Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

31.05.2014 Von: Manfred Gorgus

EEG-Novelle und Eigenstromumlage: Kläranlagenbetreiber schlagen Alarm

Jetzt erwischt die EEG Novelle die Kläranlagen, denn die erzeugen immer öfter aus Klärgas und Restwärme Strom, der in den Anlagen sofort als Eigenstrom genutzt wird. Das ist wirtschaftlich, effizient und ein Beitrag zum Klimaschutz - bisher. Die in der EEG-Novellierung geplante Erhebung der EEG-Umlage auf Eigenstromnutzung wird in Kläranlagen mit Eigenstromnutzung aber zu steigenden Kosten führen und in letzter Konsequenz zu Gebührenerhöhung. Der Bundesrat hat die Bundesregierung auf das Problem der Klärwerke hingewiesen, aber die Bundesregierung ignoriert den Hinweis. Jetzt schlagen Abwasserverbände Alarm.

Kläranlage Schongau

Kläranlage Schongau ©Gemeinde Schongau

Durch die Eigenstromerzeugung und Nutzung in Kläranlagen steigt die Energieeffizienz bei der Abwasserreinigung enorm und es muss weniger Strom eingekauft werden. Die Abwasserbetriebe konnten so in den letzten Jahren trotz steigender Energiepreise und zusätzlicher Aufgaben für den Umweltschutz die Gebühren stabil halten. Gleichzeitig wurde Kohlendioxid eingespart, was wiederum dem Klimaschutz zu Gute kam. Für die Eigenstromerzeugung haben die Kläranlagenbetreiber keine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. 

 

 

 

Nach der geplanten EEG-Novelle der Bundesregierung fällt auf den in Kläranlagen erzeugten und dort genutzten Strom eine EEG-Umlage für Eigenstromnutzung an. Damit  erzwingt der Gesetzgeber eine Erhöhung der Abwassergebühren, die mit der Abwasserreinigung nichts zu tun hat. Das meldet die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) e.V. Christa Hecht, Geschäftsführerin der AöW, spricht vom Prinzip, „Von der linken Tasche in die rechte Tasche“. Eine Entlastung für die Stromkunden sieht die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft definitiv nicht. Die EEG-Umlage würde sich in Zukunft  versteckt wieder in der Gebühr für die Abwasserreinigung finden, sagt die Geschäftsführerin. Frau Hecht ist enttäuscht, dass die Bundesregierung die Beschlüsse des Bundesrates, der das ebenfalls bemängelt hatte, einfach vom Tisch gewischt hat! Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft fordert, die Erzeugung von Strom für den Eigenbedarf bei Abwasseranlagen von der EEG-Umlage freizustellen.