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21.11.2017

Förderung von solarem Mieterstrom von EU-Kommission genehmigt

Nachdem der Bundestag die Förderung von sogenanntem Mieterstrom bereits im Sommer beschlossen hat, hat gestern auch die Europäische Kommission die Förderung solar erzeugten Mieterstroms genehmigt.

EU genehmigt Förderung des deutschen Mieterstrom-Modells

EU genehmigt Förderung des deutschen Mieterstrom-Modells © SOLAR-professionell

Der Weg ist nun zumindest vom Gesetzgeber geebnet für mehr Photovoltaik in deutschen Städten. Durch die relativ niedrigen Erzeugungskosten von solarem Strom können den Mietern niedrigere Tarife als beim konventionellen Strom  angeboten werden. Mieter sind aber nicht verpflichtet den Solarstrom abzunehmen, sie haben die freie Wahl des Anbieters.

Deutschland ist Mieterland, rund 60 Prozent aller Menschen wohnen in gemietetem Eigentum. In den 20 größten deutschen Städten gibt es laut BSW ein Potenzial von bis zu 33.000 Photovoltaikanlagen auf großen Wohngebäuden.

Informationen zum Thema Mieterstrom und die neue Förderung bietet das Infoportal www.sonne-teilen.de, das u.a. mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Intersolar Europe betrieben wird.

Manfred Gorgus

Was ist Mieterstrom

Beim PV-Mieterstrom handelt es sich um Strom, der auf einem oder mehreren Gebäuden durch Solarenergie erzeugt und im Wege der Direktvermarktung an die Bewohner geliefert wird. Da dieser Strom ohne Nutzung eines allgemeinen Versorgungsnetzes zu den Kunden gelangt, enthält der Preis keine staatlichen Abgaben wie Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgaben, KWK-Umlage oder Stromsteuer. Die Mehrwertsteuerpflicht und die volle EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde gelten jedoch auch für solaren Mieterstrom.

Um die Wettbewerbsfähigkeit von PV-Mieterstrom zu erhöhen und den solaren Ausbau in den Städten zu fördern, garantiert das neue Mieterstromgesetz den Betreibern von PV-Mieterstromanlagen in Abhängigkeit von der Größe der Anlage und dem aktuellen EEG-Einspeisetarif einen Zuschlag von bis zu 3,8 Cent/kWh. Förderfähige Anlagen sind jedoch auf 100 kWp begrenzt. Der jährliche Mieterstromzubau wurde auf eine Leistung von 500 MWp gedeckelt. Auch ein Höchstpreis für PV-Mieterstrom wurde vom Gesetzgeber festgelegt. Er muss mindestens 10 Prozent unter dem am jeweiligen Ort geltenden Grundversorgungstarif liegen.

Quelle: BSW