Gas wird nach Ansicht von Fachleuten eine zentrale Rolle in der polnischen Energiewende spielen.
Bei einer Debatte unter dem Titel „Polens Energiezukunft und die Rolle von Gas“ am Dienstag dem vierten November im Pressezentrum der Polnischen Nachrichtenagentur PAP betonten Vertreter von Regierung und Energiewirtschaft, dass Gas zum einen Übergangsbrennstoff sei, zum anderen auch Stabilisator des Energiesystems sei.
Gas – Kernkraft – erneuerbare Energien
Vertreter des Energieministeriums erklärten, dass Polen sich in einer Phase der Transformation befinde. Derzeit arbeite man am Nationalen Energie- und Klimaplan, der die Ziele für 2030 und 2050 festlege. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Vorbereitung des ersten polnischen Kernkraftwerks spiele Gas eine wichtige Rolle, um die Versorgung in der Übergangszeit – bis zu 100 % Erneuerbare und Kernkraft – zu sichern und die Abhängigkeit von Importen vor allem aus dem Osten zu verringern. Das Ministerium plant, bis Ende des Jahres ein Strategiepapier fertigzustellen, das die Grundlage für Maßnahmen zur Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit schaffen soll..
Energieunternehmen mit konkreten Plänen
Der staatlich kontrollierte Energiekonzern PKN ORLEN S.A. (ORLEN) plant, bis 2035 Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4,3 GW zu errichten. Weitere 12,8 GW aus erneuerbaren Quellen sollen bis dahin fertiggestellt sein. TAURON Polska Energia S.A. (TAURON) arbeitet an Wasserstoffprojekten. Dalkia Polska, die polnische Tochtergesellschaft des französischen Energiekonzerns EDF (Électricité de France), ist auf Fernwärme, Energieeffizienz und lokale Energielösungen spezialisiert und setzt für die Zukunft auf eine Kombination aus Gas, Biomasse und Wärmepumpen.
Gas nur als Brücke
Die Experten waren sich einig, dass Gas in den kommenden Jahren eine Brückenfunktion übernehmen wird. Gaskraftwerke gelten als vergleichsweise saubere Energiequelle, die Polen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieerzeugung eine stabile Stromproduktion in einem zunehmend volatilen Energiemarkt gewährleisten soll. Sollte das polnische Kernkraftwerk gebaut und an das Netz gehen, könnte es die stabile Komponente in der künftigen Energieerzeugung darstellen. (mg)
RWE baut in Gundremmingen einen Batteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung und einer Speicherkapazität von 700 Megawattstunden. Der neue Großspeicher nutzt die Netz-Infrastruktur des ehemaligen Kernkraftwerks, was großer Vorteil bei der Umsetzung des Speicherprojektes sein dürfte.
Das Unternehmen investiert rund 230 Millionen Euro in das Projekt. Der Baustart wurde am 29. Oktober 2025 mit einem symbolischen Spatenstich im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und RWE-Vorstandschefs Markus Krebber offiziell eingeleitet.
RWE plant, die Inbetriebnahme des Batteriespeichers Anfang 2028 abzuschließen. Nach Fertigstellung soll die Anlage dazu beitragen, kurzfristige Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Dafür werden rund 200 Container mit etwa 850.000 Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen installiert. Der Speicher wird Strom für knapp zwei Stunden mit voller Leistung abgeben können.
Integrationspartner ist H&MV Engineering, ein Unternehmen mit über 1450 Angestellten, das nicht nur im Bereich der erneuerbaren Energien, sondern auch als Energieversorgungsunternehmen und mit Datenzentren unterwegs ist. Durch die Übernahme der Skanstec Gruppe Anfang 2024 hat H&MV Engineering ist ein europaweit führender Anbieter von spezialisierten Planungs-, Ingenieur- und Baudienstleistungen mit 400 Mio. € Umsatz mit 22 Standorten im EMEA-Raum entstanden.
Auf dem Gelände in Gundremmingen sind laut RWE weitere Energieprojekte vorgesehen, darunter ein Solarpark und ein neues Gaskraftwerk. Der Solarpark darf als Ergänzung zum Großspeicher verstanden werden. Das Gaskraftwerk wird fossile Brennstoffe nutzen und ist technisch als Backup für erneuerbare Energien gedacht. (mg)
Die polnischen Gasnetze sollen in Zukunft eine zentrale Rolle in der Energiewende des Landes einnehmen. Sie sollen neben Erdgas, auch zunehmend Biomethan transportieren. Um dies zu ermöglichen, sollen die Produktion von Biomethan gefördert, finanzielle Mittel bereitgestellt, und die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Biomethanproduktion geschaffen werden. Noch handelt es sich allerdings um eine Absichtserklärung. Wie Regierung und Versorger sich die Transformation vorstellen, lesen Sie hier.
Polska Spółka Gazownictwa (PSG) ist Polens größter Verteilnetzbetreiber, der mit über 210 000 km Leitungslänge einen entscheidenden Beitrag zur Energiesicherheit in Polen leistet. Das Unternehmen will in Zukunft den Einsatz von Biomethan forcieren, um seine Gasinfrastruktur für die polnische Energiewende zu transformieren. Das ist ein Ergebnis der 29. Aufladetechnischen Konferenz vom 23. bis 24. September 2025 in Dresden.
Biomethan als Zukunftsenergie
Der Anteil von Biomethan im Energiemix soll maximiert werden, da es laut PSG klimafreundlich und ressourcenschonend ist. Erste Biomethananlagen sollen bereits erfolgreich ans Netz gegangen sein und zeigen das Potenzial dieser Technologie auf.
Polens Energiestrategie und Gassektor
Die polnische Regierung plant, ihre Energiepolitik bis 2050 grundlegend zu verändern, wobei der Gassektor eine wichtige Rolle beim Übergang zur CO₂‑neutralen Energieproduktion spielen soll. Das Vorgehen bei der Dekarbonisierung soll dabei pragmatisch erfolgen, mit Fokus auf erschwingliche Energiepreise und schnelle Marktintegration von Biogas und Biomethan.
Finanzierung und Zusammenarbeit
Die Entwicklung des Biomethanmarktes soll durch gezielte finanzielle Unterstützung gefördert werden, unter anderem durch Darlehen von Banken und den polnischen Entwicklungsfonds. Die Vernetzung von Forschung, Industrie und Politik soll den Aufbau von Kapazitäten für Produktion, Netzanschluss und Verteilung fördern.
Herausforderungen und Perspektiven
Neben technischen Herausforderungen bei Netzanbindung und Systemregulierung liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Infrastruktur und der Schaffung marktgerechter Rahmenbedingungen. PSG sieht seine Aufgabe darin, die Versorgungssicherheit von Bevölkerung und Wirtschaft zu gewährleisten und die Rolle von Biomethan im Energiemix zu stärken.
Fazit
PSG soll als Schlüsselakteur der polnischen Energiewende mit der Förderung von Biomethan zur nachhaltigen Transformation des Energiesystems beitragen. Mit Geld, optimierten Rahmenbedingungen sowie politischer Unterstützung will Polen bis 2050 eine klimafreundliche und sichere Energieversorgung erreichen. Allerdings ist das Thema Biomethan ebenso wie Biogas noch schwierig, weil es aktuell noch keine zuverlässigen Rahmenbedingungen dafür gibt. Das war das Fazit der ersten Biogasmesse Polens vom 30. September bis 02. Oktober 2025. (mg)
Premiere in Warschau: Biogasmesse BioPower zeigt Potenzial für Polens Energiewende und neue Wachstumschancen für die Landwirtschaft. Biogas und Biomethan als Schlüsselfaktoren für Energiewende und Energiesicherheit.
Vom 30.September bis 2. Oktober 2025 fand im Ptak Warsaw Expo nahe Warschau die erste polnische Fachmesse BioPower Poland statt, begleitet von der 7. Biogas- und Biomethankonferenz Green Gas Poland 2025.
Premiere mit Signalwirkung
Die Messe zog Dutzende Aussteller und Hunderte Besucher an. Experten betonten, dass Biogas und Biomethan die Energiewende beschleunigen, ländliche Regionen stärket und Polens Energiesicherheit steigert. Landwirtschaft sei dabei die wichtigste Rohstoffquelle.
200 Anlagen sind zu wenig
Aktuell gibt es in Polen weniger als 200 landwirtschaftliche Biogasanlagen und nur eine Biomethananlage. Fehlende Förderung, komplexe Vorschriften und Finanzierungslücken bremsen den Ausbau. Diskutiert wurden „Energieinseln in der Landwirtschaft“. Dafür müssten aber zuverlässige Regeln vorhanden sein sowie bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Potenzial Biomethan
Studien zeigten im Land ein technisches Potenzial zur Produktion von bis zu 7 bis 8 Milliarden Kubikmetern Biomethan pro Jahr. Entscheidend sei jedoch, die Nachfrage zu fördern und klare Marktziele festzulegen. Experten warnten, ohne gezielte Regulierung und Förderung könnte der Sektor nicht ausgebaut werden und das Wachstum würde stagnieren.
Biogas, Schlüssel zur Dekarbonisierung
Landwirte und Lebensmittelproduzenten sehen Biogas als Schlüssel zur Dekarbonisierung. Durch die Verwertung von Agrar- und Lebensmittelabfällen würden Chancen für klimafreundliche Energie entstehen. Auch kleinere Betriebe könnten profitieren, wenn sie z. B. in Energiegenossenschaften kooperieren.
Investition bleibt riskant
Die Finanzierung von Anlagen bleibt das größte Hindernis. Banken und EU-Förderprogramme könnten beim Ausbau der Biogasproduktion helfen, aber ohne staatliche Garantien und verlässliche Einspeisetarife bleiben Investitionen äußerst riskant. Deshalb forderten Experten klare gesetzliche Vorgaben und Anreize entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Biogasproduktion.
Fazit
Die erste BioPower Poland hat gezeigt, dass das Land über enormes Biogas- und Biomethanpotenzial verfügt. Damit es genutzt wird, braucht es politische Stabilität, Marktregeln und gesellschaftliche Akzeptanz. Nur so kann diese grüne Energie zu einem Motor der polnischen Energiewende werden. (mg)
Forscher der Texas A&M University entwickeln eine biologisch abbaubare Batterie aus natürlichen Inhaltsstoffen – eine mögliche Alternative zur Lithium-Ionen-Technologie.
Energiespeicher aus körpereigenen Bausteinen
Das Team um Chemieprofessorin Karen Wooley und Ingenieurin Jodie Lutkenhaus stellte ein neuartiges Batteriematerial aus Riboflavin (Vitamin B2) und der Aminosäure L-Glutaminsäure vor. Die Ergebnisse wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Abbaubar und ungiftig
Im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien aus Metallen und Petrochemikalien baut sich das neue Material bei Kontakt mit Wasser oder Enzymen umweltfreundlich ab. Labortests zeigten zudem, dass es für Zellen unschädlich ist – ein Vorteil etwa für tragbare oder implantierbare Geräte.
Nachhaltigkeit ohne Leistungseinbußen
Die Forscher betonen, dass ihre Bio-Batterie ähnlich leistungsfähig sei wie aufwendig synthetisierte Materialien. „Man muss nicht zwischen Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit wählen“, sagt Lutkenhaus.
Baustein für Kreislaufwirtschaft
Das Projekt gilt als Schritt zu einem Batteriedesign, das von Anfang an das Lebensende der Produkte mitdenkt. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, in der Batterien nicht zu Sondermüll mutieren, sondern unkompliziert in natürliche Kreisläufe zurückkehren.
Sicherheit und Akzeptanz
In Deutschland dürfte diese Art der Speichertechnik großen Zuspruch erfahren. Immerhin gelten Vitamine als gesund, und sind sogar in der Apotheke als OTC- (Over-the-Counter‑)Ware rezeptfrei erhältlich. Allerdings verrät der Artikel der Universität nicht, ab wann diese Speichertechnik für Battery-Energy-Storage-Systems (BESS)zur Verfügung steht. Die Akzeptanz für diese vielversprechende Technik dürfte groß sein. Es wird wenig Menschen geben, die sich über Vitamin B im Megawattstundenformat in ihrer Nachbarschaft beschweren dürften. (mg)
Der Haushaltsentwurf 2026 sieht mehr Mittel für Wärmenetze vor. Der BDEW warnt jedoch: Für die Wärmewende reicht die Finanzierung nicht aus.
Geld für Wärmenetze nicht ausreichend
Die BEW-Mittel sollen 2026 auf 1,4 Milliarden Euro steigen. Der BDEW fordert jedoch jährlich mindestens 3,5 Milliarden Euro, ab 2028 sogar bis zu 4,5 Milliarden Euro.
Finanzierung im Kernhaushalt statt Sondervermögen
Um Planungssicherheit zu gewährleisten, verlangt der Verband, die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) aus dem Klima- und Transformationsfonds in den Kernhaushalt zu überführen
Kürzungen bei Gebäudeförderung kritisiert
Die Mittel für Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) sinken von 15,3 auf gut 12 Milliarden Euro. Laut BDEW ist das ein falsches Signal an Hauseigentümer. Effizienz und Dekarbonisierung müssten besser kombiniert werden
Klare Rahmenbedingungen gefordert
BDEW-Chefin Kerstin Andreae betont, dass verlässliche Finanzierung und klare Regeln – etwa beim Gebäudeenergiegesetz – Voraussetzung für Investitionen in die Wärmewende sind
Falsche Signale
Weniger Geld für Gebäude im Rahmen der Wärmewende ist das falsche Signal. Wer fossile Energien im Wärmesektor reduzieren und Deutschlands Unabhängigkeit von Brennstoffimporten stärken will, muss verständliche und leicht zugängliche Fördermaßnahmen anbieten. Bei einer Förderung von maximal 20 % für Einzelmaßnahmen wie z.B. die Dämmung einer oberen Geschoßdecke, motiviert das kaum zum Handeln. Hinzu kommt, dass ein komplexer Sanierungsfahrplan viele Hauseigentümer abschreckt – so bleiben wichtige Investitionen häufig aus. (mg)
Andreas Zyber has been working for various German companies in the Polish PV industry since 2011. Since 2022 he has been managing director of Quantumsolarpv GmbH, the German branch of a Polish PV wholesaler that is growing across Europe even in turbulent times. In our interview he reveals the secret of success in difficult times.
How did you get into photovoltaics?
By a roundabout route. I studied mechanical engineering in Poland and obtained an engineering degree there. I then studied business administration in Germany and graduated with a business degree. After managing business with Poland for a German commercial vehicle manufacturer for years, I decided to switch to the photovoltaics industry in 2011.
What motivated you to change?
A mixture of desire to build something new and enthusiasm for the technology. I was especially excited about photovoltaics because of its possibility to generate clean electricity for decades with comparatively small investments.
How would you describe your role in the Polish PV industry?
I come from the sales of commercial vehicles. These are technical products that require explanation. I have taken my experience into the PV industry and describe my first years in the industry as ambassador work for German photovoltaic technology in Poland where I succeeded in establishing partnerships for German companies in Poland. Some of the companies I worked for have received awards for their solutions and technologies in Poland.
If you could enter the industry again, would you do everything the same?
In 2011, the PV industry in Poland was just beginning. I am a B2B salesperson and have continued this work in the PV industry. If I could turn back time, I would personally invest in the production of PV components with German quality standards in Poland.
How can you best describe your current tasks in the market?
While I previously worked practically only for German companies in the Polish market, my job today is communication in both directions: selling products and services from Polish companies to the European market and products from European companies to the Polish PV market.
What products and services do you offer?
Our focus is on complete PV solutions, from small roof systems to system providers for large PV projects, roof systems and open space systems for customers in Poland and German-speaking Europe, i.e. Germany, Austria and Switzerland.
2023 seems to have been a difficult year for many Polish wholesalers. Was it also for your company?
A clear no. Our warehouse, marketing and logistics is based in Poland. Our German branch is located near Munich. From there we primarily serve customers in the DACH region and other Western European countries. Throughout Europe we deliver within 24 hours if the components are in stock. Our team is lean and all employees have experience in the photovoltaics industry. We work with flat hierarchies, which makes us fast and flexible. We think from the customer’s perspective and talk to the customer. The market seems to appreciate that.
How does the Polish PV market differ from other markets?
In my experience, price plays a bigger role in Poland than in Austria, Germany and Switzerland. We can offer reasonable prices, but as a young company we have to convince in all areas: fast and reliable delivery, good advice, attractive prices and flexibility when the customer is asking for changes in the order.
What developments do you see in the Polish PV industry for the next 6 months to 2 years?
The PV industry in Poland has developed into a stable market in recent years. Following the change of government, the PV industry will now receive billions in EU funds. This is one of many subsidies that Poland is expected to receive. This will lead to a further increase in PV installations in the country. Due to the outdated Polish power grid and its time-consuming upgrading, electricity storage will be an increasingly interesting investment in the next 12 to 24 months.
Agri-PV ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Ackerflächen für Stromerzeugung und Landwirtschaft. Durch spezielle Installationen – entweder vertikale Modulreihen oder „Überkopf“-Anlagen – bleibt genug Raum für die landwirtschaftliche Nutzung. Mit dem „Solarpaket 1“ (Mai 2024) wurden Agri-PV, Floating PV und Parkplatz-PV als „Photovoltaik-Sondersysteme“ anerkannt, die besondere Privilegien genießen. Welche das sind und warum, das erklären wir im Text.
Grundsätzliche Vorteile von Agri-PV
Neben dem doppelten Nutzen von Strom- und landwirtschaftlicher Produktion behalten alle Flächen, die mit Agri-PV bebaut sind, auch ihre landwirtschaftlichen Privilegien. Voraussetzung ist, dass die installierte Photovoltaik die landwirtschaftliche Nutzung um nicht mehr als 15 Prozent einschränkt.
Vertikale Agri-PV
Anlagen mit vertikal in Ost-West-Richtung installierten bifazialen PV-Modulen erzielen vor allem am frühen Vormittag und späten Nachmittag hohe Erträge. Mittags, wenn klassische Dach- und Freiflächen-Anlagen Spitzenleistungen erzielen, sinkt die Leistung der vertikal installierten Ost-West-Anlagen. Vertikale Agri-PV-Systeme ergänzen somit die Produktion traditioneller Anlagen und entlasten das Stromnetz. Außerdem ist der Verlust im Fall einer Trennung vom Netz durch den Netzbetreiber wesentlich geringer als bei einer herkömmlichen Freiflächen-Anlage (Link zum Text Kurven der Anlage in Almelo).
„Überkopf“ Agri-PV
Bei der Überkopf-Agri-PV werden die Module in mehreren Metern Höhe über der landwirtschaftlichen Fläche auf einer Unterkonstruktion installiert. Dadurch bleibt die Fläche unter den Modulen zum einen für den Anbau von Obst, Gemüse oder für die Tierhaltung nutzbar und kann maschinell bearbeitet werden. Zum anderen schützen die Photovoltaik-Module die Fläche darunter vor Witterungseinflüssen, Sonne, Regen, Hagel usw. In Deutschland ist für diese Art von Anlagen eine Mindesthöhe von 2,10 Metern vorgeschrieben.
Mehr Ertrag mit „nachgeführter“ Agri-PV
Eine besondere Variante der Agri-PV sind nachgeführte Anlagen, die dem Sonnenverlauf folgen und dadurch eine höhere Stromausbeute erzielen. Solche Systeme gibt es in verschiedenen Ausführungen: als „Überkopf“-Anlagen, als Agri-PV in Reihen oder als großflächige Nachführsysteme, bei denen ganze Modulfelder in mehreren Achsen der Sonne nachgeführt werden.
Wenn die Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, können die Systeme in eine Parkposition gefahren werden, um die Bearbeitung zu erleichtern. „Überkopf“-Anlagen erfordern diesen Schritt nicht, da ihre Module die landwirtschaftlichen Arbeiten grundsätzlich nicht behindern.
Agri-PV im Einsatz: Synergien für maximale Effizienz in Almelo
Seit 2023 erzeugt eine 1,9 MW starke vertikale Agri-PV-Anlage auf rund 3,2 Hektar in Almelo, Niederlande, nachhaltigen Solarstrom. Das System wurde von Profinergy B.V. aus Utrecht im Auftrag des Klimaatfonds Nederland geplant, installiert und wird auch von Profinergy betrieben.
In Almelo ist die vertikale Agri-PV-Anlage Teil eines hybriden Systems und ergänzt eine deutlich leistungsstärkere, nach Süden ausgerichtete klassische Freiflächen-Photovoltaik. Wie die vertikale Agri-PV im Vergleich zur klassischen Freifläche abschneidet, welche Vorteile sie bietet, wie beide Systeme optimal zusammenwirken und welchen Einfluss eine Netztrennung der Anlage bei negativen Strompreisen hat, erfahren Sie in unserem Life-Bericht: HIER
North Macedonia’s solar market is growing fast—but remains shaped by local challenges and regional potential. Prof. Ilija Nasov explains how Solar Macedonia is helping the sector align with European standards and preparing for the post-coal energy landscape.
What is your position and what are your tasks in the association? As president, I lead the organisation and focus on internationalising domestic companies by promoting quality standards and certification as core drivers of improvement.
How do you bring international standards into the national solar industry?
I participate in several working groups that enable the association to identify and adopt emerging technology trends across the European market.
How can the role of your association best be described? The Macedonian Solar Energy Association, Solar Macedonia, is the country’s longest-standing organisation in this field, established in 2006. It currently has more than 100 domestic and international members, including manufacturers, equipment dealers, designers, installers and technical experts.
What international connections does the association maintain?
We maintain strategic partnerships with events such as Intersolar in Munich and Key Energy in Rimini, where we participate as business delegation partners. We bring major installation and trading companies as visitors and coordinate domestic producers as exhibitors.
What are the main focuses of the association’s work?
Our main objective is to maximise the use of all forms of solar technologies. Solar Macedonia works actively to enhance service quality for its members and to improve market conditions for all stakeholders in the solar energy sector.
What role does further training play?
Our members bring extensive experience in the solar industry and a deep understanding of its challenges and opportunities. Based on this expertise, we have developed and implemented a number of targeted training projects.
Can you give us an example?
One example is the training of technicians in solar PV and solar thermal system installation. This project began in 2008 and is ongoing. To date, we have trained more than 150 technicians. Since 2018, we have been an accredited training centre for solar installers, recognised by the Ministry of Education.
Are IT challenges also relevant in the renewables sector? Yes. We provide training for engineers in the use of specialised software, including TRNSYS, RETScreen, T-SOL, PVSOL premium, GEO-TSOL and others. Since 2011, more than 70 engineers have successfully completed these training programmes.
What about the phase-out of coal-fired power generation, which has been postponed by three years to 2030?
The first retraining programme for coal sector workers aiming to enter the solar workforce will begin in September 2025. It will consist of two groups and is supported by the European Bank for Reconstruction and Development (EBRD).
What role does solar thermal energy play in your association?
Solar Macedonia is a full member of Solar Heat Europe and participates in working groups on small-scale thermal systems, district heating and PV/T hybrid systems. We are also involved in European R&D projects under the FP7 programme, in collaboration with leading institutes and universities. A complete list of projects is available at www.solar.org.mk.
Can solar companies interested in the Macedonian market contact the association? The Macedonian Solar Energy Association actively connects demand for solar solutions with the services and products of its members. We organise an annual Solar Conference, which serves as a key platform for international companies entering the Macedonian market.
When will the conference take place?
This years edition will be held on the 24th of September in Skopje. Further details are availiable at https://solar.org.mk/solarconference/. The event provides insights into the local market, leading EPC contractors, current technology trends, and the regulatory environment and offers direct networking opportunities.
How many people do attend the event?
Our most recent conference welcomed over 200 participants from 13 countries.
Should companies interested in the North Macedonian solar market become members of your association?
We welcome companies wishing to enter the market to join the Macedonian Solar Energy Association. Membership offers a range of benefits.
What are these benefits specifically?
These include access to our network, discounted participation in trade fairs and conferences, opportunities to host training sessions, access to industry software, and deeper insights into the Macedonian solar market.
Die Polnische Stromwirtschaft befindet sich in schneller Transformation. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg seit 2020 im Stromsektor von 15 % auf fast 30 %. Für weiteres Wachstum ist Handeln gefordert, denn Erneuerbare Energien brauchen ein Stromnetz, dass mit dezentrale Einspeisung umgehen kann. Es muss gehandelt werden.
Das Tempo des Wandels im polnischen Energiesektor hält an: Laut dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) könnten die Kapazitäten für Photovoltaik von derzeit 21 GW auf 29 GW im Jahr 2030 gesteigert werden. Das hat das Energy Forum, ein in Polen ansässiger europäischer, interdisziplinärer Think Tank in einer Studie festgestellt. Das Team aus Energie-Experten bündelt seine Erfahrungen aus den Bereichen öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, um wissensbasierte Lösungen für eine gerechte und effiziente Energiewende zu inspirieren.
26 GW PV warten auf Anschlussgenehmigung
So haben die Experten von „Energy Forum“ über eine Auswertung bereits veröffentlichter Anschlussanfragen herausgefunden, dass 26 GW an Photovoltaikanlagen auf Anschluss-Genehmigung warten. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bis zum Jahr 2030 ganze 56 % erreichen und bis 2040 sogar auf 69 % steigen. Damit diese Kapazitäten in das polnische Stromnetz integriert werden können, sind dringend Anpassungen am Netz notwendig.
Günstige erneuerbare Energie als Vorteil im globalen Wettbewerb
Energiepreise sind eines der wichtigsten Themen nicht nur der polnischen, sondern der ganzen europäischen Industrie. Laut Studie haben sowohl die Vereinigten Staaten als auch China Zugang zu günstigen fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energien, während Polen mit hohen Energiekosten und regulatorischen Hürden kämpfen muss. Der polnische Think Tank sieht die Lösung in einer direkten Versorgung der Industrie mit dezentralen erneuerbaren Energieanlagen, deren Umsetzung jedoch oft an komplexen Vorschriften und hohen Gebühren scheitere – trotz bestehender rechtlicher Möglichkeiten.
Im Oktober 2024 veröffentlichte die Regierung den Entwurf des Nationalen Energie- und Klimaplans, der eine Veränderung des Energiemixes fordert. Investoren sollen damit in der Lage sein, Projekte schnell umzusetzen und Zugang zum Stromnetz zu erhalten. Trotz dieser Reformen bestehen weiterhin erhebliche Hindernisse für Investoren, kritisiert das Energie Forum. Laut dem Nationalen Energie- und Klimaplans sollte Polen bis 2030 mindestens 57 GW Leistung aus vorwiegend Photovoltaik- und Windenergieanlagen erreichen. Bis 2040 soll dieser Wert auf 93 GW steigen. Der Anschluss dieser Kapazitäten an das nationale Stromnetz erfordert eine strategische Planung der Standorte für Photovoltaik und Onshore-Windkraft. Die Netzinfrastruktur muss weiterentwickelt werden und erfordert intelligentes und effizientes Management, um Verbraucher zuverlässig mit Strom und einer stabilen Spannung zu versorgen.
Konkrete Maßnahmen: Kabelpooling und Direktleitungen
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wurden im Jahr 2023 neue Regelungen eingeführt, die die Netzentwicklungsplanung erleichtern: das sogenannte „Kabelpooling“, das die gemeinsame Nutzung eines Anschlusspunktes durch mehrere erneuerbare Energiequellen erlaubt. Außerdem ist es möglich zwischen Erzeuger und Verbraucher direkte Leitungen zu bauen und so das öffentliche Netz zu entlasten. Aus Sicht des Energie Forum sind trotz der bisher eingeführten Reformen weitere Maßnahmen erforderlich, um den Ausbau der Erneuerbaren nicht zu bremsen. So sollte das Kabelpooling um die Möglichkeit erweitert werden, Stromspeicher als eigenständige Installationen anzuschließen. Zudem sollten die Gebühren für Direktverbindungen reduziert werden, um deren wirtschaftliche Nutzung zu fördern. Weitere Erleichterungen fordert der Think Tank durch die Schaffung von Zonen zur beschleunigten Entwicklung erneuerbarer Energien, eine erhöhte Transparenz im Verfahren zur Vergabe von Netzanschlüssen, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Investitionen sowie eine vorausschauende Planung der Netzentwicklung, beispielsweise durch ein Kapazitätsauktionssystem.
Fazit
Die Transformation des polnischen Energiesektors erfordert umfassende Reformen, um erneuerbare Energien effizient in das nationale Netz zu integrieren und die Dynamik des Ausbaues nicht zum Erliegen zu bringen. Die bisherigen Maßnahmen zeigen Fortschritte, jedoch müssen regulatorische Hürden weiter reduziert werden, um Investitionen zu erleichtern und das Ziel eines klimaneutralen Energiesektors zu erreichen. Dr. Joanna Pandera, Präsidentin des Energy Forum, ruft zur Diskussion auf und ermutigt zur Umsetzung innovativer Lösungen. (mg)
Die BRC Solar GmbH und die Fronius International GmbH haben die offizielle Kompatibilität ihrer Produkte bestätigt. Damit können die Optimierer des deutschen Herstellers von Solartechnik BRC-Solar nun problemlos mit den Wechselrichtern des österreichischen Unternehmens Fronius kombiniert werden. Ziel dieser Entwicklung ist es, die Effizienz und Leistungsfähigkeit von Solaranlagen zu verbessern.
Optimierer lösen Herausforderungen bei Verschattung und Ausrichtung
Besonders bei Anlagen mit Verschattung, unterschiedlichen Dachausrichtungen oder variierenden Modulneigungen kann die Energieausbeute beeinträchtigt werden. Die Optimierer von BRC Solar sind darauf ausgelegt, den Ertrag einzelner Solarmodule zu maximieren und Leistungseinbußen im Gesamtsystem zu reduzieren. In Tests wurde nachgewiesen, dass die Geräte mit den Wechselrichtern von Fronius kompatibel sind. Dadurch bleibt die Energieproduktion auch unter schwierigen Bedingungen stabil, da betroffene Module gezielt optimiert werden, während andere ihre maximale Leistung beibehalten.
CEO Pascal Ruisinger zur Partnerschaft mit Fronius
Pascal Ruisinger, kaufmännischer Geschäftsführer von BRC Solar, sieht in dieser Entwicklung einen wichtigen Schritt für das Unternehmen: „Die Kompatibilität unserer Optimierer mit den Wechselrichtern von Fronius eröffnet neue Möglichkeiten für die Nutzung von Solaranlagen. Durch diese Partnerschaft können wir unser Produktangebot weiter ausbauen und Betreibern dabei helfen, das Potenzial ihrer Anlagen bestmöglich auszuschöpfen.“
Mit der Bestätigung der Kompatibilität setzen BRC Solar und Fronius ein weiteres Zeichen für die technologische Weiterentwicklung im Bereich der Photovoltaik. (mg)
Untersuchungen zeigen, dass die Modulleistung seit Jahren niedriger ist als angegeben Grafik: Franhofer ISE
Mehr als 70.000 Leistungsmessungen ausgewertet
Ein Forschungsteam des Fraunhofer ISE hat über 70.000 Leistungsmessungen an Photovoltaik-Modulen ausgewertet und hat seit 2017 eine wachsende Diskrepanz zwischen den Herstellerangaben und den Messergebnissen des Instituts festgestellt. Während bis zum Jahr 2016 die gemessene Leistung meist über den Werten der Hersteller lag, änderte sich das ab 2017 und die Werte lagen unter den Herstellerangaben. Ab 2020 wurde eine durchschnittliche Minderleistung von 1,3 % festgestellt. Neue Daten aus 2024 deuten auf eine leichte Trendwende hin, mit weiterhin negativen Abweichungen von 1,2 %.
1,3 % weniger als angegeben
Für die Untersuchung wurden 1034 Messungen monokristalliner Silizium-Module unter standardisierten Bedingungen analysiert. Bis 2016 lagen die Abweichungen unter 1 %, oft mit positiven Differenzen zugunsten der Herstellerangaben. 2016 betrug der Unterschied im Mittel 0,6 %, 2023 hingegen 1,3 % zu Ungunsten der Herstellerangaben. Eine positive Abweichung konnte kaum noch beobachtet werden.
195 MW Leistung fehlen so bei 16 GW
Die aktuellen Daten, präsentiert beim 40. PV-Symposium, zeigen, dass eine durchschnittliche Minderleistung von 1,2 % bei einem Zubau von 16,2 GW im Jahr 2024 rund 195 MW fehlender Leistung entspricht – vergleichbar mit einem großen Solarpark.
Testlabor ist zuverlässig kalibriert
Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, wurden nur neuwertige Module berücksichtigt, und zwar von Herstellern, die zu den Top 10 des jeweiligen Jahres gehörten. Dank strenger Qualitätsmaßnahmen gewährleistet das „CalLab PV Modules“ eine stabile Kalibrierung über Jahre und kann dadurch zuverlässige Langzeitanalysen liefern.
Memmingen, 10.03.2025 – Mit einem feierlichen Spatenstich fiel heute der Startschuss für ein Firmengebäude, das neue Maßstäbe in Sachen Autarkie und Energieeffizienz setzt. Mit Klimadecken, Gebäudemasse als Wärmespeicher, netzdienlichem Stromspeicher mit Abwärmenutzung und PV-Anlage erreicht das real Gebäude 95 Prozent Autarkie. Vertreter der beteiligten Unternehmen – Raum-K, Klima-Top, Architekturbüro Diemer, Kling Projektbau, Leppig Energieberatung – sowie Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacherwaren vor Ort, um den Beginn dieses zukunftsweisenden Projekts im Gewerbegebiet „Oberer Buxheimer Weg 58“ in Memmingen zu feiern.
10.03.2025
Der Spatenstich markiert den Start für ein Gebäude mit einem Energiekonzept, das mit einer Kombination aus Photovoltaik, Wärmepumpe, Stromspeicher, reversibler Klimadecke, regelbarem thermischen Gebäudemassenspeicher und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eine Autarkie von 95 Prozent erreicht. Der Neubau bietet auf rund 3.500 m² Büro- und Lagerfläche Platz für fünf Unternehmen, die in einer modernen, umweltfreundlichen Umgebung an diesem Standort bis zu 70 Arbeitsplätze schaffen.
Autark mit geregeltem dynamischem Deckenspeicher
Stellen wir uns zwei Wärmequellen vor, die schnelle Deckenheizung, die mit Infrarotstrahlung direkt die Raumhülle und Oberfläche erwärmt und gleichzeitig eine Masse, die viel Wärme speichern kann und diese langsam und bedarfsgerecht wieder abgibt. Werden diese beiden Komponenten kombiniert, so ergibt sich ein System, das die Wärmeversorgung von Gebäuden über einen Zeitraum von 10 Tagen und mehr ermöglicht. Der dynamische Massenspeicher – im Fall des Firmengebäudes ist der Speicher das Gebäude – übernimmt dabei zwei Drittel der Leistung. Die Klimadecke übernimmt ein Drittel der Leistung. Da beide Komponenten mit niedrigen Temperaturen von unter 30° Celsius bei minus 13,1°C Außentemperatur gefahren werden, kann die Versorgung fast zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen erfolgen. Gleichzeitig ist der CO₂-Ausstoß im Betrieb praktisch null, die Autarkie bis zu 95 Prozent und das bei einer Wirtschaftlichkeit, die im Vergleich zur klassischen fossilen Versorgung unschlagbar ist, da sie mit jedem Jahr besser wird, weil die Brennstoffe als Kostenfaktor entfallen.
Gebäudestandard „Real Zero“ und „2045-Ready“
Der Gebäudestandard „Real Zero“ steht für nahezu vollständige Autarkie: Rund 95 Prozent des Energiebedarfs werden vor Ort erzeugt, der Heiz- und Kühlbetrieb ist CO₂-neutral. Intelligente, akustisch wirksame Deckenheizungen auf 100% der Deckenfläche verlegt, sorgen ganzjährig durch effizientes Kühlen und Wärmen für ein perfektes Raumklima. „Real Zero“ ist in dieser Form ein Paradebeispiel für gesundes, energieeffizientes und damit zukunftsweisendes Bauen.
Nachhaltigkeit auf höchstem Niveau
Das Gebäude verfügt über eine eigene PV-Anlage mit einer Leistung von 270 kWp, einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 350 kWh und einen regelbaren thermischen Speicher mit einer Kapazität von 24 MWh in der Gebäudemasse, der netzdienlich genutzt werden kann, indem Überschuss Strom als Wärme gespeichert wird. Die Photovoltaik versorgt gemeinsam mit dem Stromspeicher auch den Fuhrpark der im Gebäude tätigen Unternehmen mit umgerechnet etwa 500.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr. Neben 50 Fahrradstellplätzen stehen selbstverständlich ausreichend PKW-Ladesäulen zur Verfügung, die ein klares Signal für nachhaltige Mobilität setzen. Zum Energiekonzept gehört außerdem ein netzdienlicher Stromspeicher des Allgäuer Betreibers Cell Mind mit einer Kapazität von sieben MWh. Die während der Regelleistung entstehende Abwärme wird im neuen Gebäude ebenfalls genutzt.
Revolutionäre Wärme- und Kühllösung
Eine herausragende Innovation des Gebäudes ist das Raum-K Gebäudeenergiekonzept, das extrem niedrige Heizsystemtemperaturen von ca. 28°C bei minus 13,1°C Außentemperatur ermöglicht. Im Sommer wird das Gebäude mit Hilfe der Klimadecke angenehm und ohne Zugluft gekühlt, sodass ganzjährig eine wohltuende Temperierung gewährleistet ist. Dies sorgt für erhebliche Energieeinsparungen von über 50%, und sichert dadurch langfristig stabile Energiekosten auf niedrigstem Niveau.
„Mit diesem Projekt setzen wir Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und schaffen eine Arbeitsumgebung, die nicht nur ökologisch, physiologisch und wirtschaftlich den Erfolg sichern hilft“, so Armin Bühler, Mitinhaber der Klima Top GmbH und Vordenker des innovativen Gebäudekonzeptes.
Sven Lutz, Geschäftsführer von Baufirma Kling Projektbau, erklärt: „Wir sind vom Raum-K Gebäudeenergiekonzept rundum überzeugt, weshalb wir auch unser eigenes neues Firmengebäude in Hermaringen damit ausstatten sowie auch erste Kundenprojekte damit planen und realisieren.
„Die Herausforderung des Bauherrn, maximale Autarkie bei niedrigsten Energiekosten mit optimalem Raum- und Arbeitsklima zu verbinden, haben wir gerne angenommen“, sagt Architektin Tanja Diemer, die die Ansprüche der Raum-K GmbH bezüglich Optik, Raumakustik und Raumklima bzw. Feinstaubreduktion in unterschiedlichen Projekten sehr erfolgreich umgesetzt hat.
Jürgen Leppig, Geschäftsführer der Energieberatung Leppig GmbH erklärt: „Ich habe selten so innovative Menschen erlebt, die nur ein Ziel vor Augen haben: „Real Zero.“
Michael Götz, Leiter Bestandsmanagement der Firma Sonepar Deutschland Region Süd GmbH, sagt anlässlich des Spatenstichs: „Als zukünftiger Mieter profitieren wir im neuen Firmengebäude der Raum-K erheblich von der vollständigen CO₂-Vermeidung und den langfristig niedrigen Energiekosten. Das passt hervorragend zu unserer Unternehmensphilosophie und unseren Werten.“
14 Tage Selbstversorgung durch intelligentes Gebäudeenergiekonzept
Dank des großen regelbaren thermischen Speichers kommt das neue Firmengebäude in der Heizperiode 10 Tage ohne externe Energiezufuhr aus. Die vor Ort produzierte Energie reicht in Verbindung mit der im Gebäude gespeicherten Energie aus, um das Gebäude durchgängig angenehm zu temperieren (Quelle: Fraunhofer Projekt „Windheizung 2.0“).
Bauzeit + Flexibilität
Einzugsdatum ist der 1. Dezember 2025. Das Gebäude liefert den Beweis, dass klimafreundliches Bauen nicht nur möglich ist, sondern den bekannten Bauweisen in jeder Hinsicht überlegen ist. Das Raum-K Gebäudeenergiekonzept lässt sich in allen Gebäudearten realisieren, vom Wohnbau über den Gewerbe- bis zum Industriebau, bzw. vom Neubau über die serielle Sanierung bis zum Denkmalschutz.
Das Wachstum der Photovoltaikanlagen in Polen überschritt im Oktober 2024 die 20-Gigawatt-Marke und zum Jahresende die 21-Gigawatt-Marke. Polen entwickelt sich zu einem der wichtigen PV-Märkte Europas.
Polen hat in den letzten Jahren eine bedeutende Energiewende vollzogen, mit einem zunehmenden Fokus auf erneuerbare Energiequellen, insbesondere Photovoltaik (PV). Das Engagement des Landes, die Abhängigkeit von Kohle zu verringern und den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix zu erhöhen, hat zu bemerkenswerten Fortschritten im Bereich der Solarenergie geführt. Im Oktober 2024 erreichte Polen einen wichtigen Meilenstein, indem es mehr als 20.000 Megawatt installierte Photovoltaik-Kapazität überschritt und seine Position als wichtiger Akteur in der europäischen Landschaft der erneuerbaren Energien festigte.
Gründe für den Anstieg der PV in Polen
Der Anstieg der Photovoltaikanlagen in Polen wird von einer Kombination aus Faktoren vorangetrieben, darunter günstige staatliche Politiken, sinkende Technologiekosten und zunehmendes öffentliches und unternehmerisches Bewusstsein für die Umwelt- und Wirtschaftsvorteile der Solarenergie. Solarenergie hat sich als die zugänglichste und kostengünstigste erneuerbare Energiequelle herausgestellt, die sowohl in kleinem als auch in großem Maßstab eingesetzt werden kann.
Exponentielles Wachstum in den letzten Jahren
Zu Beginn der 2010er Jahre war Polens Solarenergie-Kapazität minimal, mit nur wenigen hundert Megawatt installierter PV-Systeme. Nach der Einführung neuer Anreize, einschließlich des „Prosumer“-Programms im Jahr 2014, das finanzielle Unterstützung für private und gewerbliche Solaranlagen bot, begann der Markt zu wachsen. Die Regierung führte außerdem Auktionen für großangelegte Solarprojekte ein, die eine wettbewerbsfähige und transparente Möglichkeit für Investoren boten, in den Markt einzutreten. Bis 2020 hatte das Land mehr als 4.000 MW Solarkapazität installiert, wobei sich diese Zahl bis 2023 verdoppelte.
Im Oktober 2024 wurde die 20-GW-Marke überschritten
Der im Oktober 2024 erreichte Meilenstein von 20.000 MW stellt eine bedeutende Beschleunigung des Ausbaus der Solarenergie in Polen dar. Zweitens hat sich die polnische Regierung verpflichtet, Kohlekraftwerke schrittweise stillzulegen und durch sauberere Energiequellen zu ersetzen. Dieses Engagement wurde durch den Green Deal der Europäischen Union gestärkt, die eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 % bis 2030 anstrebt.
Investitionen in PV aus vielen Sektoren
Polens Erfolg, 20.000 MW installierte Photovoltaikkapazität zu erreichen, ist auch ein Beweis für die wachsende Beteiligung privater Investoren und Unternehmen am PV-Markt. Internationale Energieriesen und lokale Akteure haben beide erheblich in den polnischen Solarmarkt investiert, was zur schnellen Steigerung der Kapazität beigetragen hat. Darüber hinaus integrieren immer mehr polnische Unternehmen Solarlösungen in ihren Betrieb, um Energiekosten zu senken und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Über 21 GW PV im Netz bis Ende 2024
Trotz der erreichten Meilensteine ist Polens Weg hin zu erneuerbaren Energien noch lange nicht abgeschlossen. Zum Jahreswechsel 2024/2025 hatte das Land eine Gesamtleistung von 21.157 Megawatt Photovoltaik installiert und strebt weiteres Wachstum der Solarkapazität an, mit ehrgeizigen Plänen, bis 2030 40.000 MW zu erreichen. Dieses Ziel steht im Einklang mit Polens umfassender Strategie zur Energiewende, die auch eine erhebliche Expansion der Offshore-Windkraft, Biomasse und Energiespeichertechnologien umfasst.
Polens führende PV-Messe – ENEX Expo in Kielce!
In diesem Zusammenhang sollte das aufregendste Event der erneuerbaren Energien, die ENEX Expo in Kielce, nicht unerwähnt bleiben. Sie öffnete heute ihre Türen und brachte die klügsten Köpfe und führenden Unternehmen der Photovoltaik- und Energietechnikbranche zusammen. Seit Jahren ist die ENEX die polnische Plattform für Zusammenarbeit, Innovation und Wachstum in der erneuerbaren Energiebranche. Wenn Sie Teil der Bewegung sein möchten, nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie Targi Kielce am 18. und 19. Februar 2025.
Poland – from the land of coal-fired power to the boom of renewables. In the year 2005 Poland embarked on the path of renewable energy. Now solar power is in the fast lane.
Between 1965 and 2004, renewables accounted for less than one percent of primary energy consumption in Poland. In 2005 they cracked the one percent mark for the first time to reach a share of more than 12 percent in 2023. Electricity also made a breakthrough in 2005 with a 2.5 percent share of net electricity generation, culminating in a 26 percent share in 2023, consisting of photovoltaics (8.7 percent, wind power 14.6 percent), biomass (1.4 percent) and running water (1.2 percent). At the end of September 2024, the installed PV capacity in the country stood at 19.9 GW. In September 2024 alone, 13,040 new PV plants were installed with a total capacity of 363.53 MW. 32 percent of the installed capacity is accounted for by plants below 51-kilowatt peak, 23 percent by plants between 51- and 999-kilowatt peak. Plants above 1.000-kilowatt peak capacity account for 55 percent of the installed power in September.
A self-sufficient country
Every year, around 167 billion kilowatt hours of electricity are produced in Poland from different energy sources. In 2023, the electricity mix was composed as follows: hard coal 43%, lignite (20.8%), photovoltaics (8.7%), onshore wind (14.4%), natural gas (8.2%), oil (1.7%), biomass (1.4%), running water (1.2%), and coal gas (0.3%). Consumption of around 157 billion kilowatt-hours per year is around 7% below the kilowatt-hours produced in the country. Thus, Poland is self-sufficient in terms of electricity.
No competition from nuclear energy – so far
Poland does not have a nuclear power plant connected to the grid, but it does have a unfinished building which has been abandoned. After the Chernobyl disaster and massive resistance, the construction of the first Polish nuclear power plant, „Zarnowiec,“ was stopped by a referendum in 1990. Since then, there have been repeated attempts to introduce nuclear energy in the country. The latest plan envisages a site very close to the old, ruined building with the grid connection cautiously planned for 2040. That is 15 years in which photovoltaics, electricity storage, other renewable energies and the electricity grid will also be expanded, systems that are proven to be economical, safe and manageable over their entire life cycle.
Solar and wind power are increasingly displacing coal power
While the share of renewables is increasing, at the same time the share of coal power is decreasing. In the years 2021 to 2023, the share of hard and lignite in Poland’s net electricity generation has fallen from 76 percent to less than 64 percent. At the same time, the share of photovoltaics has increased from 2.9 to 8.7 percent. For onshore wind turbines, the share of net electricity generation has increased from 9.5 to 14.6 percent over the same period. The number of large PV installations in Poland has more than quintupled within five years, from 942 installed systems in June 2023 to 5410 installed systems in June 2024. The installed capacity of large systems has increased in the same period from 698 megawatts in June 2020 to 6,622 megawatts in June 2024. For prosumer systems, the pure expansion figures are particularly impressive, with almost 500,000 systems installed at the end of 2020 and over 1.4 million at the end of 2023.
Commercial and open space PV is all the rage
The trend towards more high-performance photovoltaic systems is confirmed by many market players. While the number of small systems installed on private buildings depends heavily on government funding programs, in the industrial and commercial sectors the factors of economic efficiency, independence from electricity price fluctuations and securing a lower electricity price in the long term are crucial. A look at the electricity pricing policy explains the motivation for more and more business installations: unlike in Germany, for example, a kilowatt hour of electricity consumed privately in Poland costs according to the platform „Global PetrolPrices“ significantly less (0.22 euros) than a kilowatt hour consumed commercially (0.39 euros). The trend is therefore self-explanatory. It can be assumed that, given the still large percentage of electricity generated by coal on the one hand and the great potential offered by many businesses and manufacturing companies with high energy requirements, the sales teams for PV systems will not run out of work, at least in the commercial sector.
Doppelte Ernte auf 32.000 Quadratmetern bester Ackerkrume im niederländischen Almelo: 22 Reihen vertikal installierte Photovoltaikmodule liefern jedes Jahr mindestens 1,7 Gigawatt Solarstrom. Die gesamte Solarstromproduktion der Agri-PV-Anlage wird regional mit einem Power-Purchase-Agreement vermarktet.
Insgesamt wurden in der Agri-PV-Anlage bei Almeo 2.952 Photovoltaikmodule mit je 660 Watt Peak Leistung verbaut. Die Gesamtleistung der Anlage liegt mit 1,948 Megawatt unter dem, was auf den gut drei Hektar mit einer klassischen Freiflächenanlage zu realisieren gewesen wäre. Dafür bleiben fast 90 Prozent der Fläche für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten. Die Module produzieren Strom sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite (bi-faziale Module) und sind in Ost-West-Richtung installiert. Durch diese Bauart und Ausrichtung liefert die Anlage bereits bei Sonnenaufgang deutlich mehr Strom als eine klassische Freiflächenanlage. Das Gleiche gilt am Abend, wenn die Sonne im Westen untergeht. Die Leistungskurve vertikal installierter Ost-West ausgerichteter Photovoltaik unterscheidet sich von klassisch installierter Photovoltaik mit Südausrichtung durch hohe Produktion morgens und abends und einer geringen Produktion am Mittag. Damit ist vertikale Photovoltaik mit bi-fazialen Modulen die ideale Ergänzung zu klassischen Freiflächenanlagen..
Freiflächenanlagen und Agri-PV kombiniert
Dies ist auch am Standort Almeo der Fall: Die gut 3 Hektar große Agri-PV-Anlage befindet sich inmitten von klassischen Freiflächenanlagen mit Modulen, die nach Süden ausgerichtet sind. Der gesamte Standort hat eine Leistung von 45 Megawatt und wurde von ProfiNRG im Auftrag des Klimaatfonds Nederland geplant und realisiert.
Im Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG 2023 – regelt § 51 die „Verringerung des Zahlungsanspruchs bei negativen Preisen“. Sinkt der Spotmarktpreis unter die Null-Cent-Grenze, weil zu viel Strom im Netz ist, wird keine Einspeisevergütung gezahlt. Das galt 2023, wenn der Spotmarktpreis für mindestens vier Stunden am Stück durchgehend negativ war. 2024 und 2025 sind es drei aufeinanderfolgende Stunden. 2026 zwei und 2027 eine Stunde. Vertikal installierte Ost-West Agri-PV-Anlagen produzieren am frühen Vormittag und am späten Nachmittag viel Strom, in der Mittagszeit wenig Strom. Damit ist der zu erwartende Ausfall nicht gezahlter Einspeisevergütung aufgrund negativer Spotmarktpreise minimal.
Zahlen, Daten, Fakten:
Fläche: ca. 3,2 Hektar
Anlagentyp: vertikale Agri-PV-Anlage in Ost-West-Ausrichtung. 22 parallele Reihen.
Reihenabstand ca. zehn Meter für Doppelnutzung für PV und Feldfrüchteanbau.
2.952 Photovoltaikmodule, bi-fazial, mit je 660 Watt Peak Leistung
Vermarktung: mit Power-Purchase-Agreement (PPA)
Die Agri-PV-Anlage ist kombiniert mit weiteren PV-Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von 45 Megawatt Peak.
Polish company R.Power’s 20 MWp solar auction win in Germany highlights a growing trend of Polish photovoltaic firms expanding their international footprint and gaining influence in the global renewable energy sector.
Polish renewable energy developer R.Power has been awarded a 20 MWp ground-mounted photovoltaic project in the latest auction conducted by Germany’s Federal Network Agency (Bundesnetzagentur). The near Wolfsburg-based solar farm will benefit from a 20-year support agreement under the German Renewable Energy Sources Act (EEG), guaranteeing a fixed remuneration structure.
The first successful bid won’t be the last
The project marks R.Power’s first successful bid in the German market and is scheduled to enter the construction phase in Q3 2025. The company also continues to develop additional PV and energy storage projects across Germany, signaling a broader strategic push into Western Europe. The Wolfsburg auction win builds on R.Power’s recent expansion activity in other European markets. In December 2024, the company secured power sale contracts for 85 MWp of PV capacity in Romania, and in Poland, it won capacity market contracts for 655 MW / 2.3 GWh of energy storage and over 220 MWp of PV in national tenders.
Auction win a sign of a new trend
R.Power is one of Poland’s leading independent power producers in the solar sector and is actively expanding its portfolio across multiple EU countries. Meanwhile, Warsaw-based Nomad Electric has signed its first Engineering, Procurement, and Construction (EPC) contract for a separate 20 MW PV power plant in Germany. The company entered the German market in 2024 and is offering a full suite of services, including EPC, operations and maintenance (O&M), and its proprietary SCADA system, Nomad NX, which provides advanced monitoring and management capabilities for power plants.
Polish clean energy firms rise as key players
Both companies‘ activities reflect a broader trend of Polish renewable energy firms extending their operations into high-growth European markets. In addition to its German win, R.Power recently secured 85 MWp of PV capacity in Romania and over 220 MWp of PV capacity, along with 655 MW / 2.3 GWh of energy storage, in Poland’s recent auctions. The progress of R.Power and Nomad Electric points to Poland’s growing role as a center for expertise and project execution in the renewable energy sector. The growing ambition to do business beyond the domestic market is meeting with great interest in the target markets. The expertise of Polish companies is highly valued and clearly readily utilized. (mg)
Der nord-bayerische Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge ist für sein starkes Engagement für Erneuerbrae Energien mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden.
Der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge setzt sich seit vielen Jahren für den stärkeren Einsatz regenerativer Energien ein, genauso wie für das Energie sparen oder diese besonders effizient zu nutzen. Für sein Engagement wurde der Landkreis nun mit dem „European Energy Award“ ausgezeichnet. Landrat Peter Berek nahm die europaweite Ehrung entgegen, die dieses Jahr insgesamt neun Kommunen und Landkreise in Bayern erhielten.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte bei der Verleihung in Scheidegg, dass Klimaschutz vor Ort beginne und Bayern die Kommunen dabei unterstütze. Der Landkreis Wunsiedel überzeugt mit Initiativen wie dem „Wunsiedler Weg“, der als Vorbild für regionale Energiewende dient, sowie dem gemeinsamen Ökoflächenmanagement, bei dem Städte und Gemeinden ihre Flächen nachhaltig nutzen. „Der Award ist eine Wertschätzung unserer Arbeit und zugleich Ansporn für die Zukunft“, so Landrat Berek.
Auf dem Foto überreicht Umweltminister Thorsten Glauber die Auszeichnung an Landrat Peter Berek. Der Landkreis ist eine von neun bayerischen Kommunen, die den European Energy Award erhielten.
Quelle: Landkreis Wunsiedel Textbearbeitung M. Gorgus mit Unterstützung von ChatGPT
Polen wandelte sich vom Kohlestromland zur schnell wachsenden Erneuerbaren-Energie-Nation. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg von unter 1 % (2004) auf über 12 % im Jahr 2023, beim Strom von 2,5 % in 2005 auf über 27 % im Jahr 2023.
Lange Zeit galt Polen als Land des Kohlestroms. Von 1965 bis 2004 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch bei unter einem Prozent. Erst 2005 überschritt dieser Anteil erstmals die Ein-Prozent-Marke (1,14 %). Bis 2023 stieg er auf über 12 Prozent (12,15 %). Ähnlich sieht es im Stromsektor aus: Zwischen 1986 und 2004 bewegte sich der Anteil erneuerbarer Energien zwischen 1,1 und 1,9 Prozent, doch ab 2005 begann er mit 2,5 Prozent eine steile Wachstumsphase. Im Jahr 2023 wurde schließlich die Marke von 27 Prozent überschritten – Tendenz weiterhin steigend.
Mehr Sonne – mehr Wind Solar und Wind verdrängen Kohlestrom
In Polen werden jährlich rund 167 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, während der Verbrauch bei 157 Milliarden Kilowattstunden liegt. Der Anteil erneuerbarer Energien wächst kontinuierlich, während der Kohlestromanteil abnimmt: Innerhalb von drei Jahren sank der Anteil von Steinkohle und Braunkohle an der polnischen Nettostromerzeugung von 76,0 Prozent auf 63,8 Prozent. Parallel dazu stieg der Anteil der Windenergie von 9,5 Prozent auf 14,6 Prozent, und der Anteil der Photovoltaik wuchs von 2,9 Prozent auf 8,7 Prozent.
Ende September 2024 betrug die installierte Photovoltaikleistung in Polen knapp 19,9 GW. Allein im September wurden 13.040 neue PV-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 363,53 MW installiert. Dabei entfielen 32 Prozent der installierten Kapazität auf Anlagen unter 51 Kilowatt Peak, 23 Prozent auf Anlagen mit 51 bis 999 Kilowatt Peak, und 55 Prozent auf Großanlagen mit einer Leistung ab 1.000 Kilowatt Peak.
Tendenz: große Anlagen
Der Trend zu größeren Photovoltaikanlagen wird von vielen Marktakteuren bestätigt. Während die Installation kleiner Anlagen auf privaten Gebäuden stark von staatlichen Förderprogrammen abhängt, dominieren im industriellen und gewerblichen Bereich Wirtschaftlichkeitsüberlegungen. Unternehmen setzen zunehmend auf Photovoltaik, um sich von Strompreisschwankungen unabhängig zu machen und langfristig niedrigere Energiekosten zu sichern.
Ein Blick auf die polnische Strompreispolitik erklärt diesen Trend: Während der Preis für privat verbrauchte Kilowattstunden in Polen mit 0,22 Euro relativ niedrig ist, liegt der Preis für gewerblichen Strom bei 0,39 Euro – deutlich höher als in anderen Ländern wie Deutschland. Angesichts des weiterhin hohen Anteils von Kohlestrom und des enormen Potenzials bei gewerblichen und produzierenden Unternehmen mit hohem Energiebedarf dürfte der Vertrieb von Photovoltaikanlagen im kommerziellen Bereich auch in Zukunft stark wachsen.
Polen und Kernkraft – ein schwieriges Verhältnis
Im Norden Polens, wenige Kilometer von der Ostseeküste entfernt, steht die Bauruine des ersten polnischen Kernkraftwerks Zarnowiec. Die Planungen begannen bereits 1972, und 1980 starteten die Bauarbeiten. Doch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 formierte sich starker Widerstand in der Bevölkerung, der 1989 zur Unterbrechung des Baus und ein Jahr später zu einem Volksentscheid führte, der die endgültige Einstellung des Projekts besiegelte.
Seitdem gab es immer wieder Versuche, die Kernenergie in Polen zu etablieren. Der neueste geplante Standort für ein Kernkraftwerk liegt in der Nähe von Choczewo, nur 20 Autominuten von der Zarnowiec-Ruine entfernt. Skeptiker bezeichnen das Vorhaben bereits als „zweites Zarnowiec“. Die Regierung unter Donald Tusk hat den Netzanschluss vorsichtig für das Jahr 2040 geplant – acht Jahre später als von der Vorgängerregierung vorgesehen.
Im Mai dieses Jahres (2024) war jedoch noch kein Finanzierungsplan vorhanden – ein deutlicher Kontrast zur Photovoltaik.
Gewerbe-PV besonders rentabel
Ganz anders bei der Photovoltaik. Hier stehen Preise und Rendite fest und der Gestehungspreis liegt seit Jahren deutlich unter den Preisen des Netzstroms – weltweit. In Polen ist Photovoltaik für Gewerbetreibende Pflicht, bei Strompreis nahe der 40 Euro-Cent-Marke.
Der größte Stromspeicher im Einfamilienhaus hat in der Regel vier Räder und steht in der Garage, das Elektroauto. Trotz großer Kapazität bleiben diese Speicher für die Gebäudeversorgung in der Regel ungenutzt. Die Schweizer Soleis AG aus Solothurn will das ändern und bietet seit Beginn dieses Jahres mit dem MINITOWER4car eine intelligente „Vehicle-To-Home-Lösung“ an, mit der Strom aus Elektroautos netzkonform in das Hausnetz eingespeist werden kann.
Voraussetzung ist entweder eine 230 V Steckdose am Fahrzeug, die an manchen Modellen verbaut sind, um z. B. unterwegs 230V Elektrogeräte anschließen zu können. Oder ein Elektro-Fahrzeug, das Strom über die Ladesteckdose nicht nur aufnehmen, sondern auch abgeben kann (bidirektionales Laden). Ist eine dieser Bedingungen erfüllt, können die Akkus von E-Auto-Akkus mit dem MINITOWER4car für die Versorgung eines Hausnetzes genutzt werden. Mit Kapazitäten von 20 Kilowattstunden bei einem Kleinwagen und bis zu 80 Kilowattstunden bei einem Elektroauto mit großer Reichweite stehen Kapazitäten zur Verfügung, die stationäre Hausspeicher weit übertreffen.
Warum MINITOWER4car?
Will man Strom aus dem Elektroauto auch zu Hause nutzen, müssten die jeweiligen Verbraucher ohne einen MINITOWER4car direkt mit dem Auto verbunden werden. Selbst wenn das Elektroauto eine Steckdose hat, ist das umständlich und riskant: bedeutet es doch lange Kabel vom Stellplatz bis ins Haus und – bei mehreren angeschlossenen Verbrauchern -Mehrfachsteckdosen mit den damit verbundenen Risiken (heiße Kabel, Brandgefahr). Wird dagegen ein MINITOWER4car zwischen Fahrzeug und Hausnetz geschaltet, wandelt dieser den Fahrzeugstrom regelkonform in hausnetztauglichen Strom um. Es gibt nur eine einzige sichere und intelligente Verbindung zwischen E-Auto und Hausnetz, nämlich über den MINITOWER4car. Dieser übernimmt regelkonform das Strom- und Spannungs-Management der Einspeiseleistung.
Grundlastversorgung mit 480, 600 und 800 Watt
Der MINITOWER4car kommt in drei Leistungsstufen, einmal von 50 bis 480 Watt, von 50 bis 600 Watt und von 50 bis 800 Watt. Die Leistung kann bei jedem Modell in Ein-Watt-Schritten auf den Bedarf des jeweiligen Hausnetzes eingestellt werden. Die Einstellung der Einspeiseleistung erfolgt über eine App. Dafür ist eine WLAN-Verbindung erforderlich. Ziel ist es, die Grundlast in einem Gebäude aus den großen Akkus der Elektroautos zu bedienen, für die das keine Belastung darstellt. Für den Hausstrom ist es dagegen eine deutliche Entlastung. Ist eine Photovoltaikanlage vorhanden, kann diese tagsüber die Fahrzeugakkus laden. Nachts liefert das E-Auto über den MINITOWER4car die Grundlast im Hausnetz.
Keine Arbeiten am Hausnetz nötig
Für den MINITOWER4car sind keine Arbeiten am Hausnetz nötig. Der Schuko-Stecker vom Minitower wird entweder mit einem Fahrzeug-Adapter mit Schuko-Steckdose oder mit der Schuko-Steckdose vom Elektroauto verbunden. Wird eine Verbindung des MINITOWER4car gelöst – entweder die zum Elektrofahrzeug, oder die zum Hausnetz – werden alle Leitungen Stromlos geschaltet. Die Preise für den MINITOWER4car starten bei 1799 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Bestellungen für den MINITOWER4car werden ab sofort entgegengenommen. Die Auslieferung erfolgt ab Januar 2025.