Titelbild der neue Handreichung zu Moor-PV. ©Fraunhofer ISE
- Juli 2026
Eine neue Handreichung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigt den aktuellen Stand der Technik bei Photovoltaik auf wiedervernässten Moorböden. Die Publikation gibt Empfehlungen für Planung, Umsetzung, Wartung und Rückbau von Moor-PV-Anlagen und beleuchtet zugleich technische, rechtliche und naturschutzfachliche Fragen.
Moor-PV verbindet die Wiedervernässung degradierter Moorflächen mit der Erzeugung erneuerbaren Stroms. Seit 2023 fördert die Bundesregierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Stromproduktion auf wiedervernässten Moorböden, die zuvor für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert wurden.
Die Handreichung wurde vom Fraunhofer ISE gemeinsam mit dem Greifswald Moor Centrum, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Institut für Landwirtschaftsrecht der Georg-August-Universität Göttingen und der Kanzlei Becker Büttner Held Rechtsanwälte (BBH) erarbeitet. Sie richtet sich unter anderem an landwirtschaftliche Betriebe, Solarunternehmen, die öffentliche Verwaltung und weitere Akteure.
Moor-PV soll Wiedervernässung attraktiver machen
In Deutschland wurden rund 70 Prozent der ehemals intakten Moore für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert. Die dadurch geschädigten Moorböden verursachen heute knapp 7 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.
Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, soll die Wiedervernässung degradierter Moorflächen deutlich beschleunigt werden. Die Entwicklung von Moor-PV kann dabei zusätzliche Anreize schaffen. Die Flächen werden wiedervernässt und können gleichzeitig zur Stromerzeugung genutzt werden. Für Landwirtschaftsbetriebe und Flächeneigentümer kann dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle entstehen.
Die neue Handreichung behandelt neben den Potenzialen der Technologie auch die besonderen Anforderungen an die Umsetzung. Dazu gehören unter anderem Standortanalyse, Wasserhaushalt, technische Planung, Bau, Wartung und Rückbau.
Naturschutzfachliche Anforderungen
Die Autoren betonen, dass Moor-PV auf entwässerten und stark degradierten Flächen umgesetzt werden sollte. Naturschutzfachlich wertvolle Moore und Moorböden innerhalb gesetzlicher Schutzgebiete sollten hingegen ausgenommen werden.
Das Potenzial bleibt dennoch groß. Allein in Mecklenburg-Vorpommern umfassen degradierte, landwirtschaftlich genutzte Moorböden ohne naturschutzrechtlich einschränkende Schutzauflagen mehr als 85.000 Hektar.
Die Handreichung bündelt den aktuellen Wissensstand zu Moor-PV und gibt Projektentwicklern, Landwirtschaft, Verwaltung und weiteren Akteuren eine Orientierung für die Planung und Umsetzung entsprechender Projekte.
> Download-Link zur Handreichung <
Manfred Gorgus
Quelle: Fraunhofer ISE