Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

07.02.2018

Wasserstoff-Einspeiseanlage in Betrieb

Forschungsanlage für den Betrieb im Gas-Verteilnetz läuft seit August 2017 - seitdem 2% Wasserstoff im Gas

Die Einspeiseanlage des Fraunhofer Institutes speist seit August 2017 Wasserstoff in das kommunalen Gasnetzt der Stadt Freiburg ein. Gaskunden im Industriegebiet Nord und in Gundelfingen erhalten seitdem bis zu 2% Wasserstoff im Erdgas.

"Die gezielte Kopplung der Sektoren ermöglicht einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien im System und stellt somit einen maßgeblichen Baustein einer nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft dar. Als Energie- und Umweltdienstleister sammeln wir daher bereits heute erste Erfahrungen, um die Region in Ihren ökologischen Bemühung bestmöglich zu unterstützen", so Richard Tuth vom Innovationsfonds und Umweltmanagement der badenova.

Im Rahmen des Projekts »Kommunaler Energieverbund Freiburg« wurden für diese Anlage komplexe Berechnungsmodelle für den Betrieb entwickelt. Diese Betriebsführungsmodelle optimieren den jeweiligen Tagesbetrieb mit einer im Rechenmodell hinterlegten Simulation.

Die Ziele der Betriebsführung sind entweder eine maximale lokale Grünstromnutzung, ein möglichst günstiger Stromeinkauf am Day-Ahead-Markt der Strombörse oder eine Kombination aus beiden. Diese Betriebsarten wurden in einer Simulationsumgebung entwickelt, erprobt und schlussendlich auf die im August realisierte Anlage übertragen.

Auch wenn es eine Forschungsanlage des Fraunhofer ISE ist, wird die Anlage nach ökonomisch-ökologischen Gesichtspunkten betrieben.  Die Anlage ist als Forschungsanlage für den Betrieb im Verteilnetz konzipiert und soll über das Projekt hinaus verschiedene Betriebskonzepte und die Entwicklung und Erprobung neuartiger Gasnetzkomponenten ermöglichen.

Aktuell ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Wasserstoff- Anlagen noch schwierig, da der gesetzliche Rahmen Wasserstoff derzeit im Vergleich zu anderen Technologien benachteiligt. Mit einem fairen Marktzugang kann diese Technologie aber wesentlich zur CO2-Minderung bei Wärme, Mobilität, Industrierohstoffen und Gas beitragen und so die Energiewende vorantreiben. 

Quelle: Fraunhofer ISE