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11.06.2017

Werden Stromspeicher flexibel?

Modular war der Trend bei Stromspeichern auf der Intersolar 2017. Aber wie modular ist modular - und ist überall modular drin wo es drauf steht?

Flexibilität muss sein ©can stock photo

Sprache ist ungenau und wenn alle das sagen meint doch jeder etwas anderes. So ist das anscheinend auch mit dem Begriff der "modularen" Stromspeicher. Jeder hat sie, jeder erzählt über sie aber wie modular modular ist muss man sehr genau anschauen.

Auf der Intersolar gab es die "modularen bis 10 kWh, die modularen bis 60 kWh und dann die von 3 bis 1000 kWh.

Es gab die Einschubvarianten bei denen Lithium Ionen Akkugruppen in Schränke eingeschoben werden, es wurden separate Kisten vorgestellt, die untereinander zu verkabeln waren und es gab Kisten die aneinandergereiht oder gestapelt werden können und Kapazitäten von 3 bis 1000 kWh realisiert werden können.

Modular bedeutet für den Betreiber, dass er den Stromspeicher langfristig an seine Bedürfnisse anpassen kann. Aber Braucht der Markt flexible Stromspeicher überhaupt?

Ja der Mensch braucht flexible Stromspeicher, weil 20 Jahre eine lange Zeit sind und keiner sagen kann was in 5 oder 10 Jahren ist.

Aus der Praxis wissen wir, dass ein Einfamilienhaus mit 3 Bewohnern, 2 davon sind tagsüber nicht im Haus, den Inhalt eines Stromspeicher mit 8 kWh nutzbarer Kapazität in 24 Stunden einmal komplett aufbrauchen. Der Betreiber, nennen wir ihn Herbert, denkt nach 4 Monaten Speicherbetrieb bereits über die Anschaffung eines zweiten 8 kWh Speichermodules nach. Dann könnte er auch an trüben Tagen mit dem eigenen Strom der Photovoltaikanlage über die Runden zu kommen ohne aus dem Netz zukaufen zu müssen. Wir lernen: auch Autarkie hat Suchtpotential und kann Lust auf mehr machen.

Wehe dem, der sich einen auf 10 kWh limitierten Speicher gekauft hat oder einen noch kleineren Speicher, der nicht erweiterbar ist. In solchen Fällen kann der Ausbau der Kapazität teuer werden, denn im Umkehrschluss bedeutet die neu Modularität bei Speichern nichts anderes, als dass die bisherigen Geräte unflexibel sind. Da die meisten Speicherhersteller ihre Akkus in Reihe geschaltet haben macht der alte Akku den Neuen tod. Deshalb sind diese Geräte nur bis zu 12 Monaten erweiterbar.

Unser Herbert will aber nun auf 16 oder sogar 24 kWh Speicherkapazität erweitern, die Photovoltaik vergrößern und die Wärmepumpe mit Strom aus der PV versorgen. Mit diesen Speicherkapazitäten rangiert er bei den meisten Speicherherstellern aber schon unter Gewerbespeichergröße. Wenn man bedenkt, dass vor einigen Monaten ein Hersteller aus Dresden seinen kleinsten Stromspeicher aufteilte und einen 2 kWh-Speicher einführte fragt man sich ob unser Fall "Herbert" unrealistisch ist oder ob die Speicherhersteller die Realität nicht bedienen? Herbert hätte einen 2 kWh-Stromspeicher in seinem 3 Personen Haushalt in 90 Minuten leer gesaugt.

Herbert hatte sich für ein Schweizer Produkt entschieden, eine unaufgeregte Blechkiste mit 6 oder 8 kWh nutzbarer Kapazität, die nebeneinander oder übereinander gestellt werden kann. In Deutschland ist das Produkt weniger bekannt, zu langweilig, zu wenig Charisma, zu einfach in der Handhabung, zu günstig im Preis. Deutsche setzen auf Mecedes und Co., Namen die Seriosität und Qualität versprechen und auf Lithium Ionen.

Die Schweizer setzen auf Flexibilität, Leistung, Qualität und Service. Das Produkt ist vom Anwender gedacht und für ihn gemacht. Erweiterbar von 3,5 bis 1000 kWh -  als von lächerlichen 3,5 kWh nutzbarer Kapazität bis zu 1 Megawatt, in 6 oder 8 kWh-Schritten. Wer kann das sonst noch? Keiner. Die Speicherkisten sind 60 x60 x 90 Zentimeter große Kuben die nebeneinander gestellt oder gestapelt werden können. Die Speicherkisten werden mit einem Datenkabel und einem Stromkabel parallel verschaltet und sind somit langfristig erweiterbar in 6 oder 8 kWh-Schritten. Das ist für modular.

Weil das aber noch nicht reicht sind die Schweizer Stromspeicherkisten insel- und notstromfähig, können in kalter und warmer Umgebung (-20° C bis +55° C) aufgestellt werden, können an AC- oder DC angeschlossen werden, sind wirtschaftlich ohne Förderung, laden und managen alle Akkuarten und sind 100% recycelbar. Das ist Flexibilität.

M.Gorgus