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06.05.2017

Zellteilung im Speichermarkt - modulare Speicher voll im Trend

Jeder will sie, immer mehr liefern sie, modulare Speicher, die in ihrer Kapazität langfristig zu erweitern sein sollen. Wie unterschiedlich Speicherhersteller mit dem Begriff "modular" umgehen ist allerdings überraschend.

Zellteilung für Stromspeicher - Speicher werden modular©Wikipedia/Douglas N Robinson, Guy Cavet, Hans M Warrick and James A Spudich

Der Wechselrichter SolarMax kündigt zur Intersolar einen "Modularen" Lithium Ionen Speicher an, der von 2,3 bis maximal 9,2 kWh in 4 Stufen zu je 2,3 kWh ausgebaut werden kann. Zielgruppe ist hier ganz klar der Privatkunde, den Gewerbekunden brauchen ab 20 kWh aufwärts. Mit seinen knappen 10 kWh bleibt das Gerät unter der Brandschuztschwelle von 20 kWh.

E3DC hat einen flexiblen LiIo Speicher für Gewerbe angekündigt. Die Serie wird in den Klassen UNO, bis 5,28kWh, DUE, bis 21,12kWh, und LINEA, bis 63,36kWh, geliefert und ist über ein "E3DC Energiefarming" jederzeit  und zeitlich beliebig erweiterbar. Unklar ist allerdings wie das Unternehmen mit dem Brandschutz umgeht. Präsentiert wird der Speicher freistehende in einer Gewerbehalle.

Alpha ESS präsentiert eine neue Speicherkomplettlösung mit Namen Storion-Smile 5 der ebenfalls modular ist, mit 5,73 Kilowattstunden pro Batteriemodul. Maximal 6 Batteriepacks können laut Hersteller kombiniert werden auf maximal 34,38 Kilowattstunden.

Modular im eigentlichen Sinne war vom Start weg die Stromspeicher des Schweizer Herstellers Powerball-Systems AG. Die Speicher sind von 3,5 kWh bis 1000 kWh skalierbar und das jederzeit, auch nach Jahren. Laut Hersteller werden die grün-grauen Quader im Format 90x60x60cm (Höhe x Breite x Tiefe) einfach nebeneinander gestellt und mit einem Strom und einem Datenkabel untereinander verbunden. Das System gibt es seit 2016 und wird vor allem in der Schweiz gerne als 24 kWh Einheit verbaut, weil es einfach zu installieren, zuverlässig und preisgünstig ist.

In Anbetracht dessen klingt die Ankündigung von Modulhersteller Solarwatt "den ersten vollständig modularen Batteriespeicher der Welt vorzustellen"  nicht gerade überzeugend, zumal das Unternehmen keine Details zu Kapazitäten und Technik preisgibt. Nur so viel, das Speichersystem MyReserve Matrix soll sich für alle denkbaren Einsatzgebiete individuell konfigurieren lassen. Das können andere allerdings schon lange und deshalb auch besser.

Immerhin, der Trend zur Flexibilität scheint sich bei Stromspeichern zu etablieren. Die Schweizer bieten Flexibilität bei Stromspeichern schon lange, die Deutschen ziehen nach, wobei sich die Frage stellt, ob ein modularer Aufbau in 2 kWh-Schritten Sinn macht, im Hinblick auf eine Verkehrswende mit Elektromobilität und eine Wärmewende in der Strom Öl und Gas als Energieträger ablösen wird.

Manfred Gorgus