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02.07.2017

Bayerns erster 1 MW Regelenergie-Speicher ist am Netz

Smart Power baut Bayerns ersten Regelenergie-Speicher auf dem Campus der TU in Garching - Einweihung und Netzgang am 21.06.2017 bei strahlendem Sonnenschein und großer Beteiligung.

Der erste 1 MW Regelenergiespeicher in Bayern, Wechselrichterraum

Aussenansicht bei einer der Führungen des ersten 1 MW Regelenergiespeicher in Bayern ©m.gorgus

Der erste 1 MW Regelenergiespeicher in Bayern, Wechselrichterraum ©m.gorgus

Im Speicherraum des ersten Regelenergiespeicher in Bayern, voll mit Lithium Ionen Akkus in 10er Racks©m.gorgus

Anzeigetafel darf nicht fehlen beim ersten 1 MW Regelenergiespeicher in Bayern ©m.gorgus

Erklärtafel darf auch nicht fehlen beim ersten 1 MW Regelenergiespeicher in Bayern ©m.gorgus

Der Eingang zum klimatisierten Batterieraum des ersten 1 MW Regelenergiespeicher in Bayern mit Lithium Ionen Akkutechnik ©m.gorgus

Speichersysteme für Regelenergie sind derzeit in aller Munde und sie sind notwendig, um die Energiewende voranzutreiben, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig den Netzausbau auf ein notwendiges und akzeptables Maß zu begrenzen.

Dennoch ist die Anzahl der Projekte in Deutschland derzeit noch überschaubar. Auf dem Campus der TU in Garching wurde nun Bayerns erster Regelenergiespeicher in Betrieb genommen. In Zukunft unterstützt er von diesem Standort aus aktiv das europäische Verbundnetz.  

Gebaut und investiert wurde das Projekt von der Firma Smart Power GmbH & Co.KG in Feldkirchen, einer Ausgründung des oberbayrischen Solarprojektierers MaxSolar. „Der Betrieb eines Regelenergiespeichers ist derzeit nur sehr begrenzt wirtschaftlich“, erklärt Geschäftsführer Dr. Franz Hauk in seiner Eröffnungsrede, aber wolle er mit diesem Projekt ein Zeichen setzen, dass Bau und Betrieb von Speichersystemen auch in dieser Größenordnung bereits jetzt ohne Förderung möglich ist. Zudem sei es ihm wichtig, auch den Instituten und Lehrstühlen der nahen TU München mit diesem Projekt die Möglichkeit zu geben, Betriebsdaten zu sammeln und eine Forschung am praktischen Objekt betreiben zu können.

Ulrich Bürger, technischer Leiter von Smart Power, erläuterte den Anwesenden die Funktionsweise des Speichers, der nur anhand der Netzfrequenz vollkommen automatisch eine Über- oder Unterdeckung der Einspeiseleistung im Netz erkennt, sofort vollautomatisch gegensteuert und dadurch absolute Netzstabilität gewährleistet. „Nur so ist es möglich, dass zukünftig immer mehr fossile Kraftwerke durch Erneuerbare Energien ersetzt werden und die Energiewende weiter vorankommt“, so Bürger. 

Vertreter des Landratsamtes und auch der Bürgermeister der Stadt Garching äußerten sich erfreut und zugleich stolz, dass dieses innovative und zukunftsweisende Projekt gerade in Ihrer Region errichtet wurde. Auch Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber, der leider kurzfristig verhindert war, betonte in seiner Stellungnahme anlässlich der Inbetriebnahme des Regelleistungs-Speichers: „Der heutige Start ist ein wichtiger Meilenstein für eine leistungsstarke Energieversorgung der Zukunft. Um die Umstellung auf erneuerbare Energien voranzubringen, brauchen wir flexible Speichersysteme für erneuerbare Energien. Bayern setzt auf moderne Batteriespeichersysteme, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig den notwendigen Netzausbau auf ein akzeptables und sinnvolles Maß zu begrenzen.“    

Nach dem offiziellen Teil wurde der Speicher aktiviert und in den realen automatischen Netzbetrieb übernommen. Von Ulrich Bürger und Projektleiter Roland Balbierer konnten sich die anwesenden Gäste in anschließenden Führungen die Technik genauer erklären lassen und so einen Eindruck von der Arbeit eines Regelenergiespeichers gewinnen.

Der oberbayerische Himmel lieferte zur Einweihung mit anschließender zünftiger Weißwurstbrotzeit seine beste Kulisse in Blau-Weiß, bei strahlendem Sonnenschein. Auch der Himmel meint´s offensichtlich gut mit der   Energiewende.

Smart Power / Manfred Gorgus