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13.08.2017

Das Ende der klassischen Warmwasserheizung im Neubau

Das vom Europaparlament für 2020 bei Neubauten angestrebte Null-Energie-Haus stellt neue Herausforderungen an die Haustechnik. Bei unter 10 Watt Heizleistung pro Quadratmeter sind wassergeführte Systeme überdimensioniert. Es reicht eine Luftheizung - sagt Stiebel Eltron.

LWZ_604 von Stiebel Eltron

Neue Richtlinien bei Neubauten werden die Haustechnik verändern. Speziell für Null- und Passivhäuser hat Stiebel Eltron ein angepasstes Heiz- und Warmwassersystem entwickelt. ©Stiebel Eltron

Mit dem Nahe-Null-Energiehaus, dass das europäische Parlament als Standard-Neubau bereits ab 2020 anstrebt, könnte sich die Haustechnik radikal verändern. Bei einem Jahresheizwärmebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr beziehungsweise einer benötigten Heizleistung von weniger als 10 Watt pro Quadratmeter sind neue Haustechnikkonzepte gefragt.

Ein 150 Quadratmeter großer Neubau benötigt in Zukunft gerade mal eine Heizungsanlage mit einer Leistung von rund 1,5 Kilowatt. Das Stiebel Eltron Integralgerät LWZ ist ein neu entwickeltes Gerät, das einen niedrigen Wärmebedarf effizient bedienen soll und gleichzeitig die Warmwasserbereitung übernimmt. Die Wärme wird allerdings nicht mehr an ein wassergeführtes Verteilsystem abgegeben, sondern über die eine Lüftungsanlage in den Gebäuden verteilt.

Die neue Technik mit kontrollierter Wohnungslüftung, Inverter-Wärmepumpe und integriertem 200-Liter-Trinkwarmwasserspeicher ist als Wärmeverteilsystem dann wirtschaftlich, wenn die aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen ohnehin notwendige Frischluftmenge, die von der Lüftungsanlage eingebracht wird, für den Wärmetransport ausreicht, also nicht erhöht werden muss. Das ist bei Passivhäusern, sowie auch den geplanten Nahe-Null-Energie-Häusern der Fall, weil der Wärmebedarf so extrem niedrig ist.

Einen solch niedrigen Wert erreichen die Gebäude mit einer sehr dichten, hochwertigen Gebäudehülle, die wiederum eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage ganz unabhängig von der Heizung benötigen. Die Idee dahinter ist, ein Syste zu nutzen, das ohnehin eingebaut werden muss. Die Kosten für das die klassische Warmwasserverteilung mit Heizkörpern entfallen.

Die LWZ 604 Air stellt bei -20 Grad Außentemperatur eine reine Wärmepumpenleistung von 3,2 kW bereit. Damit kann neben der Heizung auch die Warmwasserbereitung solide mit der Wärmepumpe bedient werden. Gleichzeitig ist so für die Heizung eine Leistungsreserve vorhanden, sollte diese benötigt werden. Das neue Gerät verfügt zudem über eine sehr große Modulationsbandbreite, für die ein zusätzlicher Mini-Puffer eingesetzt wird, damit über die Lüftungsanlage tatsächlich auch kontinuierlich geheizt werden kann.

Die Wärmepumpen-Leistungszahl liegt bei 4,52 bei 2 Grad Außentemperatur und 42 Grad Zulufttemperatur und für die Warmwasserbereitung bei 2,8 beim Zapfprofil XL nach EN 16147. Darüber hinaus verfügt die LWZ 604 Air über eine Anschlussmöglichkeit für einen Wasser-Heizkreis, der für die Beheizung der Ablufträume wie zum Beispiel das Bad eingesetzt werden kann. Eine elektrische elektrische Vor- oder Nachwärmung der Luft erfolgt nicht.

Quelle: Stiebel Eltron