Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

11.03.2016

Expertenstatements zur Energiewende

Im Vorfeld zum fünften Jahrestag von Fukushima am 11. März 2016 hatte Agora Energiewende am 7. März 2016 langjährige Begleiter der Energiewende zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Im Folgenden finden Sie ausgewählte Zitate aus dieser Veranstaltung, die frei zur Verwendung sind.

Prof. Dr. Klaus Töpfer auf der Konferenz, Countdown to Copenhagen

Prof. Dr. Klaus Töpfer auf der Konferenz, Countdown to Copenhagen © Heinrich Böll Stiftung Berlin

Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Vorsitzender der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ und Vorsitzender des Rates der Agora:

  • „Fukushima hat einen über meine Erwartungen deutlich hinausgehenden Zuwachs von Kenntnissen ausgelöst, wie man Erneuerbare Energien ernten und nutzen kann – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.“
  • „Wir müssen die Energiewende bei uns machen, weil nur hier die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. Es braucht ein gutes Stück politische Standfähigkeit, um das auch tatsächlich umzusetzen.“
  • „Wir haben in Technologieentwicklung investiert. Es war Sinn des Manövers, dass andere das von uns übernehmen.“
  • „Die deutsche Politik muss aufhören zu sagen, das sind aber riesige Kosten, die wir zu tragen haben. Das würde ich nicht mehr empfehlen. Ich würde wirklich empfehlen, zu sagen, dass es uns gelungen ist. Dann übernehmen es auch andere von uns – und die können es ja auch besser machen.“

Regine Günther, Generaldirektorin Politik und Klimaschutz beim WWF

  • „Man konnte 2011 nach Fukushima spüren: Es wird sich etwas in der Energiewirtschaft verändern. Sie würde aus diesem Prozess nicht so hinausgehen, wie sie hineingegangen war.“
  • „Wir müssen die Energiewende so machen, dass andere uns nachfolgen, weil sie eine große Attraktivität hat. Wir müssen bei wichtigen Innovationsthemen, zum Beispiel der Photovoltaik aber auch aufpassen, dass wir nicht abgehängt werden und andere uns überholen.“
  • „Eine der großen Baustellen besteht darin, die Energiewende nicht nur im Stromsektor zu machen, sondern auch bei Wärme und Verkehr. Hier müssen wir die Integration verstärken und gestalten.“

Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München

  • „Wir haben die Attraktivität der Energiewende am meisten im Recruiting gemerkt. Exzellente Leute zu holen war früher sehr schwer. Doch mit Beginn der Energiewende kam ein Run von Bewerbungen von exzellenten Leuten. Diese Welle der Begeisterung geht weiter und sie durchdringt jetzt langsam alle Energieversorger und wird einen ganz starken Mentalitätswandel der Branche mit sich bringen.“
  • Melissa Eddy, Deutschlandkorrespondentin der New York Times
  • „Es ist leider eine deutsche Tendenz, immer auf das negative zu schauen. Bei der Energiewende sollte man sich das nicht leisten. Wenn man nur auf die Probleme schaut, dann wächst die Gefahr, dass es nicht klappt. Außerdem verpasst man die Chance, von anderen zu lernen – etwa von Kalifornien bei Elektroautos und Stromspeichern.“

Dr. Martin Iffert, Vorstandsvorsitzender von Trimet Aluminium

  • „Wie können wir ein Modell entwickeln, dass für China eine hohe Attraktivität hat? Das ist unsere Aufgabe für die nächsten 15 Jahren. Wir reden hier vor allem über die Flexibilisierung der Nachfrage in industriellen Prozessen – bei uns also in der Aluminumproduktion.“

Quelle: Agora