Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

28.05.2018

Massenmedien berichten von Gefahr durch Windkraftanlagen - Verband Windenergie hält gegen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet von möglicher Verunreinigung durch Getriebeöl und Glasfaserflocken durch Rotorblätter in der Umwelt. Die Tageszeitung Die Welt schreibt von Sicherheitsrisiken durch alte und schlecht geprüfte Windkraftanlagen. Die TV-Nachrichten melden, dass der TÜV intensive Prüfungen fordert. Der Verband Windenergie bezieht Stellung und unterstellt dem Technischen Überwachungsverein gutes Marketing:

Techniker untersuchen Windenergieanlage © REpower Systems AG

Etablierte Wartungszyklen, hohe technische Verfügbarkeit

Windindustrie hält höchste Sicherheitsstandards ein Mit einer technischen Verfügbarkeit von inzwischen 98 Prozent gehören Windenergieanlagen zu den sichersten Bauwerken in der vom Menschen geprägten Landschaft.

Im Bereich Wartung und Betrieb Windenergie an Land sind heute 25.400 Arbeitnehmer beschäftigt, das entspricht knapp 20 Prozent der Beschäftigten in der Windenergiebranche. Mittlerweile werden die sicherheitsrelevanten Bauteile nicht nur in regelmäßigen Intervallen überprüft, sondern zusätzlich über digitale Sensoren und intelligente Condition Monitoring Systeme überwacht.

Die Sicherheit der Anlagen ist der Branche ein großes Anliegen

Hohe Standards haben dazu beigetragen, dass Windenergieanlagen heute eine technische Verfügbarkeit nahe 100 Prozent aufweisen. Immer ausdifferenziertere Wartungskonzepte, die sich zunehmend auf die genaue Analyse einer Vielzahl von Daten stützen, die an der Anlage erhoben werden, sind die Grundlage für den ökonomischen Erfolg der Windenergie. Die Betreiber führen selbst kleinste Reparaturen sofort aus, um größeren Schadensfällen vorzubeugen. Ao wird verhindert, dass Anlagen über längere Zeit keinen Strom einspeisen.

TÜV erkennt Marktpotenzial durch Anlagenprüfung

Dass der Bundesverband des deutschen TÜV im Bereich der Instandhaltung von Windenergieanlagen Wachstumspotenziale und Geschäftsmodelle erkennt, ist legitim. Die dabei angeschlagenen schrillen Töne sind dagegen unangebracht. Die bestehenden Wartungszyklen sind etabliert und zuverlässig. Die regelmäßigen Prüfungen werden von anerkannten, unabhängigen Sachverständigen vorgenommen. Die endgültige Entscheidung ob Sachverständige akzeptiert werden liegt immer bei den örtlich zuständigen staatlichen Behörden, die die Prüfberichte entgegen nehmen und dokumentieren.

Prüfung nach Richtlinie des Deutschen Instituts für Bautechnik

Windkraftanlagen werden in Deutschland auf Basis der Richtlinie des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) typengeprüft und genehmigt. Diese Typenprüfung bildet die Basis für Baugenehmigungen. Während der Aufstellung findet eine Bauüberwachung statt. Mit Inbetriebnahme werden alle Komponenten, die den Betrieb und die Sicherheit beeinflussen können, abgenommen.

Regelmäßige Wartung alle 24 - 48 Monate

Alle zwei bis vier Jahre findet in der Betriebsphase die wiederkehrende Prüfung statt.  Dabei wird jede Anlage durch anerkannte Sachverständige im Hinblick auf Sicherheit und ordnungsgemäße Wartung untersucht. Turnusmäßig werden zudem Steuerelemente, Rotorblätter, Triebstrang und alle weiteren sicherheitsrelevanten Verschleißteile geprüft.

Die rund 30.000 Windenergieanlagen in Deutschland werden systematisch gewartet und durch unabhängige Sachverständige begutachtet. Die hohen Sicherheitskriterien beugen Schadensfällen vor. Zu hundert Prozent lassen sich Schäden allerdings niemals ausschließen. Das zeigen auch andere Branchen. Große Havarien bleiben trotzdem seltene Einzelfälle, die sich fast immer auf Unwetterereignisse zurückführen lassen. Die Sicherheit der Windenergieanlagen ist gewährleistet – egal ob Neuanlage oder Altanlage

Quelle: Bundesverband WindEnergie e. V.