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12.10.2017

Großes Potential für Mieterstrom in deutschen Großstädten

Das sieht zumindest der Bund für Solarwirtschaft in Deutschland und spricht von mindestens 1,1 Gigawatt zusätzlicher Solarstromleistung auf Stadtdächern und 500.000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr.

In Deutschlands 20 größten Städten gibt es ein Potenzial von bis zu 33.000 Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden. 1,4 Millionen Mieterinnen und Mieter könnten preiswerten Solarstrom beziehen. Das ist das Kernergebnis der Potenzialanalyse für solaren Mieterstrom, die Verbände aus Wohnungswirtschaft, Mieter- und Solarverbänden in Auftrag gegeben haben. Die CO2-Einsparung wird auf  500.000 Tonnen pro Jahr geschätzt.

Um die Theorie in Praxis zu transferieren müsste das im Sommer in Kraft getretene PV-Mieterstromgesetz in den kommenden Jahren von allen Marktteilnehmern aufgegriffen und gemeinsam umgesetzt werden.

Das würde auch die Stromnetze entlasten, denn beim PV-Mieterstrom handelt es sich um Strom, der auf einem oder mehreren Gebäuden durch Solarenergie erzeugt und direkt an die Bewohner geliefert wird. Da dieser Strom direkt zum Kunden gelangt, entfallen Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, KWK-Umlage und Stromsteuer. Das macht den Strom günstiger.

Die Mehrwertsteuerpflicht und die volle EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde gelten jedoch auch für solaren Mieterstrom.

Um die Wettbewerbsfähigkeit von PV-Mieterstrom zu steigern erhalten Betreiber von PV-Mieterstromanlagen unter bestimmten Bedingungen eine Förderung von bis zu 3,8 Cent/kWh. Förderfähige Anlagen sind auf 100 kWp begrenzt  und die jährliche Installation wurde auf eine Leistung von 500 MWp begrenzt. Außerdem hat der Gesetzgeber den Preis für PV-Mieterstrom auf 10 Prozent unter dem am Ort geltenden Grundversorgungstarif festgelegt. Datenquelle: BSW