Dr. Franziska Brantner zu Besuch bei VoltStorage 

Dr. Franziska Brantner zu Besuch bei VoltStorage 

Head of Research & Development, Dr. John Alper, erläutert Frau Dr. Brantner die Iron-Salt-Batterie ©VoltStorage

Im Rahmen ihrer Informationstour zu besonders innovativen Greentech-Unternehmen besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Franziska Brantner die Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen von VoltStorage in München.  

Die Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Franziska Brantner ist beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Sonderbeauftragte der Bundesregierung für die Umsetzung der internationalen Initiative für mehr Transparenz im Rohstoffe gewinnenden Sektor. Beim Speicherhersteller VoltStorage mit Sitz in München hat Frau Brantner Einblicke in die Arbeit eines Unternehmens erhalten, das umweltfreundliche Speicherlösungen für erneuerbare Energien entwickelt und produziert. 

Weitere Themen waren die Herausforderungen, denen sich Greentech-Startups wie VoltStorage in Deutschland stellen müssen. Dazu gehören Standortförderungen und Finanzierungsfragen, die Akzeptanz von Innovation und Transformation im Energiesektor allgemein sowie politische Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines Marktes, der im Grunde erst noch im Entstehen ist. 

Eisen-Salz-Batterien – ein Gamechanger für die Energiewende

Die von VoltStorage entwickelte Iron Salt Battery ist ein Energiespeicher der auf dem Redox-Flow-Prinzip basiert. In ihrem Einsatz als Langzeitspeicher – auch Long Duration Energy Storage, kurz LDES genannt – richtet sich die Lösung vor allem an Energieversorger, Netzbetreiber und große Industrieunternehmen, um Wind- und Sonnenenergie grundlastfähig zu machen. Da die Batterien mit den Materialien Eisen und Salz arbeiten, ist diese Speichertechnik zum einen unbedenklich für die Umwelt und zum anderen kommen regional verfügbare Rohstoffe zum Einsatz.

Besser als ein Gaskraftwerk

Bisherigen Flexibilitätslösungen wie beispielsweise Gaskraftwerke ist die Redox-Flow-Batterie in den Punkten Umweltverträglichkeit, Lieferkettensicherheit und Wirtschaftlichkeit überlegen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Charakteristiken gilt die Technologie als potenzieller Gamechanger für die Energiewende. 

Dr. Franziska Brantner zeigt sich von der Arbeit von VoltStorage beeindruckt: „Ein junges, aber sehr erfahrenes und hoch motiviertes Team verfolgt das Ziel, grüne Speicher für grüne Energie zu entwickeln – ganz ohne kritische Materialien. Das birgt enormes Potenzial, vor allem, wenn es um langfristige Rohstoffverfügbarkeit und Versorgungssicherheit geht. Dass die ca. 70 Mitarbeitenden dabei aus fast 20 Ländern stammen und teilweise extra nach Deutschland gekommen sind, ist ein Beleg für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität unserer Startup-Szene, vor allem im Greentech-Bereich. Wir setzen uns dafür ein, diese Innovationskraft zu erhalten und zu stärken.“  

Gerade junge Unternehmen brauchen in Deutschland verlässlichen politischen Rahmen

Jakob Bitner, Co-Founder und CEO von VoltStorage: “Unsere Erfahrung ist, dass internationale Energieanbieter und Unternehmen aufgeschlossener und progressiver an neue Technologien und Innovationen herangehen als vergleichbare Unternehmen in Deutschland. Wenn die Energiewende als globale Aufgabe gelingen soll, müssen aber alle an einem Strang ziehen. Die Innovationskraft junger Unternehmen ist ein hohes Gut, die es zu erhalten gilt. Nicht nur wir, sondern auch unsere möglichen Partner und Kunden begrüßen es daher, wenn die Politik einen verlässlichen Rahmen schafft, der Regeln für ein Marktdesign mit Investitions- und Wachstumsimpulsen gibt.“ 

Umweltfreundlich Strom speichern im industriellen Maßstab

VoltStorage wurde 2016 gegründet und hat fast zehn Jahre Erfahrung im Bereich der umweltfreundlichen Redox-Flow-Speichertechnologie. Anfang 2024 hat das Unternehmen einen neuen Standort mit besseren Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bezogen. Damit ist die Grundlage für intensivere Entwicklungsarbeit an der Iran-Salt-Batterie zu intensivieren. Bis Ende 2025 sollen mit Partnern Pilotanlagen definiert werden, bei denen konkrete Dekarbonisierungsmaßnahmen in der Energieversorgung größerer Industrieanlagen im Mittleren Osten realisiert werden. Entsprechende Kooperationen wurden bereits Anfang dieses Jahres vereinbart. 

Text: Manfred Gorgus

Quelle: Voltstorage

Spatenstich für Deutschlands bisher größten Batteriespeicher in Bollingstedt

Spatenstich für Deutschlands bisher größten Batteriespeicher in Bollingstedt

Der Spatenstich soll die Speicherwende in Deutschland sein. Mit 103 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Kapazität entsteht in der Gemeinde Bollingstedt, rund 30 km südlich von Flensburg, das derzeit größte Batteriespeicherkraftwerk für Erneuerbare Energien in Deutschland. Hier soll in Zukunft erneuerbarer Strom zwischengespeichert werden, um die öffentliche Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen sicher und günstig zu machen.

In Bollingstedt, Ortsteil Gammelund, wird derzeit das größte Batteriespeicherwerk Deutschlands zur Speicherung von Erneuerbaren Energien von dem deutsch-norwegischen Unternehmen ECO STOR GmbH errichtet. Die Standortauswahl erfolgte in Zusammenarbeit mit EPW GmbH als Partner für die regionale Projektentwicklung. Das Projekt ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe von netzdienlichen Batteriespeichern, die das Unernehmen in den kommenden Jahren in Deutschland realisieren wird.

Am 19. April 2024 erfolgte der Spatenstich des ersten Projektes am Standort Bollingstedt, mit Teilnahme von regionaler Politik, Presse, Verbänden und der Projektteilhaber. Auf einem ca. 1,2 Hektar großen Gelände werden im Gewerbegebiet Gammelund 2 Speicher-Blöcke vom Typ „ECO STOR ES-50C“ mit jeweils ca. 51,7 Megawatt Leistung und 119 Megawattstunden Speicherkapazität entstehen. Jeder Block besteht jeweils aus

  • einem 110kV Umspannwerk,
  • 16 Containerstationen für die Wechselrichter und Transformatoren und
  • 32 Containerstationen mit modernsten Lithium-Ionen-Batterien.

Das gesamte Speicherwerk wird damit über insgesamt 103 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Speicherkapazität verfügen. Der Speicher soll zweimal täglich Produktionsüberschüsse an Wind- und PV-Strom über das Hochspannungsnetz der Schleswig-Holstein Netz AG aufladen und diesen erneuerbaren Strom in den morgendlichen und abendlichen Spitzen der Stromnachfrage in das öffentliche Stromnetz zurückspeisen. Damit können rechnerisch rund 170.000 Mehrpersonen-Haushalte für jeweils zwei Stunden morgens und abends mit erneuerbarem Strom versorgt werden.

Die ECO STOR GmbH ist ein deutsch-norwegisches Unternehmen, das Speicherkapazitäten im Energiesystem auf und ausbaut, um eine zunehmend nachhaltige und unabhängige Energieversorgung in Deutschland zu etablieren. Dabei deckt das Unternehmen die volle Wertschöpfungskette von der Projektentwicklung, über die Errichtung, Finanzierung und bis zum Betrieb von Batteriespeicherwerken ab.

Manfred Gorgus

Foto: Spatenstich in Bollingsedt © ECO STOR GmbH

Deutschlands Strom 12 Monate nach Atomkraft-Aus

Deutschlands Strom 12 Monate nach Atomkraft-Aus

Bildquelle: Fraunhofer ISE/ Bearbeitung: SOLAR-professionell

Mit dem Bundestagsbeschuss von 2011 wurde das Ende der Atomkraft in Deutschland mit einer breiten, parteiübergreifenden Mehrheit beschlossen. Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der Fukushima-Katastrophe beschlossen, die auf der internationalen Richterskala in die Stufe 7, „Katastrophaler Unfall“ eingestuft wurde.

Zwölf Jahre später werden die letzten drei deutschen Atomkraftwerke am 15.05 2023 abgeschaltet. Gleichzeitig geht die Suche nach der ultimativ sicheren Endlagerstätte weiter. Heute, am 15. April 2024, ist hat Deutschland genau ein Jahr ohne Atomstrom hinter sich. Das das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat Bilanz gezogen und stellt fest: Atomstrom wurde durch gestiegene Erzeugung aus erneuerbaren Energien ersetzt.

Manfred Gorgus

Ein Jahr ohne Kernkraft

Im letzten Betriebsjahr vom 16.04.2022 bis zum 15.04.2023 haben die deutschen Kernkraftwerke 29,5 TWh Strom erzeugt und lieferten 6,3 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung. Auch nach ihrer Abschaltung sorgt die Atomkraft weiter für Diskussionen. So wurde angesichts gestiegener Stromimporte im Sommer 2023 behauptet, Deutschland sei zum Stromimporteur geworden, oder der Atomstrom sei durch Kohle ersetzt worden.

»Tatsächlich wurde die Stromerzeugung aus Kernkraft energetisch durch erneuerbare Energien ersetzt. Im ersten Jahr ohne Kernenergie wurden ungefähr 270 TWh erneuerbarer Strom erzeugt, 33 TWh mehr als im Vorjahreszeitraum. Unser Strommix ist so sauber wie nie zuvor«, erklärt Prof. Bruno Burger, der die Datenplattform energy-charts.info des Fraunhofer ISE verantwortet. Die Erneuerbaren Energien hatten zwischen April 2023 und April 2024 einen Anteil von 58,8 Prozent an der elektrischen Last. Das ist die Summe aus dem öffentlichen Stromverbrauch und den Netzverlusten.

Rückgang fossiler Energien und Last

Parallel zur gestiegenen Erzeugung aus erneuerbaren ist die Stromerzeugung aus fossilen Energien zurückgegangen. Im ersten Jahr ohne Kernenergie wurden ungefähr 154,4 TWh Strom aus Kohle, Erdgas, Öl und Müll erzeugt. Das liegt deutlich unter den Werten der Vorjahre und 26 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung sank auf 33,7 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem die hohen Preise für Erdgas und Steinkohle und die hohen CO2-Zertifikatskosten. Die Last ist ebenfalls um 2,1 Prozent auf 459 TWh zurückgegangen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Stromeinsparung im Industrie- und Privatbereich, ein Rückgang der Produktion und höhere Eigennutzung von Photovoltaikstrom.

Importstrom im Sommer günstiger

Die Importe sind im ersten Jahr ohne Kernkraftwerke gestiegen, obwohl Deutschland genügend Kraftwerkskapazität hatte, um sich jederzeit selbst zu versorgen. Einer Last von etwa 75 GW stehen in Deutschland etwa 90 GW an nicht-fluktuierenden Erzeugungskapazitäten gegenüber. Dazu kommen noch die erneuerbaren Erzeuger Solar (ca. 85 GW) und Wind (ca. 70 GW) und die Pumpspeicher (ca. 9,5 GW). »Dass wir 23 Terawattstunden Strom importiert haben, gegenüber 21,3 Terawattstunden Export im Vorjahr, liegt also nicht an mangelnden Erzeugungskapazitäten in Deutschland. Grund sind die deutlich gefallenen Börsenstrompreise. Im Sommer haben die erneuerbaren Kraftwerke in den Alpen und in Dänemark, Norwegen und Schweden günstigen Strom erzeugt, so dass die deutschen Kohlekraftwerke nicht konkurrenzfähig waren. So kam auch über den Import viel Strom mit niedrigen Treibhausgasemissionen nach Deutschland«, erklärt Prof. Burger. Hinzu kam im Sommer, dass viele Kernkraftwerke in Frankreich nach den Ausfällen im Jahr 2022 wieder am Netz waren und überschüssigen Strom exportiert haben.

Börsenstrompreise weiter rückläufig

Die Strompreise an der Börse (Day-Ahead) sind auf das Niveau von April 2021 zurückgegangen, liegen also niedriger als vor dem Ukrainekrieg. Der durchschnittliche monatliche Day-Ahead Börsenstrompreis liegt im April 2024 bei 48,39 Euro/MWh oder 4,8 Cent/kWh. Die Strompreise der Haushalte haben sich auch erholt und liegen für Neukunden auf dem Niveau vom 04. Juni 2021. 

Die Auswertung des Zeitraums Mitte April 2023 bis Mitte April 2024 zeigt also, dass der Wegfall der Kernkraft in Deutschland gut kompensiert werden konnte. Entgegen den Behauptungen lag der Anstieg beim Import nicht an mangelnden Erzeugungskapazitäten in Deutschland, sondern an den günstigen Erzeugungspreisen der erneuerbaren Kraftwerke in den Alpen und in Skandinavien. 

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Keine Förderungen für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur

Keine Förderungen für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur

Wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) heute mitteilt, stehen aktuell keine Fördermittel für klimaschonende Nutzfahrzeuge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Wörtlich schreibt das BALM: „Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds vom 15.11.2023 und die dadurch erforderliche Konsolidierung des Haushaltes führen dazu, dass nicht alle wichtigen Projekte und Vorhaben des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) im geplanten Umfang weitergeführt werden können. Dazu gehört auch die Förderung von klimaschonenden Nutzfahrzeugen und dazugehöriger Infrastruktur durch die Förderrichtlinie KsNI. Die bewilligten Vorhaben der Richtlinie werden auf Grundlage des Haushaltes 2024 ausfinanziert. Mittel für einen neuen Förderaufruf stehen nicht zur Verfügung.“

Bewilligte Anträge können mit der Auszahlung von Fördermitteln rechnen. Neue Anträge können nicht gestellt werden. Es stehen keine Mittel zur Verfügung, weder für den Neukauf von batterieelektrischen LKW und Bussen noch für die Planung und Realisierung von Ladeinfrastruktur.

Manfred Gorgus

Photovoltaik und Denkmalschutz – Leitfaden

Photovoltaik und Denkmalschutz – Leitfaden

Villa Andrea in 95659 Arzberg. Erbaut 1912. Energieeffizienz F. ©Manfred.Gorgus/ SOLAR-professionell

Jahrzehnte waren Denkmalschutz und Photovoltaik ein Widerspruch. Noch vor wenigen Jahren wollten Münchner Denkmalschützer Photovoltaikanlagen sogar in der Nachbarschaft von denkmalgeschützten Gebäuden verbieten. Dabei könnte guter Denkmalschutz die Verbindung von schönem Alten und intelligent gestaltetem Neuem sein. Das wäre Fortschritt. Eine Annäherung scheint sich am Horizont abzuzeichnen.

Das altes Baudenkmal und neue Energietechnik durchaus harmonieren zeigt der Aachener Solarenergie-Förderverein in seiner Galerie mit einer Auswahl an Architekturaufnahmen von Best-Practice-Beispielen.

Schritt-für-Schritt

In einem Leitfaden fasst der Verein das empfohlene und wohl in gelungenen Beispielen bewährte Vorgehen zusammen. Von der Idee, über das Erstgespräch, bis zur Zu- oder Absage wird ein praktikapler Fahrplan vorgestellt.

Kommt es zu einer Absage, bleibt immer noch der Klageweg. Dabei sollten die Chancen heute besser stehen als in der Vergangenheit. Denkmalschutz sollte nicht verhindern, dass Menschen, die in diesen Gebäuden leben auf energetische Optimierung verzichten müssen. Das würde langfristig die Wirtschaftlichkeit dieser Immobilien verhindern, weil Kosten für Strom und Heizung eben nicht durch erneuerbare Energie-Systeme im Zaum gehalten werden können. In Zukunft werden sich Photovoltaik und Solarthermie immer mehr zum aktuellen Gebäudestandard entwickeln. Wenn unter Denkmalschutz gestellte Wohngebäude davon nicht profitieren dürfen, werden Mieteinnahmen sinken, Rücklagen und Rendite minimiert und die Wirtschaftlichkeit geht verloren.

Jedes Bundesland kocht beim Denkmalschutz ein eigenes Süppchen

Wie in der Bildung, so im Denkmalschutz: Jedes Bundesland hat eigene Regeln aufgestellt. Auch hier bietet der Solarenergie Förderverein eine mehr oder weniger hilfreiche Übersicht. Mehr oder weniger deshalb, weil die Formulierungen allesamt sehr offen gehalten sind und im Einzelfall viel Spielraum für Interpretation durch den Denkmalschutz lassen.

Fazit – und persönliche Einschätzung

Alte Gebäude haben nicht nur eine Geschichte, sie bieten oft auch energetisch eine bessere Ausgangssituation als neuere Gebäude z. B. aus der Nachkriegszeit. Von daher ist ein altes Gebäude energetischer Sicht keine schlechte Wahl. 

Ob die infrage kommende Immobilie beim Denkmalschutz gelistet ist, lässt sich vor dem Kauf durch eine schnelle, unverbindliche Anfrage beim zuständigen Bauamt unkompliziert abklären.

Für mich persönlich ist ein schönes altes Gebäude ohne Denkmalschutz immer die bessere Wahl als eines mit Denkmalschutz, auch wenn die Chemie zwischen Denkmalschutz und Eigentümern stimmt. Mit dem Denkmalschutz haben Eigentümer immer eine zweite Stimme bei Entscheidungen an Bord. Das letzte Wort hat immer die Behörde. Wie gut das funktioniert, hängt im Einzelfall weniger von Paragrafen als von der Chemie zwischen Denkmalschutz und Eigentümern am einzelnen Standard ab. Wenn es eine Denkmalschutzimmobilie sein muss, empfiehlt sich immer vor dem Kauf ein persönlicher Kontakt zum zuständigen Denkmalschutzamt und eventuell sogar ein Vor-Ort-Termin, bei dem die eigenen Vorstellungen und die des Amtes abgetastet werden können.

Link & Service:

Manfred Gorgus

Erste Professorin für Wärmepumpen

Erste Professorin für Wärmepumpen

Erste Professorin für Wärmepumpen an der Hochschule Karlsruhe: Prof. Dr.-Ing. Constanze Bongs ©HS Karlsruhe/ Verena Lippok

Deutschland steht vor einem Paradigmenwechsel im Gebäudesektor. Ein zentraler Schritt ist die Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu mehr erneuerbarer Energie. Umgesetzt werden soll dieses Ziel mit Wärmepumpen und Fernwärmenetzen.

Das kürzlich in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt die Vorschriften für den Einsatz erneuerbarer Energien bei Heizungsanlagen in Neubauten und Bestandsgebäuden fest. Um diesen Wandel in der Heizungstechnik zu unterstützen, wurde an der Hochschule Karlsruhe eine Stiftungsprofessur für Wärmepumpen eingerichtet, die von Unternehmen finanziert wird.

Professor Dr.-Ing. Constanze Bongs hat die Position der ersten Wärmepumpenprofessorin Deutschlands übernommen. Ihre langjährige Erfahrung und Forschungsschwerpunkte, insbesondere im Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden, machen sie zur idealen Kandidatin, um Lösungen für die Herausforderungen der Wärmewende zu entwickeln, sagt die Hochschule Karlsruhe.

Über Dr. Constanze Bongs:

  • Constanze Bongs studierte von 2000 bis 2007 Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin und der LUISS Guido Carli in Rom. Studienschwerpunkte waren die Themen Energie- und Rohstoffwirtschaft sowie Energietechnik.
  • Im Rahmen ihrer Promotion am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg entwickelte und charakterisierte sie „sorptiv“ beschichtete Wärmeübertrager, die mithilfe regenerativer Energie wie Solarwärme Luft entfeuchten können. Erklärung: Sorption ist eine Sammelbezeichnung für Vorgänge, die zu einer Anreicherung eines Stoffes innerhalb einer Phase oder auf einer Grenzfläche zwischen zwei Phasen führen (Absorption / Adsorption).
  • Gefördert durch ein Vollstipendium der Reiner Lemoine Stiftung schloss sie ihre Promotion 2013 an der TU Berlin ab.
  • Nach ihrer Promotion arbeitete sie weiter am Fraunhofer ISE, zuerst als Projektleiterin und von 2015 bis 2023 als Gruppenleiterin für die Gebäudesystemtechnik. Dort baute sie ihren Forschungsschwerpunkt zum Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden aus, insbesondere im Mehrfamilienhausbestand.
  • Bevor sie an die Hochschule Karlsruhe berufen wurde, war sie von April 2023 bis Februar 2024 Professorin für Heiztechnik an der Berliner Hochschule für Technik.
  • Ihre Forschung im Bereich Wärmepumpentechnologie begann im EU-Projekt Heat4U. Sie definierte Rahmenbedingungen für Gas-Absorptionswärmepumpen, führte Feldtests und Systemsimulationen durch.
  • Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung und Demonstration von Wärmepumpensystemtechnik in Bestandsgebäuden, speziell im Rahmen der Projektfamilie LowEx im Bestand.
  • Sie legt besonderen Wert auf die Entwicklung von Lösungsansätzen für den Einsatz von Wärmepumpen in größeren Bestandsgebäuden und die Umsetzung komplexer Systemlösungen im urbanen Raum.

Wer finanziert:

Die Stiftungsprofessur Wärmepumpen wird zu jeweils gleichen Teilen von den Unternehmen ait-group, Bosch Thermotechnik, Danfoss Climate Solutions, Stiebel Eltron Gruppe und der Vaillant Group finanziert. Zusätzliche Mittel sind über die Valerius-Füner-Stiftung von der Bruno Kümmerle Stiftung gespendet worden.

Manfred Gorgus

Quelle: HS Karlsruhe

34 % mehr Strom aus Wasserkraft!

34 % mehr Strom aus Wasserkraft!

Laufwasserkraftwerk Straubing, Maschinenhaus mit Wehranlage und Schleuse Straubing ©HaSe

Ein milder Winter und viel Regen haben im Januar 2024 die Stromproduktion von Wasserkraftwerken in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent ansteigen lassen.

„Erstmals seit 2018 erreichte die Stromerzeugung aus Wasserkraft im Januar rund 2 Milliarden Kilowattstunden (kWh), wobei fast 93 Prozent aus Laufwasserkraftwerken stammen. Dies bedeutet eine Steigerung um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Januar deckte Wasserkraft somit vier Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs ab. Diese Zunahme der Stromerzeugung aus Wasserkraft begann bereits im November 2023 und wird voraussichtlich in den kommenden Monaten anhalten.

Mehr Regen. Mehr Strom!

Der Hauptgrund für diesen Anstieg sind die seit Oktober konstant überdurchschnittlichen Niederschläge, die die Pegelstände vieler Gewässer, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg, ansteigen ließen und somit die Stromerzeugung begünstigten.

Kleiner Anteil. Große Wirkung.

Die Wasserkraft ist zwar ein kleiner, aber bedeutender Teil der deutschen Stromversorgung. Je nach Größe der Anlagen decken Wasserkraftwerke regional einen Teil der Grundlast ab. Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie ist die Stromproduktion aus Wasserkraft unabhängig von kurzfristigen Wetterverhältnissen und stellt eine zuverlässige Energiequelle dar, selbst wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Auf diese Weise trägt sie in den Regionen zu einer zuverlässigen und steuerbaren Stromversorgung bei.

Besonders in Bayern (bis zu 16 Prozent) und Baden-Württemberg (etwa 8 Prozent) haben Laufwasserkraftwerke einen höheren Anteil am Strommix als der Bundesdurchschnitt.

6.966 Laufwasserkraftwerke mit 3959 MW Leistung.

Eine Auswertung des Marktstammdatenregisters des BDEW zeigt, dass Ende Januar 6.966 Laufwasserkraftanlagen mit einer Nettonennleistung von insgesamt 3.959 Megawatt (MW) in Betrieb waren. Die Bandbreite reichte von Kleinstanlagen mit weniger als 1 Kilowatt (kW) Leistung bis zu großen Flusskraftwerken mit 120 MW Leistung.“

Mehr Informationen zu Wasserkraft bei:

Manfred Gorgus

Quelle: PM BDEW

Grüner Wasserstoff zum Heizen umstritten: offener Brief warnt Gemeinden vor großflächigem Einsatz

Grüner Wasserstoff zum Heizen umstritten: offener Brief warnt Gemeinden vor großflächigem Einsatz

Foto: Greenpeace & 200 weitere. Bearbeitung: SOLAR-professionell

In den vergangenen Tagen erhielten rund 7.000 deutsche Bürgermeister und Bürgermeisterinnen einen offenen Brief, der von 217 Organisationen unterzeichnet wurde. In diesem Schreiben wurde eindringlich davor gewarnt, Wasserstoff großflächig in der kommunalen Wärmeplanung einzusetzen.

„Heizen mit Wasserstoff is wie Duschen mit Champagner“

Während die Gaslobby bei den Kommunen aktiv den Umbau der Gasnetze auf Wasserstoff bewirbt, mahnen Umweltverbände, dass Grüner Wasserstoff auf lange Sicht ein sehr seltenes und teures Gut bleiben wird. Die Bedenken liegen insbesondere darin, dass eine unbedachte Nutzung von Grüner Wasserstoff zu erheblichen finanziellen Belastungen für Verbraucher führen könnte, wenn dieser einfach verheizt wird.

Kontroverse um Wasserstoff

In Vorbereitung auf die klimaneutrale Zukunft müssen alle Kommunen bis Mitte 2028 einen Plan vorlegen, wie sie ihre Gemeinden mit Wärme versorgen wollen. Trotz des wissenschaftlichen Konsenses, dass Wasserstoff für die Gebäudewärme ungeeignet ist, wirbt die Gaslobby vehement für seinen flächendeckenden Einsatz in der Wärmeversorgung. Über Plattformen wie „H2 vor Ort“ und „H2 kommunal“ versucht die Gasindustrie, Stadtwerke und Kommunen für ihre Zwecke zu gewinnen.

Gaslobby rettet fossiles Geschäftsmodell

„Hinter dieser Strategie der Gaslobby steckt die Absicht, ihre Einnahmen aus dem Verkauf von Erdgas zu sichern, während sie gleichzeitig versuchen, ihr fossiles Geschäftsmodell durch Wasserstoff zu retten“, erklärt Henning Peters, Referent für Energie und Klima am Umweltinstitut. „Dadurch wird der Klimaschutz beeinträchtigt, da fossile Anlagen weiter betrieben werden und die Klimakrise weiter anheizen, während Kommunen auf einen Wasserstoff setzen, der in dieser Menge noch nicht verfügbar ist.“

Der offene Brief warnt konkret davor, Wasserstoff-Heizgebiete in der kommunalen Wärmeplanung auszuweisen. Selbst in Wärmenetzen sollte Wasserstoff höchstens zur Abdeckung der Spitzenlast vorgesehen sein.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen angeblich, dass Wasserstoff für die Gebäudewärme irrelevant ist. Über 50 unabhängige Studien zeigen, dass Wasserstoffheizungen vier- bis sechsmal mehr Energie verbrauchen als herkömmliche Wärmepumpen. Seine Herstellung ist äußerst energieintensiv und daher auf absehbare Zeit teuer, argumentieren die unterzeichneneden Organisationen.

Grüner Wasserstoff zu teuer zum Heizen

Mira Jäger, Energie-Expertin von Greenpeace, stellt klar: „Wasserstoff ist zu kostenintensiv und aufwändig zu produzieren, um ihn buchstäblich zu verheizen. Selbst langfristig wären Wasserstoffheizungen insgesamt etwa doppelt so teuer wie Wärmepumpen oder Wärmenetze. Wasserstoff sollte nur für spezielle Anwendungen eingesetzt werden, für die es keine Alternativen gibt. Wenn Kommunen heute Wasserstoff-Heizgebiete ausweisen, riskieren sie hohe Folgekosten für ihre Bürger:innen und handeln nicht im Sinne des Klimaschutzes.“

Link zum ganzen Brief.

Manfred Gorgus

Deutschlands zäher Marsch zur Elektromobilität

Deutschlands zäher Marsch zur Elektromobilität

Das Bundesumweltamt veröffentlicht immer am 01. Januar jeden Jahres die Anzahl der in Deutschland angemeldeten Fahrzeuge, sortiert nach Antriebsart. Die Zahlen für rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge (BEV) steigen zwar kontinuierlich, von einer Mobilitätswende zu sprechen wäre allerdings verfrüht.

Bewegung im BEV Markt, aber langsam

2013 bis 2019 stiegen die Fahrzeuge mit reinem Batterieantrieb (BEV) nur moderat. Von 0,02 Prozent Anteil im Jahre 2021 auf 0,64 Prozent im Jahre 2021. 2022 hatten Batterie-Elektrischen-Fahrzeuge einen Anteil von 1,27 Prozent. 2023 waren es 2,08 Prozent.

Mehr Hybride PKW im Bestand

Bei den Hybriden sieht die Entwicklung ähnlich aus, allerdings ist deren Anteil am Fahrzeugbestand insgesamt höher. Stieg der Anteil der Hybridfahrzeuge von 2013 bis 2019 von 0,15 Prozent auf 0,73 Prozent, wurde bereits 2020 die Ein-Prozent-Marke gerissen. 2023 haben hybride Antriebe einen Anteil von 4,79 Prozent. Dieser ist damit mehr als doppelt so hoch wie der von BEV.

Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Verkehr in Zahlen 2022/2023. Kraftfahrt-Bundesamt, Jahresbilanz des Fahrzeugbestandes zum 1.1. des jeweiligen Jahres.

Fazit

Die E-Mobilitätswende kommt auf leisen Sohlen. Noch ist von einer Revolution der Antriebsarten in Deutschland wenig zu spüren. Vielleicht wäre mehr Pragmatismus ein Ansatz für mehr Elektromobilität. Elektroautos haben viele Vorteile. Sie kommen mit weniger Wartung aus, sind ideal für Kurzstrecken – die der frühe Tod eines jeden Verbrenners sind – und man muss keinen Umgang mit übel riechenden Flüssigkeiten an der Tanke pflegen. 

Leider glänzt die öffentliche Ladeinfrastruktur gerade dort mit Abwesenheit, wo das Auto lebensnotwendig ist, auf dem Land. Bei uns im Ort gibt es keine einzige öffentliche Ladestation und wir leben im Großraum München, eine Gegend, die nicht gerade als strukturschwach´h bezeichnet werden kann.

Manfred Gorgus

Ausschreibungsergebnisse PV auf Gebäuden & Lärmschutzwänden, Windkraft an Land.

Ausschreibungsergebnisse PV auf Gebäuden & Lärmschutzwänden, Windkraft an Land.

Bildbearbeitung: ©Solar-professionell/ Bildquelle: Screenshot Bundesnetzagentur

Heute hat die Bundesnetzagentur die Zuschläge für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden vom Gebotstermin 01. Februar 2024 veröffentlicht.

Windenergieanlagen an Land:

Über das Jahr 2023 wurden Gebote über 6,5 GW Windenergie-Leistung eingereicht. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren: 2018 bis 2022 wurde in keinem Jahr mehr als 3,7 GW geboten. 2018 und 2019 lagen die Gebote jeweils sogar unter 3 GW.

Im Jahr 2023 erhielten 129 Gebote einen Zuschlag mit Preisen zwischen 7,25 ct/kWh und dem zulässigen Höchstwert von 7,35 ct/kWh. Im Durchschnitt liegt der Zuschlag bei 7,34 ct/kWh.

  • Nordrhein-Westfalen 32 Zuschläge mit 379 MW 
  • Niedersachsen: 17 Zuschläge mit 319 MW 
  • Mecklenburg-Vorpommern: 16 Zuschläge mit 274 MW  
  • Brandenburg: 14 Zuschläge mit 244 MW

Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden

Das Ausschreibungsvolumen belief sich in dieser Runde auf 263 MW. Es wurden 194 Gebote mit einem Volumen von 378 MW eingereicht. 

125 Gebote mit einem Volumen von 264 MW erhielten einen Zuschlag. Die ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 6,90 ct/kWh und 9,48 ct/kWh. Der Durchschnittswert liegt bei 8,92 ct/kWh.

In 14 Bundesländern wurden Zuschläge erteilt. 70 Prozent der Leistung wird in den folgenden fünf Bundesländern realisiert:

  • Niedersachsen: 27 Zuschläge mit 58 MW 
  • Nordrhein-Westfalen: 23 Zuschläge mit 45 MW.
  • Bayern: 13 Zuschläge, mit 27 MW.
  • Rheinland-Pfalz: 10 Zuschläge mit 27 MW .
  • Hessen: 10 Zuschläge, 26 MW.

Informationen zu kommenden Gebotsterminen:

Die nächsten Ausschreibungsrunden: 

  • Windenergieanlagen an Land: 1. Mai 2024.
  • Solaranlagen: 1. Juni 2024.

Informationen zu  Gebotsterminen finden Sie auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur unter:

www.bundesnetzagentur.de/solaraufdach24-1
www.bundesnetzagentur.de/windausschreibungen24-1

Text & Gestaltung: Manfred Gorgus. Quelle: Bundenstzagentur

Dydd Gwyl Dewi Sant Hapus – Happy St. David’s Day!

Dydd Gwyl Dewi Sant Hapus – Happy St. David’s Day!

Grafik: SOLAR-professionell

Einen frohen Sankt Davids Tag wünschen die Waliserinnen und Waliser am 1. März jedes Jahr. Auf Walisisch: „Dydd Gwyl Dewi Sant Hapus“. Das westliche Land der britischen Insel hat eine spannende Geschichte, eine vielversprechende Zukunft und pflegt einen entspannten Lebensstil. Der erste März ist Nationalfeiertag zu Ehren des Volkshelden St. David. Für uns Anlass, einen Blick auf das kleinste Land der britischen Insel zu werfen, denn es ist auch ein Teil der Geschichte von SOLAR-professionell.

St. David – der Schutzpatron von Wales

Sant Davids day ist der walisische Nationalfeiertag zu Ehren des heiligen Davids, dem Schutzpatron von Wales. 512 geboren, wirkte er als Mönch und Prediger, gründete mehrere Klöster, wurde in Jerusalem zum Bischof gekrönt und 1158 heiliggesprochen.

St. David – Symbol des walisischen Widerstands gegen die Angelsachsen.

Wales liegt im Westen der britischen Insel, grenzt im Osten an England, im Süd-Westen an die Keltische See mit Bristol- und St.-George-Kanal. Im Nord-Westen grenzt Wales an die Irische See.

In der walisischen Hauptstadt werden am 1. März Paraden abgehalten. In Schulen wird der normale Unterricht durch Literatur und Musikveranstaltungen ersetzt.

Warum St. Davids Day auf SOLAR-professionell?

Warum der St. Davids Day einen Platz auf auf der Plattform von SOLAR-professionell erhält ist schnell erklärt: Der Gründer von SOLAR-professionell wurde am Gwent College of higher Education, dem Newport College of Art & Design und der Cardiff University ausgebildet.

Es existieren persönliche Verbindungen sowohl zu Wales, als auch zu Großbritannien. Die walisisch-britische Seele und Lebensart sind Teil von SOLAR-professionell. Zu guter Letzt engagiert sich das westlichste Land auf der britischen Insel seit vielen Jahren für die Dekarbonisierung seiner Energieversorgung mit dem Ausbau erneuerbarer Energien.

Ein fünftel aus Erneuerbaren Energien

Ein fünftel des walisischen Energiebedarfs kommt bereits aus erneuerbaren Quellen, schreibt die Regierung vom Wales auf ihren Internetseiten. Die Photovoltaikleistung ist in 12 Jahren von drei Megawatt in 2010 auf 1250 Megawatt in 2022 gestiegen (Quelle: Statista 2022). Im industriell geprägten Süden des Landes investiert RWE in eine Versorgung mit Wasserstoff in großem Stil.

Riversimple – E-Autos made in Wales

Bildschirmfoto ©Welsh Governement

Llandrindod Wells ist ein kleiner Ort in der Mitte von Wales. Dort entwickelt und fertigt Hugo Spowers, Gründer und Chefingenieur von „Riversimple“ seine Elektroautos: schnittige Zweisitzer mit Brennstoffzelle und Elektroantrieb für umweltfreundliches Fahren aus dem Land des Drachen. Ja, auch Wales hat einen Drachen als nationales Symbol – sogar auf der Landesflagge. Nicht alles was aus dem Land des Drachen kommt, kommt aus China.

D.T.

PV füllt Gemeindekasse: Kita macht es vor

PV füllt Gemeindekasse: Kita macht es vor

Wenn die Mischung stimmt, passieren Dinge manchmal ganz schnell. So wie 2010 in Rothenkirchen, einem Ortsteil von Steinberg im sächsischen Vogtlandkreis. Der Bürgermeister der knapp 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde war Elektromeister mit viel Photovoltaik-Erfahrung. Er initiierte den Bau einer Photovoltaikanlage auf der Kindertagesstätte. 2010 ging sie ans Netz und verschafft der Gemeinde seitdem Einnahmen aus Einspeisevergütungen, die in die Kinderkrippe und den Kindergarten reinvestiert werden – Energie für die Zukunft der Gemeinde.

Sonnenstrom ermöglicht Investitionen in Ausstattung und Unterhalt.

Vor 13 Jahren wurde auf Initiative des damaligen Bürgermeisters auf dem Dach der Kindertagesstätte Rothenkirchen eine 25-KilowattPeak-Photovoltaikanlage installiert. Damals wurde sie als klassische Einspeiseanlage konzipiert, die ihre Erzeugung vollständig in das öffentliche Netz einspeist. Bei rund 40 Cent Einspeisevergütung generiert die Anlage attraktive Einnahmen, die die Gemeinde in Ausstattung und Unterhalt der Kita investiert. So konnte dieses Jahr mit Hilfe der PV-Gewinne und Fördermitteln zusätzlich ein Spielgerät im Wert von 12.000 Euro für den Außenbereich angeschafft werden.

In sieben Jahren läuft die Förderung der Kita-PV aus. Danach soll die Anlage auf Eigenverbrauch umgestellt werden. Künftig könnte dann ein Stromspeicher angeschafft werden, der die Überkapazitäten des Tages für die sonnenarmen Morgenstunden des Folgetages zurückhält. Die 25 Kilowatt Peak der Anlage reichen locker, um den Jahresstrombedarf von Krippe und Kindergarten zu decken.

In der Lieferkrise rettet generalüberholter Wechselrichter von Kostal die Wirtschaftlichkeit der Kita-PV.

Die Umwandlung des Photovoltaik-Gleichstroms in Wechselstrom übernehmen nun drei KOSTAL Wechselrichter, einer für jede Ausrichtung der drei Dachflächen, nämlich Süd, Südost und Ost. Mit diesem liefert die Kita-PV wieder volle Leistung – im Schnitt 22.000 bis 23.000 Kilowattstunden pro Jahr.

„Die Einnahmen aus der Photovoltaik sind für eine kleine Gemeinde wie unsere viel Geld. Umso mehr freuen wir uns, dass wir heute von der Weitsicht unseres Altbürgermeisters und des Gemeinderates profitieren“, kommentiert Beatrice Küttner die Initiative zur Kita-PV.

Aber auch der derzeitige Bürgermeister setzt für die Zukunft auf erneuerbare Energien. So soll auch auf dem Schulgebäude eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch installiert werden. Und falls der Strom aus der bestehenden Kita-PV für die Liegenschaft doch nicht ausreichen sollte oder der Stromverbrauch in Nachbargebäuden vom Gesetzgeber einfacher gestaltet wird, bietet das Kindergartendach Platz für zusätzliche PV-Module.

PV-Ausrichtung von Ost nach Süd: Ideal für Eigenverbrauch.

Der Krippen-Anbau umschließt das ältere Gebäude, in dem der Kindergarten untergebracht ist, an drei Seiten (Süd, Südost, Ost). Damit hat die aus drei Teilen bestehende, dachparallel verteilte Anlage eine für den Eigenverbrauch ideale Ausrichtung: Der östliche Teil liefert schon am frühen Morgen Sonnenenergie. Dann übernimmt der Südostteil und schließlich die Südseite, die bis zum späten Nachmittag Strom liefert, wenn die Einrichtung schließt. „Der Eigenverbrauch ist aber erst nach Auslaufen der Förderung ein Thema“, sagt Dipl.-Ing. Beatrice Küttner. Die Bauingenieurin ist die verantwortliche Liegenschaftsverwalterin in Steinberg und für die Betreuung der Photovoltaikanlage zuständig. „Der Altbürgermeister, der die Anlage 2010 initiierte, war Elektromeister und Vorsitzender der Elektroinnung. Er hatte schon damals viel Erfahrung mit Photovoltaikanlagen und hat der Gemeinde mit der Anlage wirklich Gutes getan“, sagt Küttner. Das fachlich geübte Auge erkennt beim ersten Blick auf die Anlage, dass nicht nur die vorhandenen Flächen optimal genutzt wurden, sondern dass auch alle Abstände zum Dachrand stimmen. Die Module wurden auf dem 10 Grad geneigten Dach dachparallel verlegt. Das mag die Leistung der Anlage etwas schmälern, ist aber eine sichere und damit nachhaltige Installation, sodass die Anlage über viele Jahrzehnte betrieben werden kann.

Waschmaschine. Beleuchtung. Digitalgeräte: Vollversorgung mit Strom vom Dach.

„In Kindergarten und Krippe betreuen zehn Erwachsende im Schichtdienst jeden Werktag rund 60 Kinder. Zu den Verbrauchern zählen unter anderem die Waschmaschine, Beleuchtung und Digitalgeräte. Das Gebäude ist bereits mit größeren Heizkörpern ausgestattet, die mit einer Vorlauftemperatur von 35 Grad arbeiten können und somit für den Betrieb mit erneuerbaren Energien, z.B. einer elektrischen Wärmepumpe o.ä. vorbereitet sind“, erklärt Beatrice Küttner. Geöffnet ist die Einrichtung von 06:00 bis 16:30 Uhr. Das sind ideale Zeiten für den maximalen Eigenverbrauch, gerade angesichts der optimalen Ausrichtung der Anlage.

Zahlen. Daten. Fakten.

  • 25,2-kWp-Photovoltaikanlage, aufgeteilt in drei Anlagenteile mit drei Ausrichtungen: Süd, Südost, Ost
  • Drei KOSTAL Wechselrichter PLENTICORE plus (für jede Ausrichtung einen). 2010 war das Standard. Heute könnten weniger Geräte mit mehreren MPP-Trackern eingesetzt werden.

Manfred Gorgus

So heizt Deutschland

So heizt Deutschland

Wie steht es um die Wärmewende in Deutschland? Wie hoch ist der Anteil an Biomasse- und Wärmepumpen-Heizungen? Sind wir auf einem guten Weg?

11 Prozent Biomasse- und Wärmepumpen-Heizungen Ende 2022

Im Jahr 2023 veröffentlicht der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Zahlen zu installierten Heizungssystemen aus dem Jahr 2022. Laut BDH-Statistik arbeiteten 2022 rund eine Million Biomasseheizungen und ca. 1,4 Millionen Wärmepumpen in deutschen Gebäuden an der Wärmewende. Das ist ein Anteil von 11 % an zentralen Heizsystemen im Land. Dominiert wurde der Markt installierter Zentralheizungen von rund 14,1 Millionen Gasheizungen und 5,1 Millionen Ölheizungen. Diese stellten den Löwenanteil mit knapp 89 %.

Marktentwicklung 2023 Januar bis September

Am 09.11.2023 meldet der BDH in einer Pressemitteilungen: Die Dynamik bei Wärmepumpen schwächt sich ab:

Der Markt für Heizungen in Deutschland bewegt sich auch im dritten Quartal 2023 auf einem hohen Niveau. Das geht aus der Herbststatistik hervor, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) heute vorgelegt hat. Darin weist der Spitzenverband bis einschließlich September diesen Jahres 1.048.000 abgesetzte Wärmeerzeuger aus. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzen die Hersteller erstmalig seit den 90er-Jahren wieder über eine Million Heizungen ab.

Treiber dieser Entwicklung sind nach wie vor Wärmepumpen mit 295.500 abgesetzten Geräten und einem Plus von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gasbasierte Geräte tragen mit 625.000 abgesetzten Einheiten und einem Plus von 38 Prozent ebenfalls zum positiven Gesamtergebnis bei.

Den positiven Marktverlauf sieht der Verband jedoch als Momentaufnahme, bedingt durch Vorzieheffekte. So hat die langwierige und öffentlich geführte Debatte rund um das GEG dafür gesorgt, dass viele Hausbesitzer sich im Jahresverlauf für eine Heizungsmodernisierung entschieden haben, um den Anforderungen des GEG zuvorzukommen. Diese Dynamik schwächt sich jedoch zunehmend ab. Noch zum Halbjahr lag das Marktwachstum bei Wärmepumpen bei 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aktuell liegt es noch bei 86 Prozent. Diese Entwicklung lässt sich auch an den rückläufigen Förderanträgen für Wärmepumpen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ablesen. Diese bewegen sich seit Monaten auf einem sehr niedrigen Niveau.

Verlierer sind Biomasse-Heizsysteme mit einem Rückgang von 32 %.

Grafik & Zahlen zur Marktentwicklung 2023

Fast 40 % Zuwachs beim Einbau von Gasheizungen und über 100 % bei Ölheizungen darf der Verunsicherung durch das Gebäude-Energie-Gesetz, kurz GEG, zugeschrieben werden. Gut gedacht, aber schlecht kommuniziert, hatte dieses Gesetz zur Verunsicherung und Reflexkäufe bei Immobilienbesitzern geführt. Im Gebäudebestand war nicht abzusehen, welche Folgen ein vermeintlich verpflichtender Wechsel zu Heizungen mit bauartbedingt niedrigen Vorlauftemperaturen haben würde.

Grafik ©Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH)

Bestandsgebäude

Fast 70 % aller Gebäude in Deutschland wurden vor 1980 erbaut. Selbst wenn energetische Maßnahmen durchgeführt wurden, ist der Wechsel von einer Hochtemperaturheizung zu einem Niedertemperatursystem mit Herausforderungen verbunden. Dazu kommen Skepsis vieler Menschen gegenüber einer Heiztechnik ohne Feuer und Flamme. Zu wenig ist über die neue Heiztechnik Wärmepumpe, die Möglichkeiten von Flächenheizsystemen und deren Zusammenspiel mit Gebäudeeffizienzklassen bekannt.

Tabelle Wohngebäude 2011 Quelle: Destatis

Eigene Erfahrungen

Als „Betroffener“ mit einem Ziegelsteinbau aus dem Jahr 1912 ist mir bewusst, dass die Technik vorhanden ist, auch für die Nachrüstung von Flächenheizung im Altbau. Deckenheizungen lassen sich z. B. hervorragend im Bestand installieren. Kombiniert mit einem Heizsystem mit niedriger Vorlauftemperatur arbeiten dies in Bestandsgebäuden nicht nur effizient. Meist kann sogar auf eine zusätzliche Dämmung verzichtet werden. Ob das im Einzelfall möglich ist, klärt ein Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater. Das kann dauern, gerne mehrere Monate. Für unseren Termin haben wir uns 15 Monate gedulden müssen.

Vollziegelsteingebäude aus dem Jahr 1912. 1997 Doppelverglasung und neue Heizung ©M.Gorgus |SOLAR-professionell

Wie geht es weiter?

Interessant sind die Zahlen aus 2023: wie viele Wärmepumpen wurden verbaut und in welchen Gebäuden. Die Nehrzahl der Bestandsgebäude wurden vor 1980 gebaut und haben nur geringe oder keine Dämmung. Das erden wir in einem neuen Bericht analysieren. Melden Sie sich für unseren Newsletter an (HIER) um keine News zu verpassen.

Manfred Gorgus

EEG-För­der­sät­ze für Photovoltaikanlagen 2024

EEG-För­der­sät­ze für Photovoltaikanlagen 2024

Einspeisevergütung für Solaranlagen ab Februar 2024 bis 100 kWp

In der Tabelle finden Sie die Einspeisevergütung für Solarstromanlagen mit einer installierten Leistung bis 100 kWp für Voll- und Teileinspeisung. Dabei sind die Fördersätze für Teileinspeisung als reguläre Einspeisevergütung zu verstehen. Die der Volleinspeisung gelten als erhöhte Fördersätze.

AnlagenartInstallierte Leistung in Kilowatt-Peak bisTeileinspeisung
Euro-Cent/kWh
Volleinspeisung
Euro-Cent/kWh
  Gebäude oder Lärmschutzwände
nach § 48 Abs. 2, 2a EEG 2023
108,1112,87
407,0310,79
1005,7410,79
Sonstige Anlagen
nach § 48 Abs. 1 EEG 2023
1006,536,53
Datenquelle: Bundesnetzagentur
Wenn ein Photovoltaik-Angebot viel verspricht aber wenig hält.

Wenn ein Photovoltaik-Angebot viel verspricht aber wenig hält.

02.02.2024

Foto: Falsche Module. Weniger Leistung. Wenn das Angebot sein Versprechen nicht hält. © Powertrust

2018 wurde auf einem neu gebauten Einfamilienhaus gemäß Angebot eine Photovoltaik-Anlage mit Markenmodulen und einer Gesamtleistung von 9,9 Kilowatt-Peak installiert. Drei Jahre später stellt sich bei einer Anlagen-Erweiterung heraus, dass weder die versprochenen Markenmodule noch die volle Leistung installiert worden waren.

Neubau mit Wärmepumpe.

2016 hatte der IT-Experte M. Kuschel ein Einfamilienhaus in Bremen gebaut. Als technikaffiner Mensch war für ihn klar, dass in einem energetisch optimierten Neubau eine Wärmepumpe, kombiniert mit Photovoltaik, die passende Wahl für eine Heizung war. Auf Kamin, Feuerstelle und Gasanschluss wurde verzichtet, wodurch beim Hausbau viele tausend Euro gespart wurden.

Photovoltaik-Anlage für das Süd-Dach.

Im Jahre 2018 lässt Herr Kuschel von einem ihm empfohlenen Unternehmen seine erste PV-Anlage installieren, inklusive eines Stromspeichers der Powertrust GmbH. Angeboten werden ihm Module eines namhaften Herstellers mit einer Gesamtleistung von 9,9 Kilowatt-Peak, die vermeintlich auch installiert werden. Auffällig bei der Anlage ist, dass die Leistung des gesamten System praktisch auf null fällt, wenn der Baum auf dem Nachbargrundstück einen Teil der Anlage verschattet.

Erste Photovoltaik-Erweiterung.

Für die Erweiterung seiner PV-Anlage wendet sich Herr Kuschel 2021 an die Powertrust GmbH, die zu diesem Zeitpunkt unter der neuer Führung nicht nur Stromspeicher, sondern Gesamt-Energielösungen mit Photovoltaik und Ladeinfrastruktur anbietet. „Das Angebot der Powertrust GmbH hat gepasst. Ich war auch mit der Betreuung des Speichers sehr zufrieden und so erhielt das Unternehmen den Zuschlag“, erklärt Anlagenbetreiber M. Kuschel. Acht zusätzliche Module mit einer Leistung von 3,2 Kilowatt-Peak wurden auf dem Flachdach seiner Garage installiert. Im Zuge dieser Erweiterung wurden mehrere Installationsfehler an der Bestandsanlage festgestellt. Außerdem stellte sich heraus, dass die 2018 installierte Photovoltaik-Anlage weder die im Angebot versprochene Leistung von 9,9 Kilowatt-Peak lieferte, noch die versprochenen Markenmodule verbaut worden waren. Installiert wurden No-Name-Module mit 9,6 Kilowatt-Peak Gesamtleistung. Ärgerlich, denn bestellt und gezahlt hatte der Kunde Markenmodule und 300 Watt mehr Leistung. Die Powertrust GmbH installierte die Erweiterung – diesmal mit Markenmodulen – und beseitigte die Installationsfehler an der Bestandsanlage.

Zweite Erweiterung.

Herr Kuschel hatte das Süd-Dach seines Hauses bereits belegt und auch das Dach seiner Garage. Einzig die Nordseite blieb für eine Erweiterung der PV-Leistung noch übrig. Nach Simulation der möglichen Erträge entschied er sich, die Erweiterung in Auftrag zu geben. Achtzehn 400-Watt-Hochleistungsmodule der Marke SunPower sollten es sein, die ein besonders gutes Schwachlichtverhalten haben. Gleichzeitig wurde das gesamte System mit SolarEdge-Optimierern ausgerüstet, um den Leistungsverlust durch Verschattung auf der Südseite in den Griff zu bekommen.

Fazit:

Betreiber Kuschel fasst zusammen: „Über einen Zeitraum von sechs Jahren haben wir das Gebäude mit einer Leistung von 20 Kilowatt-Peak ausgestattet. Die Arbeiten wurden im Mai 2023 abgeschlossen. Seit die Powertrust GmbH den Ausbau der Anlage übernommen hat wurden Liefertermine zuverlässig eingehalten, die Kommunikation war ausgezeichnet und es wurde exakt das installiert, was im schriftlichen Angebot vereinbart war. Die maximal gemessene Leistung des Systems liegt bisher bei 15,5 Kilowatt-Peak. Damit bin ich sehr zufrieden, denn wir haben eine Nord-Süd-Belegung“. Auf die Frage, ob sich die nach Norden ausgerichtete Photovoltaik rentiere, erklärt er: „Wir haben hier in Bremen mehr bedeckten Himmel als strahlenden Sonnenschein. Nach meiner Beobachtung sind dann die Leistungsunterschiede zwischen Nord- und Süd-PV nicht so groß. Die Gesamterzeugung passt zum Verbrauch, der aktuell 11.000 Kilowattstunden pro Jahr beträgt. Wir werden sehen, wie sich der Verbrauch entwickelt, wenn wir unser Elektroauto haben. Ich habe allerdings zusätzlich noch ein Smart-Home-System von Loxone installiert, das mit SolarEdge kommuniziert. Wir nutzen die Wärmepumpe, um Energie zu puffern, indem wir das Gebäude etwas stärker aufheizen. Auch die Wallbox ist mit dem Smart-Home-System verbunden, sodass der Fahrzeug-Akku als Puffer genutzt werden kann“.

Facts & Figures:

  • 11.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch inkl. Erdwärmepumpe, ohne E-Auto.
  • 20 kWp-Photovoltaik in zwei Ausrichtungen, Nord und Süd.
  • 9,6 kWp Süd-Dach – No-Name-Module
  • 3,2 kWp Erweiterung Garage, Süd-Ausrichtung, mit SunPower Maxeon-Hochleistungs-Modulen
  • 7,2 kWp Erweiterung Nord-Dach, ebenfalls mit SunPower Maxeon-Hochleistungs-Modulen
  • Dachneigung 35°.
  • Solar-Edge Leistungsoptimierer im gesamten System.
  • Smart-Home-System von Loxone für Energiemanagement.

Quelle: Powertrust GmbH Bremen

Nutzfahrzeug-Ladeinfrastruktur-Unternehmen Heliox von Siemens übernommen.

Nutzfahrzeug-Ladeinfrastruktur-Unternehmen Heliox von Siemens übernommen.

Übernahme abgeschlossen.

Siemens hat am 11. Januar dieses Jahres die vollständige Übernahme des e-Bus- und e-LKW-Lade-Infrastrukturunternehmens Heliox bekannt gegeben. Heliox, mit Hauptsitz in den Niederlanden, beschäftigt rund 330 Mitarbeiter. Siemens erhofft sich durch die Übernahme eine Technologieführung bei DC-Schnellladelösungen für den Bereich e-Bus- und e-LKW-Flotten.

Größeres Angebot und mehr Präsenz im Markt.

Das Angebot von Heliox erweitert das aktuelle Siemens-Ladeinfrastruktur-Portfolio um Produkte und Ladelösungen von 40 Kilowatt bis zu Megawatt-Anwendungen, außerdem um Ladelösungen für das Laden auf der Strecke. Weiterhin steigert der Kauf von Heliox die Marktpräsenz von Siemens in diesem in Europa und Nordamerika.

Zusätzliche Kompetenz in einem der am schnellsten wachsenden Märkte.

Mit der Übernahme verbessert Siemens zusätzlich seine Kompetenz im Bereich der Leistungselektronik. Die mobilen, skalierbaren und parallelen Ladelösungen von Heliox werden es Siemens ermöglichen, Märkte besser zu bedienen. Laut Siemens AG Vorstandsmitglied und CEO von Smart Infrastructure Matthias Rebellius, erleben DC-Schnellladelösungen für e-Bus- und e-LKW-Flotten ein beispielloses Wachstum. DC-Schnellladelösungen für elektrische Nutzfahrzeuge gelten als das am schnellsten wachsende Segment im E-Mobilitätsbereich.

Manfred Gorgus Quelle: Siemens

Konferenz „Infrarotheizung im Bestandsgebäude“

Konferenz „Infrarotheizung im Bestandsgebäude“

Das Programm zur Konferenz „Die Infrarotheizung im Bestandsgebäude“ ist veröffentlicht. Drei Forschungsprojekte sind dabei im im Fokus. Alle befassen sich mit dem Thema der Performance von Infrarotheizungen im Bestand. Außerdem werden eine Reihe von Praxisbeispielen vorgestellt.

Sauerlach, 16. Januar 2024: Der IG Infrarot Deutschland e.V. hat das Programm der Konferenz „Die Infrarotheizung im Bestandsgebäude“ veröffentlicht. Die Konferenz findet am am Donnerstag dem 11. April 2024, in Würzburg statt. Anmeldung können sofort vorgenommen werden.

Auf der ganztägigen Veranstaltung werden drei neue Studien vorgestellt, in denen der Einsatz von Infrarotheizungen in Bestandsgebäuden untersucht wurde. Am Nachmittag präsentieren Fachlaute aus der Praxis Projektbeispiele mit Einbindung von Infrarotheizungen. Darunter auch die Sanierung einer denkmalgeschützten Villa sowie die Sanierung von Wohnungen in einem Ferienpark.

Die Forschungsprojekte

Die Technische Universität Dresden knüpft in ihrer aktuellen Studie an die Untersuchung „Potentialbewertung von Infrarotheizungen als Spitzenlastabdeckung“ aus dem Jahr 2023 an. In der Nachfolge-Studie legen die Forscher Gebäude unterschiedlichster Bauklassen zugrunde. Die Simulationen reichen vom Effizienzhaus-Standard KfW 40 zurück bis zum Bau in den 1950er Jahren. Sie simulieren den Einsatz eines Infrarotheizsystems im Vergleich zu einer Wärmepumpe sowie die Kombination einer Infrarotheizung zur Spitzenlastabdeckung mit einer kleinen Wärmepumpe für die Grundlast. In den Gebäuden älterer Bauklassen werden zum Vergleich auch Gasheizungen in der Simulation betrachtet – entweder als alleiniges Heizsystem oder zur Deckung der Grundlast in Kombination mit der Infrarotheizung.

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP führt aktuell einen messtechnischen Vergleich des Heiz-Energieverbrauchs eines konventionell beheizten Einfamilienhauses mit einem Gebäude mit Infrarotheizung durch – dies in zwei baugleichen realen Einfamilienhäusern. Die drei erwähnten Studien wurden von dem Branchenverband IG Infrarot Deutschland in Auftrag gegeben.

Die HTWG Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung hat die Studie IR-Bau zum „Potenzial von Infrarot-Heizsystemen für hocheffiziente Wohngebäude“ fortgeführt. In dem zweiten Teil, IR-Bau 2, untersuchten die Forscher weitere Wohn- und Bürogebäude mit Infrarotheiz-/Photovoltaik-Systemen hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Eigenschaften, der thermischen Behaglichkeit und Projektierbarkeit und ermittelten Möglichkeiten zur Optimierung. Die Ergebnisse werden im Februar 2024 erstmals veröffentlicht.


Studien ergänzen Praxiserfahrungen

„Aus zahlreichen Praxisbeispielen wissen wir, dass Infrarotheizungen bereits erfolgreich in Bestandsgebäuden eingesetzt werden. Die Studien liefern nun wissenschaftlich belastbare Zahlen für unterschiedlichste Anwendungsoptionen und Kombinationen mit anderen Heizsystemen“, sagt Lars Keussen, Vorstand des IG Infrarot Deutschland e.

Die Konferenz im Hotel Rebstock Best Western Premier in Würzburg richtet sich an die Infrarotheizungsbranche, Wohnungsunternehmen, Architekten, Planer und Energieberater sowie an Entscheider aus der Photovoltaik-, Wärmepumpen- und Heizungsbranche. Die Teilnahmegebühr beträgt 350 Euro für Mitglieder des IG Infrarot Deutschland e.V. und 400 für Nicht-Mitglieder (zzgl. 19% MwSt.). Das Programm und Informationen zur Anmeldung sind auf der Website www.ig-infrarot.de/veranstaltungen-2024 zu finden.

4. Runder Tisch der Infrarotheizungsbranche

Für die Infrarotheizungsbranche sowie Wissenschaftler, die zu Stromdirektheizungen forschen, bietet der Branchenverband am Vortag, Mittwoch, 10. April 2024, am gleichen Ort zum vierten Mal einen „Runden Tisch der Infrarotheizungsbranche“ an. „Der Runde Tisch, den wir erstmals unter erschwerten Pandemie-Bedingungen angeboten haben, hat sich zu einer geschätzten Plattform für die Informationssammlung und den brancheninternen Austausch entwickelt“, sagt Keussen. „In einer noch kleinen, aber wachsenden Branche mit großem Potenzial ist ein solcher Treffpunkt wichtig.“

Ein Thema auf dem Runden Tisch wird in diesem Jahr die intelligente Steuerung der Heizgeräte sein. Unter anderem wird Prof. Dr.-Ing. Martin Becker, Hochschule Biberach, zur Einbindung der Infrarotheizung in eine energieeffiziente, thermische Behaglichkeitsregelung referieren. Weiterhin dreht es sich um Themen wie die Messung des Strahlungswirkungsgrades von Infrarotheizgeräten sowie die QNG-Zertifizierung.

Die Teilnahmegebühr am Runden Tisch beträgt 150 Euro für Mitglieder des IG Infrarot Deutschland e.V. und 250 Euro für Nicht-Mitglieder (zzgl. 19% MwSt.) Das Programm des Runden Tischs sowie Informationen zur Online-Anmeldung sind ebenfalls auf der Website www.ig-infrarot.de/veranstaltungen-2024 zu finden.

Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie….

… beim Verband per E-Mail unter events@ig-infrarot.de sowie telefonisch unter +49 177 3817520.

Qiuelle: IG Infrarot Deutschland e.V.

Reine Stromer immer beliebter

Reine Stromer immer beliebter

Immer mehr PKW rein elektrisch auf der Straße

Flensburg, 16. Januar 2024. Mit Abschluss des Jahres 2023 lag die Anzahl der Personenkraftwagen (Pkw) mit alternativen Antrieben (Elektro (BEV)*, Hybrid, Plug-In, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff) um +4,8 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums.

1.379.260 Neuwagen und damit 48,5 Prozent der insgesamt 2.844.609 Pkw-Neuzulassungen waren mit einem alternativen Antrieb ausgestattet.

700.206 Neuwagen, beziehungsweise 24,6 Prozent, waren mit einem Elektroantrieb (Elektro (BEV), Plug-In, Brennstoffzelle) ausgestattet und damit -16,0 Prozent weniger als im Jahreszeitraum 2022. Bei den Elektro (BEV) Pkw stiegen die Zulassungszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um +11,4 Prozent. Mit 524.219 Neuzulassungen betrug ihr Anteil am Gesamtzulassungsvolumen des Berichtszeitraums 18,4 Prozent.

Quelle: Kraftfahrt Bundesamt

  • BEV = Battery Electric Vehicle, Fahrzeuge mit ausschließlich elektrischer Energiequelle
222 Tipps für Energie-Autrakie in kostenlosen Ratgeber

222 Tipps für Energie-Autrakie in kostenlosen Ratgeber

Wie bereits 2023 hat die Redaktion der „photovoltaik“ hat auch 2024 wieder einen kostenfreien Ratgeber am Start. Der Titel des Ratgebers 2024 ist selbsterklärend: „222 Tipps für Autarkie“. Die Darreichung erfolgt als 185 Seiten starkes PDF und steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Eigenversorgung mit Sonnenstrom, für E-Mobilität & Wärmepumpen

Der Ratgeber informiert über die Chancen der Eigenversorgung mit Sonnenstrom, Wärmepumpen, E-Mobilität und weiteren solarelektrischen Systemen. Es gibt viele praktische Tipps und Informationen für private Anwender, ebenso wie für Gewerbekunden. Der Ratgeber will möglichst viele Verbraucher über die Vorteile einer dezentralen Vor-Ort-Versorgung mit Eigenstromerzeugung und deren Wirtschaftlichkeit informieren.

Thema Förderungen, Rechte & Pflichten als PV-Betreiber

Der Ratgeber liefert eine Übersicht über die finanzielle Förderung und die richtigen Anlaufstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es wird außerdem erklärt, welche Rechte und Pflichten mit dem Betrieb von Solaranlagen verbunden sind. Das EEG 2023, steuerliche Vereinfachungen und das anstehende Solarpaket wurden im neuen Ratgeber berücksichtigt.

Erzeugen -Speichern – Heizen – E-Mobilität

Das Themenspektrum des Ratgebers ist umfassend:

  • Photovoltaik,
  • Solarstromspeicher
  • solarelektrische Raumwärme
  • solarelektrisches Warmwasser
  • Kühlung, Lüftung und Kältetechnik
  • Elektromobilität
  • Brennstoffzellen und BHKW
  • Preisinformationen
  • Rechte & Pflichten plus Steuertipps.

Am Ende steht ein umfangreiches Adressverzeichnis mit Installateure und Planern zur Verfügung, dass die regionale Suche und Kontaktaufnahme mit Experten aus dem Themenumfeld erleichtert.

Praxistipps zum kostenlosen Download

Der Ratgeber 2024 „222 Praxistipps für Autarkie“ steht online als PDF nach kurzer Registrierung zum kostenlosen Download bereit. Er wurde speziell für private und Gewerbekunden entwickelt.

Neu in dieser Auflage sind umfangreiche Trendberichte zu Balkon-PV, bidirektionalem Laden, elektrischen Direktheizungen (Infrarot) und Gemeinschaftsanlagen.

Download-Link

https://www.photovoltaik.eu/b2c-ratgeber-2024

Manfred Gorgus

Autohaus erreicht mit Photovoltaik und Speicher bis zu 75 % Eigenversorgung

Autohaus erreicht mit Photovoltaik und Speicher bis zu 75 % Eigenversorgung

Neue Photovoltaikanlage beim E-Mobil-Pionier Autohaus Warncke in Tarmstedt ©Powertrust GmbH

Autohaus, E-Mobilität und Photovoltaik

Im Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Hamburg und Bremen liegt die 4000-Seelen Gemeinde Tarmstedt.  Gute 26 Quadratkilometer Fläche gehören zum Gemeindegebiet. Attraktionen sind ein Freibad, Wander- und Radwege, die jährliche „Tarmstedter Ausstellung“ mit 100.000 Besuchern sowie viel Natur. Was viele nicht wissen: Tarmstedt hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Elektromobilität entwickelt. Bereits seit 2014 bietet das örtliche Autohaus Elektrofahrzeuge an. Schon sieben Jahre zuvor wurde die erste PV-Anlage auf dem Firmengelände installiert. Dieses Jahr erhielt das Unternehmen seine Eigenverbrauchsanlage mit Stromspeicher und Ladeinfrastruktur. Der bürokratische Aufwand war hoch. Dafür winken nach Fertigstellung der Anlage eine drastische Stromkosten-Ersparnis dank ca. 75 Prozent Eigenverbrauch sowie rund 36 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr.

16 Jahre Photovoltaik-Erfahrung

2007 investierte Wolf Warncke in eine Photovoltaikanlage auf dem Firmengelände. Die 11 kWp-Einspeiseanlage auf einer Lagerhalle darf als Start für die spätere Begeisterung für Elektromobilität gesehen werden. Privat hatte der Unternehmer, der das Autohaus gemeinsam mit seinem Bruder Peter leitet, bereits 2005 eine erste Photovoltaikanlage auf seinem Wohnhaus in Betrieb genommen.

Oben in der Bildmitte ist die erste Photovoltaikanlage der Firma Warncke zu sehen. ©Powertrust

Erste Schritte und ein Leuchtturmprojekt Elektromobilität

Seit 2014 sind Elektrofahrzeuge fester Bestandteil des Fahrzeug-Angebotes bei Warncke. Im folgenden Jahr vermittelte das Autohaus binnen kurzer Zeit acht E-Golf Leasingverträge – genauso viele, wie damals in Großstädten abgeschlossen wurden. Die Warnckes starteten einen E-Auto-Stammtisch, an dem sich die E-Mobil-Pioniere und solche, die es werden wollten, regelmäßig austauschen konnten. Der Ruf der Warnckes als E-Auto-Vorreiter wuchs in der Region.

2016 erhielt das Autohaus dann den Zuschlag für die Landkreis-Initiative „Zehn Tage unter Strom“. Dafür wurden dem Autohaus vom Landkreis Rotenburg (Wümme) zwei E-Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, mit denen Interessenten E-Mobilität erleben konnten. Der Deal: Das Autohaus bekommt die E-Fahrzeuge gestellt und berät Interessierte, die mit etwas Glück zu Kunden werden. „46 Interessierte haben wir während des Projektes intensiv beraten. Dabei konnten wir viele Erfahrungen sammeln, die uns im Vertrieb von Elektroautos sehr geholfen haben“, kommentiert Peter Warncke die Projektphase. Seitdem gilt das Autohaus in der Region außerdem als Pilotunternehmen für Elektromobilität und Anlaufstelle für E-Fahrzeug-Interessierte.

DC-Ladesäulenpionier im Elbe-Weser-Dreieck

Auch die erste Gleichstrom-Schnell-Ladesäule der Region zwischen Bremen, Bremerhaven und Hamburg geht auf das Konto der Warnckes und wurde im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms „SLAM“ (Schnelladen an Achsen und Metropolen) realisiert. Nach viel Papierkram und langen Telefonaten mit dem Netzbetreiber mussten nur noch 200 Meter Leitung verlegt und rund 50.000 Euro auf den Tisch gelegt werden. Dann stand eine von insgesamt 80 Schnelladesäulen in Deutschland im schönen Tarmstedt. Das Ergebnis waren viele Treffen und spannende Gespräche mit E-Mobilisten unter anderem aus Norwegen, die den schnellen Ladepunkt in Tarmstedt gerne auf ihrer Route einplanten – auch weil dort immer eine Tasse Kaffee und ein Klönschnack unter Gleichgesinnten zu haben waren.

Photovoltaik 2023:  Die Firma kriegt was aufs Dach

Privat hatte die Familie Warncke bereits seit 2005 Photovoltaik-Erfahrung sammeln können. 2020 kam der konkrete Wunsch nach einer PV-Eigenversorgungsanlage für das Autohaus. „Wegen des wachsenden Interesses an Elektromobilität und dem damit verbundenen steigenden Strombedarf wollten wir in eigene Erzeugung investieren“, erklärt Wolf Warncke. „Das hat allerdings länger gedauert, als wir uns das vorgestellt haben: Die Gebäude unseres Unternehmens sind aus unterschiedlichen Baujahren – jedes mit einer anderen Statik. Allein die Unterlagen zusammenzutragen, war eine Herausforderung für sich. Dann mussten neue Elektroleitungen verlegt werden – auch weil wir teilweise auf Infrarot-Heizung umgestellt haben. Eine Ladeinfrastruktur mit mehreren Ladesäulen durfte bei dem steigenden Bedarf auch nicht fehlen. Zusätzlich musste das Thema „Mieterstrom“ im Unternehmen geklärt werden, weil die Gebäude unterschiedlichen Familienmitgliedern gehören. Dafür haben wir ein Vertragsmodell entwickelt, bei dem die GmbH der Photovoltaik-Investor ist und die Gebäudeeigner die Verpächter sind“.

PV-Angebote und Realisierung

„2022 haben wir unser erstes Photovoltaik-Angebot eingeholt und sind prompt auf die Nase gefallen: Der Anbieter hat nur Probleme gesehen, aber keine Lösungen angeboten. Irgendwann hat sich dann die Firma Powertrust bei uns gemeldet. Die waren damals auf Akquise-Tour und wir haben nach einem guten Telefonat ein erstes persönliches Gespräch bei uns im Unternehmen geführt. Auch da alles hat gepasst: Es folgten Auftragsvergabe, Planung und Realisation einer 98 Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage mit Ost-West Ausrichtung, die auf einem Foliendach mit weniger als 10° Neigung installiert ist. Ein 23 Kilowattstunden-Stromspeicher hilft uns, am Tag erzeugten Strom in die Abend- und Morgenstunden, sowie in den Nachtbetrieb mitzunehmen“, erzählt Wolf Warncke.

Eigenverbrauch und Anlagen-Performance

„Aufgrund unseres jahrelangen Engagements im Bereich Elektromobilität besteht unsere Kundschaft zu einem größeren Teil aus Elektroauto-Enthusiasten, als das bei anderen Autohäusern der Fall ist. Wir laden auch alle Kundenfahrzeuge unserer Werkstatt auf, sodass jedes Elektrofahrzeug das Autohaus mit vollem Akku verlässt“, erklärt Peter Warncke. Das Konzept geht auf: Das Laden der Elektroautos, der Stromspeicher sowie der Energieverbrauch im Tagesgeschäft generieren einen zuverlässigen Eigenverbrauch von rund 75 Prozent.

Gleichzeitig wurde der CO2-Ausstoß mit der Photovoltaikanlage um jährlich ca. 36 Tonnen gesenkt.

Facts & Figures:

  • 2007 erste Photovoltaikanlage auf dem Firmengelände
  • Seit 2014 Vertrieb von Elektroautos
  • 2023 Installation und Netzanschluss einer 98 kWp-Photovoltaikanlage für Eigenstromerzeugung in Ost-West-Ausrichtung auf Foliendach
  • SOLAR-EDGE-System
  • 23 kWh Stromspeicher
  • Eigenverbrauchsquote ca. 75 %

Text: Manfred Gorgus

Ale Fotos: ©Powertrust GmbH