 2020 wurden im Flächenland Bayern ganze acht neue Windkraftanlagen mit zusammen 32 Megawatt Leistung in Betrieb genommen. Damit stellt Bayern zwei Prozent des bundesweiten Gesamtzubaus und rangiert bei der Installation von Windenergieanlagen an drittletzter Stelle. Selbst das Saarland, das kleinste Bundesland, hat 2020 sieben Windenergieanlagen mit insgesamt 22 Megawatt Leistung installiert und stellt – wie Bayern – zwei Prozent des deutschen Gesamtzubaus.

Text & Foto: Manfred Gorgus / SOLAR-professionell

Quellen: PM Umweltinstitut e. V. / Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme / Deutsche WindGuard – Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland im Jahr 2020