Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

01.12.2017

Nur 800 registrierte Stromspeicher in 2017 trotz Meldepflicht seit 2014

Bis 31. Oktober wurden bei der Bundesnetzagentur 800 Stromspeicher registriert. Die Verpflichtung dazu besteht seit August 2014. Gibt es ein Kommunikationsproblem? Bis Mitte 2019 haben Betreiber noch Zeit ihren Speicher bei der Bundesnetzagentur zu melden. Meldepflicht besteht für Stromspeicher die nach dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden.

Geöffneter Speicher des Schweizer Herstellers Powerball-Systems AG ©Powerball-Systems AG / Collage SOLAR-professionell

Unbekannte Pflicht: Alle Speicherbetreiber müssen ihre Speicher seit dem 01. August 2014 bei der Bundesnetzagentur melden, aber kaum einer tut es. Offensichtlich ist diese Regel unbekannt. Geöffneter Speicher des Schweizer Herstellers Powerball-Systems AG ©Powerball-Systems AG / Collage SOLAR-professionell

20.000 installierte Stromspeicher in 2016 meldet der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft. Die Bundesnetzagentur meldet von Januar bis einschließlich Oktober 2017 exakt 800 registrierte Stromspeicher.

Vorausgesetzt dass in 2017 die gleiche Anzahl von Stromspeichern in Deutschland verbaut wird wie im vorangegangenen Jahr werden somit nur 6 % der installierten Speicher bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Dabei besteht Meldepflicht für Stromspeicher seit 01. August 2014.

Warum müssen Stromspeicher registriert werden?

Dazu teilt die Agentur auf Anfrage folgendes mit:

Stromspeicher, in die ausschließlich Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen eingespeist wird, sind bereits nach der Anlagenregisterverordnung von 2014 zur Meldung verpflichtet, wenn sie nach dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden. 

Die Marktstammdatenregisterverordnung – MaStRV - hat diese Pflicht auf sämtliche Speicher ausgedehnt. Bis zur Inbetriebnahme des MaStR-Webportals müssen nur Speicher, in die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingespeist wird, registriert werden. Mit Inbetriebnahme des MaStR-Webportals sind alle Strom- und Gasspeicher, die mittelbar oder unmittelbar an das Netz angeschlossen sind, zu melden.

Was macht die Bundesnetzagentur mit den Daten

  • Der Speicher wird vorläufig im Register der Bundesnetzagentur registriert. Für die Anlage wird eine vorläufige Registrierungsnummer vergeben. Der Betreiber wird über die erfolgte Registrierung benachrichtigt.
  • Die Daten des Speichers werden im Rahmen der monatlichen Veröffentlichung der Registerdaten auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht.
  • Sobald das MaStR-Webportal fertiggestellt ist, müssen sich alle Betreiber von bestehenden und neuen Anlagen im Webportal bis zum 30. Juni 2019 im MaStR registrieren und die Eintragungen zu ihren Anlagen prüfen und erforderlichenfalls korrigieren und ergänzen. Dies gilt auch für bereits bei der Bundesnetzagentur registrierte Betreiber und Anlagen.

Was müssen Speicherbetreiber tun?

Sie müssen ihren Stromspeicher bis Mitte 2019 bei der Bundesnetzagentur registrieren, wenn dieser nach dem 01.August 2014 installiert worden ist. Installateure können Ihre Kunden auf die Pflicht hinweisen, denn die niedrige Zahl der bisher registrierten Stromspeicher von gerade mal 6 % lässt darauf schließen, dass die Mehrzahl der Betreiber sich der Meldepflicht nicht bewusst ist.

Was bringt die Registrierung?

Dazu konnte die Bundesnetzagentur keine Auskunft geben - sie führt das aus, was der Gesetzgeber vorgibt. Eine Vermutung könnte sein, dass mit einem Stromspeicher den Eigenverbrauch steigt und dadurch die Netze weniger belastet werden. Das wiederum liefert Informationen über die Netzbelastung und einen notwendigen Netzausbau oder eben keinen Netzausbau.

Ob die Bundesnetzagentur mit einer plötzlichen Registrierung aller Stromspeicher überhaupt fertig werden würde ist die nächste Frage. Aktuell werden alle gemeldeten Speicher per Hand in eine digitale Tabelle eingetragen. Bei 800 pro Jahr ist das kein Problem aber bei 20.000 könnte das zum Problem werden.

Manfred Gorgus