Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

10.02.2017

In Atomkraftwerk explodiert Turbine

Im französischen Kernkraftwerk Flamanville ereignete sich gestern eine Explosion, die durch einen Funken ausgelöst, eine Turbine zerstört hat. Das Kernkraftwerk hat eine reiche Geschichte aus kleinen und großen Katastrophen, bis hin zur Erkenntnis, dass ein Erdbeben das Notkühlsystem des Reaktors außer Funktion setzen kann. Ein Reaktor der seit Inbetriebnahme des zweiten Blocks im Jahre 2015 unwirtschaftlich arbeitet, bekannte Sicherheitslücken aufweist und dessen Turbinen explodieren. Da rechnet man doch instinktiv die Kilometer zum eigenen Wohnort aus.

Kernkraftwerk Flamanville bei Nacht im Jahre 2008 ©Von Morpheus2309 aus der deutschsprachigen Wikipedia

Das Kernkraftwerk Flamanville wurde im Juli 1985 mit dem ersten Druckwasserreaktor in Betrieb genommen. Im Jahre 2004 wurde die Erweiterung um einen neuen Druckwasserreaktor bekanntgegeben. Im Laufe seiner Existenz hat das Kraftwerk immer wieder durch Hiobsbotschaften für Schlagzeilen gesorgt. So arbeitet Flamanville seit Fertigstellung des zweiten Reaktorblocks nicht wirtschaftlich. Die Baukosten haben sich mindestens verdoppelt, der italienische Konzern Enel hat sich 2012 aus der Finanzierung zurückgezogen.

2015 informiert die französische Atomsicherheitsbehörde ASN über "Anomalien" im Stahl des neuen Reaktordruckbehälters. Die gleiche Behörde stellt bereits 2002 fest, dass bei einem starken Erdbeben das Notkühlsystem des ersten Reaktors ausfallen kann.

Nicht wirtschaftlich, unsicher, eine explodierte Turbine und im Anschluss die üblichen Beschwichtigungen der Betreiber. Es drängt sich die Frage auf warum werden die vielen Milliarden nicht in den Bau von Erneuerbaren Energieanlagen gesteckt. Eine Gegenüberstellung der Kosten für den zweiten Reaktor zeigt, dass beim Kraftwerk Flamanville pro Megawatt 3,7 Mio. € angefallen sind.

Eine moderne Photovoltaikanlage liegt bei unter einer Million Euro pro Megawatt. Das ist ein Viertel der Kosten des Kernkraftwerkes Flamanville. Natürlich scheint die Sonne  nicht immer und auch der Wind weht nicht immer. Aber ist es denn so schwer zu erkennen, dass die Technik und das Geld für saubere, gesunde und sicher Energiegewinnung vorhanden ist, zumal die vierfache Leistung an Erneuerbaren Energien für das Geld eines Kernreaktors gebaut werden kann. Und dabei sind die Folgekosten noch nicht mit eingerechnet. Manfred Gorgus