Gas wird Schlüsselenergie in Polens Energiewende

Gas wird Schlüsselenergie in Polens Energiewende

Expertenrunde zum Thema „Polens Energiezukunft und die Rolle von Gas“ am Dienstag dem vierten November im Pressezentrum der Polnischen Nachrichtenagentur PAP. ©PAP/S.Leszczynski

Gas wird nach Ansicht von Fachleuten eine zentrale Rolle in der polnischen Energiewende spielen.

Bei einer Debatte unter dem Titel „Polens Energiezukunft und die Rolle von Gas“ am Dienstag dem vierten November im Pressezentrum der Polnischen Nachrichtenagentur PAP betonten Vertreter von Regierung und Energiewirtschaft, dass Gas zum einen Übergangsbrennstoff sei, zum anderen auch Stabilisator des Energiesystems sei.

Gas – Kernkraft – erneuerbare Energien

Vertreter des Energieministeriums erklärten, dass Polen sich in einer Phase der Transformation befinde. Derzeit arbeite man am Nationalen Energie- und Klimaplan, der die Ziele für 2030 und 2050 festlege. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Vorbereitung des ersten polnischen Kernkraftwerks spiele Gas eine wichtige Rolle, um die Versorgung in der Übergangszeit – bis zu 100 % Erneuerbare und Kernkraft – zu sichern und die Abhängigkeit von Importen vor allem aus dem Osten zu verringern. Das Ministerium plant, bis Ende des Jahres ein Strategiepapier fertigzustellen, das die Grundlage für Maßnahmen zur Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit schaffen soll..

Energieunternehmen mit konkreten Plänen

Der staatlich kontrollierte Energiekonzern PKN ORLEN S.A. (ORLEN) plant, bis 2035 Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4,3 GW zu errichten. Weitere 12,8 GW aus erneuerbaren Quellen sollen bis dahin fertiggestellt sein. TAURON Polska Energia S.A. (TAURON) arbeitet an Wasserstoffprojekten. Dalkia Polska, die polnische Tochtergesellschaft des französischen Energiekonzerns EDF (Électricité de France), ist auf Fernwärme, Energieeffizienz und lokale Energielösungen spezialisiert und setzt für die Zukunft auf eine Kombination aus Gas, Biomasse und Wärmepumpen.

Gas nur als Brücke

Die Experten waren sich einig, dass Gas in den kommenden Jahren eine Brückenfunktion übernehmen wird. Gaskraftwerke gelten als vergleichsweise saubere Energiequelle, die Polen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieerzeugung eine stabile Stromproduktion in einem zunehmend volatilen Energiemarkt gewährleisten soll. Sollte das polnische Kernkraftwerk gebaut und an das Netz gehen, könnte es die stabile Komponente in der künftigen Energieerzeugung darstellen. (mg)


Gundremmingen wird Standort für Großspeicher

Gundremmingen wird Standort für Großspeicher

Spatenstich für Batteriespeicher (BESS) in Gundremmingen ©RWE

RWE baut in Gundremmingen einen Batteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung und einer Speicherkapazität von 700 Megawattstunden. Der neue Großspeicher nutzt die Netz-Infrastruktur des ehemaligen Kernkraftwerks, was großer Vorteil bei der Umsetzung des Speicherprojektes sein dürfte.

Das Unternehmen investiert rund 230 Millionen Euro in das Projekt. Der Baustart wurde am 29. Oktober 2025 mit einem symbolischen Spatenstich im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und RWE-Vorstandschefs Markus Krebber offiziell eingeleitet.

Polnische Gasnetze – Biomethan im Fokus

Betriebsbereit ab 2028

RWE plant, die Inbetriebnahme des Batteriespeichers Anfang 2028 abzuschließen. Nach Fertigstellung soll die Anlage dazu beitragen, kurzfristige Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Dafür werden rund 200 Container mit etwa 850.000 Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen installiert. Der Speicher wird Strom für knapp zwei Stunden mit voller Leistung abgeben können.

President of Solar Macedonia on raising the bar for the national solar sector: “Quality standards and certification are key”

Starker Partner

Integrationspartner ist H&MV Engineering, ein Unternehmen mit über 1450 Angestellten, das nicht nur im Bereich der erneuerbaren Energien, sondern auch als Energieversorgungsunternehmen und mit Datenzentren unterwegs ist. Durch die Übernahme der Skanstec Gruppe Anfang 2024 hat H&MV Engineering ist ein europaweit führender Anbieter von spezialisierten Planungs-, Ingenieur- und Baudienstleistungen mit 400 Mio. € Umsatz mit 22 Standorten im EMEA-Raum entstanden.

Warnung vor Finanzierungslücke bei Wärmewende

BESS in Kombination mit Solar- und Gaskraftwerk

Auf dem Gelände in Gundremmingen sind laut RWE weitere Energieprojekte vorgesehen, darunter ein Solarpark und ein neues Gaskraftwerk. Der Solarpark darf als Ergänzung zum Großspeicher verstanden werden. Das Gaskraftwerk wird fossile Brennstoffe nutzen und ist technisch als Backup für erneuerbare Energien gedacht. (mg)

Grafik AKW Standort Gundremmingen ohne Kühltürme, mit BESS Batteriespeicher. ©RWE

Facts & Figures:

  • Batteriespeicher mit 400 MW Leistung und 700MWh Kapazität.
  • 200 Container mit 850.000 Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen.
  • Solarpark mit 55 Hektar ist in Planung.
  • Ein neues Gaskraftwerk ist ebenfalls in Planung.
  • Die irische Unternehmensgruppe H&MV Engineering ist Integrationspartner.

(mg)

Polnische Gasnetze – Biomethan im Fokus

Polnische Gasnetze – Biomethan im Fokus

Die polnischen Gasnetze sollen in Zukunft eine zentrale Rolle in der Energiewende des Landes einnehmen. Sie sollen neben Erdgas, auch zunehmend Biomethan transportieren. Um dies zu ermöglichen, sollen die Produktion von Biomethan gefördert, finanzielle Mittel bereitgestellt, und die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Biomethanproduktion geschaffen werden. Noch handelt es sich allerdings um eine Absichtserklärung. Wie Regierung und Versorger sich die Transformation vorstellen, lesen Sie hier.

Polska Spółka Gazownictwa (PSG) ist Polens größter Verteilnetzbetreiber, der mit über 210 000 km Leitungslänge einen entscheidenden Beitrag zur Energiesicherheit in Polen leistet. Das Unternehmen will in Zukunft den Einsatz von Biomethan forcieren, um seine Gasinfrastruktur für die polnische Energiewende zu transformieren. Das ist ein Ergebnis der 29. Aufladetechnischen Konferenz vom 23. bis 24. September 2025 in Dresden.

Biomethan als Zukunftsenergie

Der Anteil von Biomethan im Energiemix soll maximiert werden, da es laut PSG klimafreundlich und ressourcenschonend ist. Erste Biomethananlagen sollen bereits erfolgreich ans Netz gegangen sein und zeigen das Potenzial dieser Technologie auf.

Polens Energiestrategie und Gassektor

Die polnische Regierung plant, ihre Energiepolitik bis 2050 grundlegend zu verändern, wobei der Gassektor eine wichtige Rolle beim Übergang zur CO₂‑neutralen Energieproduktion spielen soll. Das Vorgehen bei der Dekarbonisierung soll dabei pragmatisch erfolgen, mit Fokus auf erschwingliche Energiepreise und schnelle Marktintegration von Biogas und Biomethan.

Finanzierung und Zusammenarbeit

Die Entwicklung des Biomethanmarktes soll durch gezielte finanzielle Unterstützung gefördert werden, unter anderem durch Darlehen von Banken und den polnischen Entwicklungsfonds. Die Vernetzung von Forschung, Industrie und Politik soll den Aufbau von Kapazitäten für Produktion, Netzanschluss und Verteilung fördern.

Herausforderungen und Perspektiven

Neben technischen Herausforderungen bei Netzanbindung und Systemregulierung liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Infrastruktur und der Schaffung marktgerechter Rahmenbedingungen. PSG sieht seine Aufgabe darin, die Versorgungssicherheit von Bevölkerung und Wirtschaft zu gewährleisten und die Rolle von Biomethan im Energiemix zu stärken.

Fazit

PSG soll als Schlüsselakteur der polnischen Energiewende mit der Förderung von Biomethan zur nachhaltigen Transformation des Energiesystems beitragen. Mit Geld, optimierten Rahmenbedingungen sowie politischer Unterstützung will Polen bis 2050 eine klimafreundliche und sichere Energieversorgung erreichen. Allerdings ist das Thema Biomethan ebenso wie Biogas noch schwierig, weil es aktuell noch keine zuverlässigen Rahmenbedingungen dafür gibt. Das war das Fazit der ersten Biogasmesse Polens vom 30. September bis 02. Oktober 2025. (mg)

Erste polnische Biogasmesse setzt Impulse

Erste polnische Biogasmesse setzt Impulse

Landwirtschaftliche Biogasanlage mit PV ©m.gorgus

Premiere in Warschau: Biogasmesse BioPower zeigt Potenzial für Polens Energiewende und neue Wachstumschancen für die Landwirtschaft. Biogas und Biomethan als Schlüsselfaktoren für Energiewende und Energiesicherheit.

Vom 30.September bis 2. Oktober 2025 fand im Ptak Warsaw Expo nahe Warschau die erste polnische Fachmesse BioPower Poland statt, begleitet von der 7. Biogas- und Biomethankonferenz Green Gas Poland 2025.

Premiere mit Signalwirkung

Die Messe zog Dutzende Aussteller und Hunderte Besucher an. Experten betonten, dass Biogas und Biomethan die Energiewende beschleunigen, ländliche Regionen stärket und Polens Energiesicherheit steigert. Landwirtschaft sei dabei die wichtigste Rohstoffquelle.

200 Anlagen sind zu wenig

Aktuell gibt es in Polen weniger als 200 landwirtschaftliche Biogasanlagen und nur eine Biomethananlage. Fehlende Förderung, komplexe Vorschriften und Finanzierungslücken bremsen den Ausbau. Diskutiert wurden „Energieinseln in der Landwirtschaft“. Dafür müssten aber zuverlässige Regeln vorhanden sein sowie bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Potenzial Biomethan

Studien zeigten im Land ein technisches Potenzial zur Produktion von bis zu 7 bis 8 Milliarden Kubikmetern Biomethan pro Jahr. Entscheidend sei jedoch, die Nachfrage zu fördern und klare Marktziele festzulegen. Experten warnten, ohne gezielte Regulierung und Förderung könnte der Sektor nicht ausgebaut werden und das Wachstum würde stagnieren.

Biogas, Schlüssel zur Dekarbonisierung

Landwirte und Lebensmittelproduzenten sehen Biogas als Schlüssel zur Dekarbonisierung. Durch die Verwertung von Agrar- und Lebensmittelabfällen würden Chancen für klimafreundliche Energie entstehen. Auch kleinere Betriebe könnten profitieren, wenn sie z. B. in Energiegenossenschaften kooperieren.

Investition bleibt riskant

Die Finanzierung von Anlagen bleibt das größte Hindernis. Banken und EU-Förderprogramme könnten beim Ausbau der Biogasproduktion helfen, aber ohne staatliche Garantien und verlässliche Einspeisetarife bleiben Investitionen äußerst riskant. Deshalb forderten Experten klare gesetzliche Vorgaben und Anreize entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Biogasproduktion.

Fazit

Die erste BioPower Poland hat gezeigt, dass das Land über enormes Biogas- und Biomethanpotenzial verfügt. Damit es genutzt wird, braucht es politische Stabilität, Marktregeln und gesellschaftliche Akzeptanz. Nur so kann diese grüne Energie zu einem Motor der polnischen Energiewende werden. (mg)

Bio-Batterie aus Vitamin B2 und Aminosäure

Bio-Batterie aus Vitamin B2 und Aminosäure

Forscher der Texas A&M University entwickeln eine biologisch abbaubare Batterie aus natürlichen Inhaltsstoffen – eine mögliche Alternative zur Lithium-Ionen-Technologie.

Energiespeicher aus körpereigenen Bausteinen

Das Team um Chemieprofessorin Karen Wooley und Ingenieurin Jodie Lutkenhaus stellte ein neuartiges Batteriematerial aus Riboflavin (Vitamin B2) und der Aminosäure L-Glutaminsäure vor. Die Ergebnisse wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Abbaubar und ungiftig

Im Gegensatz zu herkömmlichen Batterien aus Metallen und Petrochemikalien baut sich das neue Material bei Kontakt mit Wasser oder Enzymen umweltfreundlich ab. Labortests zeigten zudem, dass es für Zellen unschädlich ist – ein Vorteil etwa für tragbare oder implantierbare Geräte.

Nachhaltigkeit ohne Leistungseinbußen

Die Forscher betonen, dass ihre Bio-Batterie ähnlich leistungsfähig sei wie aufwendig synthetisierte Materialien. „Man muss nicht zwischen Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit wählen“, sagt Lutkenhaus.

Baustein für Kreislaufwirtschaft

Das Projekt gilt als Schritt zu einem Batteriedesign, das von Anfang an das Lebensende der Produkte mitdenkt. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, in der Batterien nicht zu Sondermüll mutieren, sondern unkompliziert in natürliche Kreisläufe zurückkehren.

Sicherheit und Akzeptanz

In Deutschland dürfte diese Art der Speichertechnik großen Zuspruch erfahren. Immerhin gelten Vitamine als gesund, und sind sogar in der Apotheke als OTC- (Over-the-Counter‑)Ware rezeptfrei erhältlich. Allerdings verrät der Artikel der Universität nicht, ab wann diese Speichertechnik für Battery-Energy-Storage-Systems (BESS)zur Verfügung steht. Die Akzeptanz für diese vielversprechende Technik dürfte groß sein. Es wird wenig Menschen geben, die sich über Vitamin B im Megawattstundenformat in ihrer Nachbarschaft beschweren dürften. (mg)

Andreas Zyber of Quantumsolarpv: „Quality service and flexibility pay off in a tough market“

Andreas Zyber of Quantumsolarpv: „Quality service and flexibility pay off in a tough market“

A.Zyber of Quantumsolaepv ©Quantumsolaepv

Andreas Zyber has been working for various German companies in the Polish PV industry since 2011. Since 2022 he has been managing director of Quantumsolarpv GmbH, the German branch of a Polish PV wholesaler that is growing across Europe even in turbulent times. In our interview he reveals the secret of success in difficult times.

How did you get into photovoltaics?

By a roundabout route. I studied mechanical engineering in Poland and obtained an engineering degree there. I then studied business administration in Germany and graduated with a business degree. After managing business with Poland for a German commercial vehicle manufacturer for years, I decided to switch to the photovoltaics industry in 2011.

What motivated you to change?

A mixture of desire to build something new and enthusiasm for the technology. I was especially excited about photovoltaics because of its possibility to generate clean electricity for decades with comparatively small investments.

How would you describe your role in the Polish PV industry?

I come from the sales of commercial vehicles. These are technical products that require explanation. I have taken my experience into the PV industry and describe my first years in the industry as ambassador work for German photovoltaic technology in Poland where I succeeded in establishing partnerships for German companies in Poland. Some of the companies I worked for have received awards for their solutions and technologies in Poland.

If you could enter the industry again, would you do everything the same?

In 2011, the PV industry in Poland was just beginning. I am a B2B salesperson and have continued this work in the PV industry. If I could turn back time, I would personally invest in the production of PV components with German quality standards in Poland. 

How can you best describe your current tasks in the market?

While I previously worked practically only for German companies in the Polish market, my job today is communication in both directions: selling products and services from Polish companies to the European market and products from European companies to the Polish PV market.

What products and services do you offer?

Our focus is on complete PV solutions, from small roof systems to system providers for large PV projects, roof systems and open space systems for customers in Poland and German-speaking Europe, i.e. Germany, Austria and Switzerland.

2023 seems to have been a difficult year for many Polish wholesalers. Was it also for your company?

A clear no. Our warehouse, marketing and logistics is based in Poland. Our German branch is located near Munich. From there we primarily serve customers in the DACH region and other Western European countries. Throughout Europe we deliver within 24 hours if the components are in stock. Our team is lean and all employees have experience in the photovoltaics industry. We work with flat hierarchies, which makes us fast and flexible. We think from the customer’s perspective and talk to the customer. The market seems to appreciate that.

How does the Polish PV market differ from other markets?

In my experience, price plays a bigger role in Poland than in Austria, Germany and Switzerland. We can offer reasonable prices, but as a young company we have to convince in all areas: fast and reliable delivery, good advice, attractive prices and flexibility when the customer is asking for changes in the order.

What developments do you see in the Polish PV industry for the next 6 months to 2 years?

The PV industry in Poland has developed into a stable market in recent years. Following the change of government, the PV industry will now receive billions in EU funds. This is one of many subsidies that Poland is expected to receive. This will lead to a further increase in PV installations in the country. Due to the outdated Polish power grid and its time-consuming upgrading, electricity storage will be an increasingly interesting investment in the next 12 to 24 months. 

Interview conducted by Manfred Gorgus

Agri-PV – mehr als Synergie von Landwirtschaft und Photovoltaik

Agri-PV – mehr als Synergie von Landwirtschaft und Photovoltaik

©ProfiNRG

Agri-PV ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Ackerflächen für Stromerzeugung und Landwirtschaft. Durch spezielle Installationen – entweder vertikale Modulreihen oder „Überkopf“-Anlagen – bleibt genug Raum für die landwirtschaftliche Nutzung. Mit dem „Solarpaket 1“ (Mai 2024) wurden Agri-PV, Floating PV und Parkplatz-PV als „Photovoltaik-Sondersysteme“ anerkannt, die besondere Privilegien genießen. Welche das sind und warum, das erklären wir im Text.

Grundsätzliche Vorteile von Agri-PV

Neben dem doppelten Nutzen von Strom- und landwirtschaftlicher Produktion behalten alle Flächen, die mit Agri-PV bebaut sind, auch ihre landwirtschaftlichen Privilegien. Voraussetzung ist, dass die installierte Photovoltaik die landwirtschaftliche Nutzung um nicht mehr als 15 Prozent einschränkt.

Vertikale Agri-PV

Anlagen mit vertikal in Ost-West-Richtung installierten bifazialen PV-Modulen erzielen vor allem am frühen Vormittag und späten Nachmittag hohe Erträge. Mittags, wenn klassische Dach- und Freiflächen-Anlagen Spitzenleistungen erzielen, sinkt die Leistung der vertikal installierten Ost-West-Anlagen. Vertikale Agri-PV-Systeme ergänzen somit die Produktion traditioneller Anlagen und entlasten das Stromnetz. Außerdem ist der Verlust im Fall einer Trennung vom Netz durch den Netzbetreiber wesentlich geringer als bei einer herkömmlichen Freiflächen-Anlage (Link zum Text Kurven der Anlage in Almelo).

„Überkopf“ Agri-PV

Bei der Überkopf-Agri-PV werden die Module in mehreren Metern Höhe über der landwirtschaftlichen Fläche auf einer Unterkonstruktion installiert. Dadurch bleibt die Fläche unter den Modulen zum einen für den Anbau von Obst, Gemüse oder für die Tierhaltung nutzbar und kann maschinell bearbeitet werden. Zum anderen schützen die Photovoltaik-Module die Fläche darunter vor Witterungseinflüssen, Sonne, Regen, Hagel usw. In Deutschland ist für diese Art von Anlagen eine Mindesthöhe von 2,10 Metern vorgeschrieben.

Mehr Ertrag mit „nachgeführter“ Agri-PV

Eine besondere Variante der Agri-PV sind nachgeführte Anlagen, die dem Sonnenverlauf folgen und dadurch eine höhere Stromausbeute erzielen. Solche Systeme gibt es in verschiedenen Ausführungen: als „Überkopf“-Anlagen, als Agri-PV in Reihen oder als großflächige Nachführsysteme, bei denen ganze Modulfelder in mehreren Achsen der Sonne nachgeführt werden. 

Wenn die Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, können die Systeme in eine Parkposition gefahren werden, um die Bearbeitung zu erleichtern. „Überkopf“-Anlagen erfordern diesen Schritt nicht, da ihre Module die landwirtschaftlichen Arbeiten grundsätzlich nicht behindern. 

Agri-PV im Einsatz: Synergien für maximale Effizienz in Almelo

Seit 2023 erzeugt eine 1,9 MW starke vertikale Agri-PV-Anlage auf rund 3,2 Hektar in Almelo, Niederlande, nachhaltigen Solarstrom. Das System wurde von Profinergy B.V. aus Utrecht im Auftrag des Klimaatfonds Nederland geplant, installiert und wird auch von Profinergy betrieben. 

In Almelo ist die vertikale Agri-PV-Anlage Teil eines hybriden Systems und ergänzt eine deutlich leistungsstärkere, nach Süden ausgerichtete klassische Freiflächen-Photovoltaik.  Wie die vertikale Agri-PV im Vergleich zur klassischen Freifläche abschneidet, welche Vorteile sie bietet, wie beide Systeme optimal zusammenwirken und welchen Einfluss eine Netztrennung der Anlage bei negativen Strompreisen hat, erfahren Sie in unserem Life-Bericht: HIER

Manfred Gorgus

CEO of sun.store: “We provide real-time availability.“

CEO of sun.store: “We provide real-time availability.“

Agata Krawiec-Rokita, CEO and co-founder of sun.store ©sun.store

In this exclusive interview, Agata Krawiec-Rokita — CEO and Co-founder of sun.store — shares how her team is transforming the solar industry with a digital B2B platform for PV components. Though headquartered in the Netherlands, sun.store has its roots — and its team — in Poland. The company is setting new standards in transparency of delivery, 24/7 shop access, and hassle-free shopping for installers across Europe — from West to East, North to South. Learn why they chose the Netherlands as their legal base and what they expect from the European market as a whole.

Can you give a brief description of your company?
sun.store officially launched in October 2023. Despite being a young company, we’ve grown rapidly: in under a year, we’ve surpassed 1 GW of traded components and €100 million in GMV, making us one of the fastest-growing solar marketplaces in Europe.

Your roots are in Poland, why did you start in the Netherlands?
We chose the Netherlands as our legal base due to its proximity to the Port of Rotterdam, the logistical heart of European imports. Being in the Eurozone also facilitates smooth financial operations across the continent. However, as our operational backbone is rooted in Poland and Central Europe, we’re actively considering moving our full operations back to Poland to stay closer to our core market and team.

What does your component portfolio look like?
Our strongest categories are solar modules, inverters, and battery storage systems. We are also expanding our offering in mounting systems and electrotechnical equipment to provide a more comprehensive solution for installers and distributors.

What services do you offer?
Beyond product sales, we provide logistics coordination and technical support in component selection. Our aim is to reduce friction in the purchasing process and enable smoother project planning for professionals.

Who are your target groups?
Our primary customers are residential and small-to-mid-sized commercial & industrial (C&I) installers, as well as smaller wholesalers and regional distributors looking for better access to supply and prices.

What are sun.store’s unique selling points?
sun.store stands out through selection, price, and convenience. We aggregate a wide variety of verified offers, provide real-time availability, and simplify transactions in what used to be a very fragmented supply chain.

Is there a company philosophy?
Our goal is to make the solar supply chain more transparent, efficient, and accessible. By digitizing the buying and selling process, we help accelerate installations, reduce overhead, and ensure that clean energy reaches more rooftops, faster.

How would you describe your tasks in the company?

I am the CEO and co-founder of sun.store. I oversee sales and marketing, product development, and internal operations. My focus is on building a platform that truly reflects the needs of solar professionals, both today and in the long-term future.

What share does Poland and Central & Eastern Europe have in your sales?

Our roots are Polish, and the platform’s early transaction came largely from the Central and Eastern European region. In 2023, Poland represented over 56% of our gross merchandise volume (GMV). However, as we’ve scaled, the market mix has diversified significantly. By 2025, Germany represents nearly a quarter of our GMV, with the Netherlands, France, Italy, Romania, Czech Republic, and others making up a growing share. This confirms our international trajectory. While Poland and CEE are important to us, sun.store is now a truly European platform with a diversified and balanced customer base.

The interview was conducted by Manfred Gorgus

Energiewende Im Netz: Wie Polen 90 GW Erneuerbare bis 2040 integrieren will.

Energiewende Im Netz: Wie Polen 90 GW Erneuerbare bis 2040 integrieren will.

Karte von Polen mit Entwicklungsgebieten für erneuerbare Energien sowie 2025 bestehende Hochspannungsnetze ©mg/SOLAR-professionell (deutsche Bearbeitung). © FORUM ENERGII (Original)

Die Polnische Stromwirtschaft befindet sich in schneller Transformation. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg seit 2020 im Stromsektor von 15 % auf fast 30 %. Für weiteres Wachstum ist Handeln gefordert, denn Erneuerbare Energien brauchen ein Stromnetz, dass mit dezentrale Einspeisung umgehen kann. Es muss gehandelt werden.

Das Tempo des Wandels im polnischen Energiesektor hält an: Laut dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) könnten die Kapazitäten für Photovoltaik von derzeit 21 GW auf 29 GW im Jahr 2030 gesteigert werden. Das hat das Energy Forum, ein in Polen ansässiger europäischer, interdisziplinärer Think Tank in einer Studie festgestellt. Das Team aus Energie-Experten bündelt seine Erfahrungen aus den Bereichen öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, um wissensbasierte Lösungen für eine gerechte und effiziente Energiewende zu inspirieren.

26 GW PV warten auf Anschlussgenehmigung

So haben die Experten von „Energy Forum“ über eine Auswertung bereits veröffentlichter Anschlussanfragen herausgefunden, dass 26 GW an Photovoltaikanlagen auf Anschluss-Genehmigung warten. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bis zum Jahr 2030 ganze 56 % erreichen und bis 2040 sogar auf 69 % steigen. Damit diese Kapazitäten in das polnische Stromnetz integriert werden können, sind dringend Anpassungen am Netz notwendig.

Günstige erneuerbare Energie als Vorteil im globalen Wettbewerb

Energiepreise sind eines der wichtigsten Themen nicht nur der polnischen, sondern der ganzen europäischen Industrie. Laut Studie haben sowohl die Vereinigten Staaten als auch China Zugang zu günstigen fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energien, während Polen mit hohen Energiekosten und regulatorischen Hürden kämpfen muss. Der polnische Think Tank sieht die Lösung in einer direkten Versorgung der Industrie mit dezentralen erneuerbaren Energieanlagen, deren Umsetzung jedoch oft an komplexen Vorschriften und hohen Gebühren scheitere – trotz bestehender rechtlicher Möglichkeiten.

Erneuerbare Energien in Polen: Stand 2024, Erwartung für 2030 und 2040 ©mg/SOLAR-professionell (deutsche Bearbeitung). © FORUM ENERGII (Original)

Reformpaket 2024 ist nicht ausreichend

Im Oktober 2024 veröffentlichte die Regierung den Entwurf des Nationalen Energie- und Klimaplans, der eine Veränderung des Energiemixes fordert. Investoren sollen damit in der Lage sein, Projekte schnell umzusetzen und Zugang zum Stromnetz zu erhalten. Trotz dieser Reformen bestehen weiterhin erhebliche Hindernisse für Investoren, kritisiert das Energie Forum. Laut dem Nationalen Energie- und Klimaplans sollte Polen bis 2030 mindestens 57 GW Leistung aus vorwiegend Photovoltaik- und Windenergieanlagen erreichen. Bis 2040 soll dieser Wert auf 93 GW steigen. Der Anschluss dieser Kapazitäten an das nationale Stromnetz erfordert eine strategische Planung der Standorte für Photovoltaik und Onshore-Windkraft. Die Netzinfrastruktur muss weiterentwickelt werden und erfordert intelligentes und effizientes Management, um Verbraucher zuverlässig mit Strom und einer stabilen Spannung zu versorgen.

Konkrete Maßnahmen: Kabelpooling und Direktleitungen

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wurden im Jahr 2023 neue Regelungen eingeführt, die die Netzentwicklungsplanung erleichtern: das sogenannte „Kabelpooling“, das die gemeinsame Nutzung eines Anschlusspunktes durch mehrere erneuerbare Energiequellen erlaubt. Außerdem ist es möglich zwischen Erzeuger und Verbraucher direkte Leitungen zu bauen und so das öffentliche Netz zu entlasten. Aus Sicht des Energie Forum sind trotz der bisher eingeführten Reformen weitere Maßnahmen erforderlich, um den Ausbau der Erneuerbaren nicht zu bremsen. So sollte das Kabelpooling um die Möglichkeit erweitert werden, Stromspeicher als eigenständige Installationen anzuschließen. Zudem sollten die Gebühren für Direktverbindungen reduziert werden, um deren wirtschaftliche Nutzung zu fördern. Weitere Erleichterungen fordert der Think Tank durch die Schaffung von Zonen zur beschleunigten Entwicklung erneuerbarer Energien, eine erhöhte Transparenz im Verfahren zur Vergabe von Netzanschlüssen, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Investitionen sowie eine vorausschauende Planung der Netzentwicklung, beispielsweise durch ein Kapazitätsauktionssystem.

Fazit

Die Transformation des polnischen Energiesektors erfordert umfassende Reformen, um erneuerbare Energien effizient in das nationale Netz zu integrieren und die Dynamik des Ausbaues nicht zum Erliegen zu bringen. Die bisherigen Maßnahmen zeigen Fortschritte, jedoch müssen regulatorische Hürden weiter reduziert werden, um Investitionen zu erleichtern und das Ziel eines klimaneutralen Energiesektors zu erreichen. Dr. Joanna Pandera, Präsidentin des Energy Forum, ruft zur Diskussion auf und ermutigt zur Umsetzung innovativer Lösungen. (mg)

Link zur Studie – in polnischer Sprache: file:///Users/mgo_laptop/Downloads/polskie-sieci-2040_final-2.pdf

BRC Solar Optimierer jetzt mit Fronius-Wechselrichtern kompatibel

BRC Solar Optimierer jetzt mit Fronius-Wechselrichtern kompatibel

Entwicklungsarbeit im BRC Labor ©BRC

Die BRC Solar GmbH und die Fronius International GmbH haben die offizielle Kompatibilität ihrer Produkte bestätigt. Damit können die Optimierer des deutschen Herstellers von Solartechnik BRC-Solar nun problemlos mit den Wechselrichtern des österreichischen Unternehmens Fronius kombiniert werden. Ziel dieser Entwicklung ist es, die Effizienz und Leistungsfähigkeit von Solaranlagen zu verbessern.

Optimierer lösen Herausforderungen bei Verschattung und Ausrichtung

Besonders bei Anlagen mit Verschattung, unterschiedlichen Dachausrichtungen oder variierenden Modulneigungen kann die Energieausbeute beeinträchtigt werden. Die Optimierer von BRC Solar sind darauf ausgelegt, den Ertrag einzelner Solarmodule zu maximieren und Leistungseinbußen im Gesamtsystem zu reduzieren. In Tests wurde nachgewiesen, dass die Geräte mit den Wechselrichtern von Fronius kompatibel sind. Dadurch bleibt die Energieproduktion auch unter schwierigen Bedingungen stabil, da betroffene Module gezielt optimiert werden, während andere ihre maximale Leistung beibehalten.

CEO Pascal Ruisinger zur Partnerschaft mit Fronius

Pascal Ruisinger, kaufmännischer Geschäftsführer von BRC Solar, sieht in dieser Entwicklung einen wichtigen Schritt für das Unternehmen: „Die Kompatibilität unserer Optimierer mit den Wechselrichtern von Fronius eröffnet neue Möglichkeiten für die Nutzung von Solaranlagen. Durch diese Partnerschaft können wir unser Produktangebot weiter ausbauen und Betreibern dabei helfen, das Potenzial ihrer Anlagen bestmöglich auszuschöpfen.“

Mit der Bestätigung der Kompatibilität setzen BRC Solar und Fronius ein weiteres Zeichen für die technologische Weiterentwicklung im Bereich der Photovoltaik. (mg)


95 Prozent unabhängig: Spatenstich für energieautarkes Firmengebäude in Memmingen

95 Prozent unabhängig: Spatenstich für energieautarkes Firmengebäude in Memmingen

Spatenstich, autarkes Firmengebäude in Memmingen. (Personen v.l: Sonepar (Niederlassungsleiter), Wilhelm Braun (Gesellschafter), Tanja Diemer (Architektin), Armin Bühler (Gesellschafter, GF), Jan Rothenbacher (OB Memmingen), Teammitglied (Sonepar), Teammitglied (Sonepar), Hr. Götz (Sonepar), Carola Isegrei (Prokuristin), Johann Hofmayr (Gesellschafter, GF), Roland Albrecht (Gesellschafter), Konrad Noll (Gesellschafter), Teammitglied (Sonepar) © Raum-K

Memmingen, 10.03.2025 – Mit einem feierlichen Spatenstich fiel heute der Startschuss für ein Firmengebäude, das neue Maßstäbe in Sachen Autarkie und Energieeffizienz setzt. Mit Klimadecken, Gebäudemasse als Wärmespeicher, netzdienlichem Stromspeicher mit Abwärmenutzung und PV-Anlage erreicht das real Gebäude 95 Prozent Autarkie. Vertreter der beteiligten Unternehmen – Raum-K, Klima-Top, Architekturbüro Diemer, Kling Projektbau, Leppig Energieberatung – sowie Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher waren vor Ort, um den Beginn dieses zukunftsweisenden Projekts im Gewerbegebiet „Oberer Buxheimer Weg 58“ in Memmingen zu feiern.

10.03.2025

Der Spatenstich markiert den Start für ein Gebäude mit einem Energiekonzept, das mit einer Kombination aus Photovoltaik, Wärmepumpe, Stromspeicher, reversibler Klimadecke, regelbarem thermischen Gebäudemassenspeicher und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eine Autarkie von 95 Prozent erreicht. Der Neubau bietet auf rund 3.500 m² Büro- und Lagerfläche Platz für fünf Unternehmen, die in einer modernen, umweltfreundlichen Umgebung an diesem Standort bis zu 70 Arbeitsplätze schaffen.

Autark mit geregeltem dynamischem Deckenspeicher

Stellen wir uns zwei Wärmequellen vor, die schnelle Deckenheizung, die mit Infrarotstrahlung direkt die Raumhülle und Oberfläche erwärmt und gleichzeitig eine Masse, die viel Wärme speichern kann und diese langsam und bedarfsgerecht wieder abgibt. Werden diese beiden Komponenten kombiniert, so ergibt sich ein System, das die Wärmeversorgung von Gebäuden über einen Zeitraum von 10 Tagen und mehr ermöglicht. Der dynamische Massenspeicher – im Fall des Firmengebäudes ist der Speicher das Gebäude – übernimmt dabei zwei Drittel der Leistung. Die Klimadecke übernimmt ein Drittel der Leistung. Da beide Komponenten mit niedrigen Temperaturen von unter 30° Celsius bei minus 13,1°C Außentemperatur gefahren werden, kann die Versorgung fast zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen erfolgen. Gleichzeitig ist der CO₂-Ausstoß im Betrieb praktisch null, die Autarkie bis zu 95 Prozent und das bei einer Wirtschaftlichkeit, die im Vergleich zur klassischen fossilen Versorgung unschlagbar ist, da sie mit jedem Jahr besser wird, weil die Brennstoffe als Kostenfaktor entfallen.

Gebäudestandard „Real Zero“ und „2045-Ready“

Der Gebäudestandard „Real Zero“ steht für nahezu vollständige Autarkie: Rund 95 Prozent des Energiebedarfs werden vor Ort erzeugt, der Heiz- und Kühlbetrieb ist CO₂-neutral. Intelligente, akustisch wirksame Deckenheizungen auf 100% der Deckenfläche verlegt, sorgen ganzjährig durch effizientes Kühlen und Wärmen für ein perfektes Raumklima. „Real Zero“ ist in dieser Form ein Paradebeispiel für gesundes, energieeffizientes und damit zukunftsweisendes Bauen.

Nachhaltigkeit auf höchstem Niveau

Das Gebäude verfügt über eine eigene PV-Anlage mit einer Leistung von 270 kWp, einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 350 kWh und einen regelbaren thermischen Speicher mit einer Kapazität von 24 MWh in der Gebäudemasse, der netzdienlich genutzt werden kann, indem Überschuss Strom als Wärme gespeichert wird. Die Photovoltaik versorgt gemeinsam mit dem Stromspeicher auch den Fuhrpark der im Gebäude tätigen Unternehmen mit umgerechnet etwa 500.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr. Neben 50 Fahrradstellplätzen stehen selbstverständlich ausreichend PKW-Ladesäulen zur Verfügung, die ein klares Signal für nachhaltige Mobilität setzen. Zum Energiekonzept gehört außerdem ein netzdienlicher Stromspeicher des Allgäuer Betreibers Cell Mind mit einer Kapazität von sieben MWh. Die während der Regelleistung entstehende Abwärme wird im neuen Gebäude ebenfalls genutzt.

Revolutionäre Wärme- und Kühllösung

Eine herausragende Innovation des Gebäudes ist das Raum-K Gebäudeenergiekonzept, das extrem niedrige Heizsystemtemperaturen von ca. 28°C bei minus 13,1°C Außentemperatur ermöglicht. Im Sommer wird das Gebäude mit Hilfe der Klimadecke angenehm und ohne Zugluft gekühlt, sodass ganzjährig eine wohltuende Temperierung gewährleistet ist. Dies sorgt für erhebliche Energieeinsparungen von über 50%, und sichert dadurch langfristig stabile Energiekosten auf niedrigstem Niveau.

„Mit diesem Projekt setzen wir Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und schaffen eine Arbeitsumgebung, die nicht nur ökologisch, physiologisch und wirtschaftlich den Erfolg sichern hilft“, so Armin Bühler, Mitinhaber der Klima Top GmbH und Vordenker des innovativen Gebäudekonzeptes.

Sven Lutz, Geschäftsführer von Baufirma Kling Projektbau, erklärt: „Wir sind vom Raum-K Gebäudeenergiekonzept rundum überzeugt, weshalb wir auch unser eigenes neues Firmengebäude in Hermaringen damit ausstatten sowie auch erste Kundenprojekte damit planen und realisieren.

„Die Herausforderung des Bauherrn, maximale Autarkie bei niedrigsten Energiekosten mit optimalem Raum- und Arbeitsklima zu verbinden, haben wir gerne angenommen“, sagt Architektin Tanja Diemer, die die Ansprüche der Raum-K GmbH bezüglich Optik, Raumakustik und Raumklima bzw. Feinstaubreduktion in unterschiedlichen Projekten sehr erfolgreich umgesetzt hat.

Jürgen Leppig, Geschäftsführer der Energieberatung Leppig GmbH erklärt: „Ich habe selten so innovative Menschen erlebt, die nur ein Ziel vor Augen haben: „Real Zero.“

Michael Götz, Leiter Bestandsmanagement der Firma Sonepar Deutschland Region Süd GmbH, sagt anlässlich des Spatenstichs: „Als zukünftiger Mieter profitieren wir im neuen Firmengebäude der Raum-K erheblich von der vollständigen CO₂-Vermeidung und den langfristig niedrigen Energiekosten. Das passt hervorragend zu unserer Unternehmensphilosophie und unseren Werten.“

14 Tage Selbstversorgung durch intelligentes Gebäudeenergiekonzept

Dank des großen regelbaren thermischen Speichers kommt das neue Firmengebäude in der Heizperiode 10 Tage ohne externe Energiezufuhr aus. Die vor Ort produzierte Energie reicht in Verbindung mit der im Gebäude gespeicherten Energie aus, um das Gebäude durchgängig angenehm zu temperieren (Quelle: Fraunhofer Projekt „Windheizung 2.0“).

Bauzeit + Flexibilität

Einzugsdatum ist der 1. Dezember 2025. Das Gebäude liefert den Beweis, dass klimafreundliches Bauen nicht nur möglich ist, sondern den bekannten Bauweisen in jeder Hinsicht überlegen ist. Das Raum-K Gebäudeenergiekonzept lässt sich in allen Gebäudearten realisieren, vom Wohnbau über den Gewerbe- bis zum Industriebau, bzw. vom Neubau über die serielle Sanierung bis zum Denkmalschutz.

Manfred Gorgus für die Raum-K Gmbh

Polen hat 21-Gigawatt-Marke überschritten!

Polen hat 21-Gigawatt-Marke überschritten!

Das Wachstum der Photovoltaikanlagen in Polen überschritt im Oktober 2024 die 20-Gigawatt-Marke und zum Jahresende die 21-Gigawatt-Marke. Polen entwickelt sich zu einem der wichtigen PV-Märkte Europas.

Foto: ©mg/SOLAR-professionell

Polen hat in den letzten Jahren eine bedeutende Energiewende vollzogen, mit einem zunehmenden Fokus auf erneuerbare Energiequellen, insbesondere Photovoltaik (PV). Das Engagement des Landes, die Abhängigkeit von Kohle zu verringern und den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix zu erhöhen, hat zu bemerkenswerten Fortschritten im Bereich der Solarenergie geführt. Im Oktober 2024 erreichte Polen einen wichtigen Meilenstein, indem es mehr als 20.000 Megawatt installierte Photovoltaik-Kapazität überschritt und seine Position als wichtiger Akteur in der europäischen Landschaft der erneuerbaren Energien festigte.

Gründe für den Anstieg der PV in Polen

Der Anstieg der Photovoltaikanlagen in Polen wird von einer Kombination aus Faktoren vorangetrieben, darunter günstige staatliche Politiken, sinkende Technologiekosten und zunehmendes öffentliches und unternehmerisches Bewusstsein für die Umwelt- und Wirtschaftsvorteile der Solarenergie. Solarenergie hat sich als die zugänglichste und kostengünstigste erneuerbare Energiequelle herausgestellt, die sowohl in kleinem als auch in großem Maßstab eingesetzt werden kann.

Exponentielles Wachstum in den letzten Jahren

Zu Beginn der 2010er Jahre war Polens Solarenergie-Kapazität minimal, mit nur wenigen hundert Megawatt installierter PV-Systeme. Nach der Einführung neuer Anreize, einschließlich des „Prosumer“-Programms im Jahr 2014, das finanzielle Unterstützung für private und gewerbliche Solaranlagen bot, begann der Markt zu wachsen. Die Regierung führte außerdem Auktionen für großangelegte Solarprojekte ein, die eine wettbewerbsfähige und transparente Möglichkeit für Investoren boten, in den Markt einzutreten. Bis 2020 hatte das Land mehr als 4.000 MW Solarkapazität installiert, wobei sich diese Zahl bis 2023 verdoppelte.

Im Oktober 2024 wurde die 20-GW-Marke überschritten

Der im Oktober 2024 erreichte Meilenstein von 20.000 MW stellt eine bedeutende Beschleunigung des Ausbaus der Solarenergie in Polen dar. Zweitens hat sich die polnische Regierung verpflichtet, Kohlekraftwerke schrittweise stillzulegen und durch sauberere Energiequellen zu ersetzen. Dieses Engagement wurde durch den Green Deal der Europäischen Union gestärkt, die eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 % bis 2030 anstrebt.

Investitionen in PV aus vielen Sektoren

Polens Erfolg, 20.000 MW installierte Photovoltaikkapazität zu erreichen, ist auch ein Beweis für die wachsende Beteiligung privater Investoren und Unternehmen am PV-Markt. Internationale Energieriesen und lokale Akteure haben beide erheblich in den polnischen Solarmarkt investiert, was zur schnellen Steigerung der Kapazität beigetragen hat. Darüber hinaus integrieren immer mehr polnische Unternehmen Solarlösungen in ihren Betrieb, um Energiekosten zu senken und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Über 21 GW PV im Netz bis Ende 2024

Trotz der erreichten Meilensteine ist Polens Weg hin zu erneuerbaren Energien noch lange nicht abgeschlossen. Zum Jahreswechsel 2024/2025 hatte das Land eine Gesamtleistung von 21.157 Megawatt Photovoltaik installiert und strebt weiteres Wachstum der Solarkapazität an, mit ehrgeizigen Plänen, bis 2030 40.000 MW zu erreichen. Dieses Ziel steht im Einklang mit Polens umfassender Strategie zur Energiewende, die auch eine erhebliche Expansion der Offshore-Windkraft, Biomasse und Energiespeichertechnologien umfasst.

Polens führende PV-Messe – ENEX Expo in Kielce!

In diesem Zusammenhang sollte das aufregendste Event der erneuerbaren Energien, die ENEX Expo in Kielce, nicht unerwähnt bleiben. Sie öffnete heute ihre Türen und brachte die klügsten Köpfe und führenden Unternehmen der Photovoltaik- und Energietechnikbranche zusammen. Seit Jahren ist die ENEX die polnische Plattform für Zusammenarbeit, Innovation und Wachstum in der erneuerbaren Energiebranche. Wenn Sie Teil der Bewegung sein möchten, nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie Targi Kielce am 18. und 19. Februar 2025.

(mg)

Sunny prospects: Poland’s photovoltaics in numbers

Sunny prospects: Poland’s photovoltaics in numbers

Poland’s challenge – more utility PV and grid expansion ©manfred gorgus

Poland – from the land of coal-fired power to the boom of renewables. In the year 2005 Poland embarked on the path of renewable energy. Now solar power is in the fast lane.

Between 1965 and 2004, renewables accounted for less than one percent of primary energy consumption in Poland. In 2005 they cracked the one percent mark for the first time to reach a share of more than 12 percent in 2023. Electricity also made a breakthrough in 2005 with a 2.5 percent share of net electricity generation, culminating in a 26 percent share in 2023, consisting of photovoltaics (8.7 percent, wind power 14.6 percent), biomass (1.4 percent) and running water (1.2 percent). At the end of September 2024, the installed PV capacity in the country stood at 19.9 GW. In September 2024 alone, 13,040 new PV plants were installed with a total capacity of 363.53 MW. 32 percent of the installed capacity is accounted for by plants below 51-kilowatt peak, 23 percent by plants between 51- and 999-kilowatt peak. Plants above 1.000-kilowatt peak capacity account for 55 percent of the installed power in September.

A self-sufficient country

Every year, around 167 billion kilowatt hours of electricity are produced in Poland from different energy sources. In 2023, the electricity mix was composed as follows: hard coal 43%, lignite (20.8%), photovoltaics (8.7%), onshore wind (14.4%), natural gas (8.2%), oil (1.7%), biomass (1.4%), running water (1.2%), and coal gas (0.3%). Consumption of around 157 billion kilowatt-hours per year is around 7% below the kilowatt-hours produced in the country. Thus, Poland is self-sufficient in terms of electricity.

No competition from nuclear energy – so far

Poland does not have a nuclear power plant connected to the grid, but it does have a unfinished building which has been abandoned. After the Chernobyl disaster and massive resistance, the construction of the first Polish nuclear power plant, „Zarnowiec,“ was stopped by a referendum in 1990. Since then, there have been repeated attempts to introduce nuclear energy in the country. The latest plan envisages a site very close to the old, ruined building with the grid connection cautiously planned for 2040. That is 15 years in which photovoltaics, electricity storage, other renewable energies and the electricity grid will also be expanded, systems that are proven to be economical, safe and manageable over their entire life cycle.

Solar and wind power are increasingly displacing coal power

While the share of renewables is increasing, at the same time the share of coal power is decreasing. In the years 2021 to 2023, the share of hard and lignite in Poland’s net electricity generation has fallen from 76 percent to less than 64 percent. At the same time, the share of photovoltaics has increased from 2.9 to 8.7 percent. For onshore wind turbines, the share of net electricity generation has increased from 9.5 to 14.6 percent over the same period. The number of large PV installations in Poland has more than quintupled within five years, from 942 installed systems in June 2023 to 5410 installed systems in June 2024. The installed capacity of large systems has increased in the same period from 698 megawatts in June 2020 to 6,622 megawatts in June 2024. For prosumer systems, the pure expansion figures are particularly impressive, with almost 500,000 systems installed at the end of 2020 and over 1.4 million at the end of 2023.

Commercial and open space PV is all the rage

The trend towards more high-performance photovoltaic systems is confirmed by many market players. While the number of small systems installed on private buildings depends heavily on government funding programs, in the industrial and commercial sectors the factors of economic efficiency, independence from electricity price fluctuations and securing a lower electricity price in the long term are crucial. A look at the electricity pricing policy explains the motivation for more and more business installations: unlike in Germany, for example, a kilowatt hour of electricity consumed privately in Poland costs according to the platform „Global PetrolPrices“ significantly less (0.22 euros) than a kilowatt hour consumed commercially (0.39 euros). The trend is therefore self-explanatory. It can be assumed that, given the still large percentage of electricity generated by coal on the one hand and the great potential offered by many businesses and manufacturing companies with high energy requirements, the sales teams for PV systems will not run out of work, at least in the commercial sector.

Manfred Gorgus

Polish R.Power secures 20 MWp Solar auction win in Germany

Polish R.Power secures 20 MWp Solar auction win in Germany

Polish company successful at PV auction in Germany ©Manfred Gorgus

Polish company R.Power’s 20 MWp solar auction win in Germany highlights a growing trend of Polish photovoltaic firms expanding their international footprint and gaining influence in the global renewable energy sector.

Polish renewable energy developer R.Power has been awarded a 20 MWp ground-mounted photovoltaic project in the latest auction conducted by Germany’s Federal Network Agency (Bundesnetzagentur). The near Wolfsburg-based solar farm will benefit from a 20-year support agreement under the German Renewable Energy Sources Act (EEG), guaranteeing a fixed remuneration structure.

The first successful bid won’t be the last

The project marks R.Power’s first successful bid in the German market and is scheduled to enter the construction phase in Q3 2025. The company also continues to develop additional PV and energy storage projects across Germany, signaling a broader strategic push into Western Europe. The Wolfsburg auction win builds on R.Power’s recent expansion activity in other European markets. In December 2024, the company secured power sale contracts for 85 MWp of PV capacity in Romania, and in Poland, it won capacity market contracts for 655 MW / 2.3 GWh of energy storage and over 220 MWp of PV in national tenders.

Auction win a sign of a new trend

R.Power is one of Poland’s leading independent power producers in the solar sector and is actively expanding its portfolio across multiple EU countries. Meanwhile, Warsaw-based Nomad Electric has signed its first Engineering, Procurement, and Construction (EPC) contract for a separate 20 MW PV power plant in Germany. The company entered the German market in 2024 and is offering a full suite of services, including EPC, operations and maintenance (O&M), and its proprietary SCADA system, Nomad NX, which provides advanced monitoring and management capabilities for power plants.

Polish clean energy firms rise as key players

Both companies‘ activities reflect a broader trend of Polish renewable energy firms extending their operations into high-growth European markets. In addition to its German win, R.Power recently secured 85 MWp of PV capacity in Romania and over 220 MWp of PV capacity, along with 655 MW / 2.3 GWh of energy storage, in Poland’s recent auctions. The progress of R.Power and Nomad Electric points to Poland’s growing role as a center for expertise and project execution in the renewable energy sector. The growing ambition to do business beyond the domestic market is meeting with great interest in the target markets. The expertise of Polish companies is highly valued and clearly readily utilized. (mg)