Digitales Fachmagazin für Photovoltaik und erneuerbare Energien

26.09.2017

Das war kein gute Wahl

Zwei neue Parteien ziehen ins Parlament, FDP und AFD. Erneuerbare Energien gilt bei beiden Parteien als Randerscheinung. CDU und SPD, beide nicht gerade Treiber der Energiewende, haben Verluste eingefahren und werden in Zukunft mehr über ihren Schwund an Popularität als über die Erneuerbaren nachdenken. Keine guten Aussichten.

Sitzverteilung nach der Bundestagswahl 2017. Nach den Wahlprogrammen keine gute Zeit für Erneuerbare Eenergien.

Sitzverteilung nach der Bundestagswahl 2017. Nach den Wahlprogrammen keine gute Zeit für Erneuerbare Energien. ©Bundeswahlleiter

Der Weg in die erneuerbaren Energien ist unumkehrbar, aber in Deutschland wird er steiniger. CDU und SPD haben nach der Bundestagswahl 2017 weniger Gewicht. Die FDP mit Herrn Rössler hatte bis 2013 intensiv an der Demontage der Erneuerbaren Energien gearbeitet, was für die nächsten 4 Jahre in Sachen Energiewende nichts Gutes vermuten lässt und die AFD leugnet angeblich sogar den Klimawandel.

Die Grünen und Die Linke haben beide die Erneuerbaren als wesentlichen Punkt im Wahlprogramm, beide Parteien konnten auch Wähler gewinnen, doch haben sie zu geringes Stimmgewicht um die Energiewende maßgeblich nach Vorne zu bringen.

Nach Rechtsrutsch in der deutschen Parteienlandschaft und Einzug der AFD ins Parlament wird diese vor Selbstbewusstsein strotzen und sich entsprechend verhalten. Wie die AFD in Energiefragen in der Praxis entscheiden wird muss sich noch zeigen. Es ist eine Partei die ihre Wähler aus dem Potential der Unzufriedenen rekrutiert. Um deren Gunst zu behalten muss man populistisch agieren. Ein komplexes und langfristiges Thema wie die Energiewende dürfte für die AFD schon aus rein praktischen Gründen unattraktiv sein.

Die FDP wird erneuerbare Energien behindern, so wie sie das in der Vergangenheit schon getan hat. Herr Rössler war der personifizierte Kämpfer gegen jede Art der EEG-Förderung.

CDU und SPD – was will man da erwarten nach den Erfahrungen der letzten Jahre. Die SPD hat ein Herz das schlägt für Kohle, die energiepolitisch leider Schnee von gestern ist.

Der Prozess der Energiewende ist unumkehrbar, aber Deutschland ist langsam geworden bei der Energiewende. Seit 5 Jahren geringer Zubau, seit vergangenem Sonntag  2 Parteien die beim Thema Energie fossil denken, das sieht nicht gut aus.

Die Konzerne der Energiewirtschaft stehen schon in den Startlöchern und positionieren sich im Markt mit intelligenter Energiemanagement-, Steuerungs- und Vertriebstechnik um die Energieversorgung der Zukunft nach der Energiewnde sicherzustellen. Ohne diese übergeordnete Intelligenz geht in der Zukunft der Erneuerbaren wenig. Intelligentes Energiemanagement wird die zweite Macht neben den Netzbetreibern.

Energie wird erneuerbar – es könnte nach dieser Wahl allerdings etwas länger dauern in Deutschland. Manfred Gorgus