Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

21.03.2017

Die ungerechte Energiewende !

Reiche zahlen wenig für die Energiewende, Reiche viel. Das sollte sich sich ändern. Immerhin sind wir im Bereich der Nachhaltigkeit und eine ungerechte Energiewende ist kein gutes Aushängeschild für die Erneuerbaren Energien, zumal die Subventionen für die Erneuerbaren nur rund ein sechstel dessen betragen, was Kohle- und Atomkraft bisher kassiert haben.

Bisher gezahlte staatliche Förderungen für Atom- und Kohlekraft, sowie Erneuerbare Energien.

Bisher gezahlte staatliche Förderungen für Atom- und Kohlekraft, sowie Erneuerbare Energien. ©SOLAR-professionell

"Gemessen am Einkommen zahlen Reiche wenig und Arme viel für die Energiewende" - so der Tenor eines kritischen Artikels zur Finanzierung der Erneuerbaren Energien der am 21. März 2017 in der Tageszeitung "Welt" erschienen ist.

Aufgegriffen hat diese Artikel der gemeinnützige Verein "Pro Lausitzer Braunkohle e. V.", der auf seiner Webseite mit einer attraktiven See-Landschaft als Hintergrundbild gesunde Umgebung durch Tagebau suggeriert. Einerseits verständlich, denn die Lausitz hat von der Kohle gelebt. Ich kenne den Tagebau, sowie das Kraftwerk "Schwarze Pumpe" aus verschiedenen Reportagen aus der Zeit nach 1990 bis 1993. Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben mir den Eindruck einer eingeschweißten Gemeinschaft gemacht, was mir gefallen hat. Die Kraftwerksbegehung war allerdings ein Erlebnis für sich. Im Kraftwerk waren Boden, Decken, Gerät durch Kohlestaub so schwarz, dass die angeschaltete Beleuchtung nur grob den Weg erhellen konnte. Der schwarze Belag absorbierte gefühlte 90 Prozent der gesamten Beleuchtung. Das war Energiegewinnung ganz nach alter Schule.

Das ist Geschichte, "Schwarze Pumpe" ist heute ein modernes Kohlekraftwerk mit 1600 Megawatt Leistung, errichtet von 1993 bis 1998. Sauberer zwar als die alten Kraftwerke, trotzdem eine CO2-Schleuder.

Dass "Pro Lausitzer Braunkohle e. V." die Neuen Energien als sozial unverträglich entspricht den Erwartungen, zeigt aber auch, dass beim EEG Handlungsbedarf besteht. Eine unterschiedliche Finanzierung von Erneuerbaren Energien über den Strompreis einerseits und Kernenergie und Kohlekraftwerken über Steuergelder ist nicht mehr zeitgemäß. Entweder müssen beide Energieformen über Steuern, oder über Energieumlage finanziert werden.

Die Energieumlage hat klar den Vorteil, dass dann auch die Aufwendungen für Kern- und Kohlekraft transparent werden.

Klar ist, dass Kern- und Kohlekraft mit bisher rund 630 Milliarden Euro mit dem sechsfachen Betrag  subventioniert wurden als die Erneuerbaren Energien ( 102 Milliarden Euro bisher). Atom- und Kohlekraft werden auf Grund der "Ewigkeitskosten, Atommüll-Lagerung und CO2 Verschmutzung, auch in Zukunft den Steuerzahler viel Geld kosten (siehe früheren Artikel). Manfred Gorgus