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14.03.2017

Freiflächenanlagen auf Ackerland in Bayern und Baden-Württemberg wieder möglich

Photovoltaik auf Ackerland und Grünlandflächen sind ab sofort in Bayern und Baden-Württemberg wieder möglich. Eine entsprechende Verordnung wurde vergangene Woche von den beiden Landesregierungen verabschiedet. Ziel ist es in den beiden südlichen Bundesländern den Ausbau der Solarenergie zu beschleunigen.

Photovoltaik auf Ackerlan und Grünflächen in Bayern wieder möglich

Photovoltaik auf Ackerland und Grünflächen in Baden-Württemberg und Bayern wieder möglich ©SOLAR-professionell / M.Gorgus

Die Bayerische Staatsregierung hat am 7. März 2017 die Verordnung über Gebote für Photovoltaik-Freiflächenanlagen beschlossen. Mit der Verordnung schafft Bayern für Photovoltaik-Projekte auf Acker- und Grünlandflächen an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen zu können. Allerdings gilt diese Verordnung ausschließlich in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten.

Entscheidung der Länder

Mit der neuen Verordnung wollen die Bundesländer die Wettbewerbschancen in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur erhöhen und den weiteren Ausbau von Freiflächenanlagen sicherstellen. Möglich gemacht hat es das neue EEG 2017, das den Ländern Spielraum für die Genehmigung von Solarstromanlagen auf Acker- und Grünlandflächen zugesteht. Bayern beansprucht für sich, dies Länderöffnungsklausel bei den Verhandlungen über das EEG 2017 durchgesetzt zu haben.

Ohne dies Erweiterung wären Photovoltaik-Freiflächenanlagen nach EEG 2017 nur auf versiegelten Flächen, Konversionsflächen, neben Autobahnen und Schienenwegen in einer Breite von 110 Metern und auf Flächen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben möglich. Auf den geeigneten Flächen dieser Kategorien wurden in den letzten Jahren bereits in erheblichem Umfang Photovoltaikanlagen errichtet. Geeignete und kostengünstige Flächen in diesem Bereich werden mittlerweile aber knapp.

Limit von 30 Projekten pro Jahr

In den einzelnen Ausschreibungsrunden dürfen jährlich maximal dreißig Projekte auf Acker- oder Grünlandflächen von der Bundesnetzagentur einen Zuschlag erhalten. Ausgeschlossen von der Teilnahme an Ausschreibungen sind Flächen, die als Natura 2000-Gebiet ausgezeichnet oder Teil eines Biotops im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes sind.

Bereits an der zweiten Ausschreibungsrunde 2017 mit dem Gebotstermin 1. Juni 2017 können nun auch bayerische Projekte auf Acker- und Grünlandflächen in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten teilnehmen.

Hohe Akzeptanz in der Bevölkerung

Laut einer Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien vom Herbst 2016 finden 90 % der Befragten die Nachbarschaft zu einem Solarpark für völlig in Ordnung. Bei einem Atomkraftwerk halten 83 % die Nachbarschaft für nicht akzeptabel und bei einem Kohlekraftwerk sind es 80 % die eine Nachbarschaft für inakzeptabel halten. Das ist eine klare Ansage für die Photovoltaik.

Manfred Gorgus Quellen: Bayerischen Staatsregierung, Regierung Baden-Württemberg, BSW