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08.04.2018

Auch das Land Brandenburg will Speicher fördern und hält aber Kohle fest

Die Betonung liegt auf "WILL". Noch ist nämlich nichts entschieden. Aber Wirtschaftsminister Gerber will Stromspeicher fördern und sogar eine Batteriefabrik nach Brandenburg holen. Das ist die Aussage des Ministers Ende März 2018 zum Energie-Speichertags in Potsdam. Anfang April 2018 sagt das Wirtschaftsministerium: "Braunkohlekraftwerke für stabile Stromversorgung unverzichtbar!"

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte - auch im Fall von Brandenburgs geplanten Umbau von fossiler zu erneuerbarer Energie. Der Internetauftritt des Wirtschaftsministeriums zeigt ein Foto auf dem auch 2030 neben Windrädern auch noch Schlote qualmen. ©Ministerium für Wirtschaft und Energie

„Die Weiterentwicklung der Speichertechnologien ist und bleibt ein zentraler Faktor für den Erfolg der Energiewende. Deswegen müssen wir daran arbeiten, dass Speicher besser werden“, erklärte Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber zur Eröffnung des 3. Brandenburger Energiespeichertages im Geoforschungszentrum in Potsdam.

Die Lausitz, bekannt für Kohle, Tagebau und tiefe Löcher in der Erde, soll Modellregion für Erneuerbare Energien werden. Das Land will mit einem Förderprogramm „1000 Speicher“ starten. Damit sollen noch in diesem Jahr "kleinere" Speicher für Privathaushalte gefördert werden.

Allein die Formulierung lässt Böses ahnen. Alles klein und irgendwann. Baden-Württemberg hat schon eine Speicherförderung und vor allem - die Förderbedingungen sind so formuliert, dass sie auch von Laien verstanden werden. Ein starkes Signal, dass es dort mit der Energiewende ernst gemeint wird. Zumindest werden von der Landesregierung die Bedingungen so gestaltet, dass einer Umsetzung nichts entgegensteht. 

In Brandenburg wird über die Speicherförderung gerade nachgedacht. Wie sie aussieht ist noch unklar. Das Vorsicht geboten ist wird  Anfang April klar. Anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Studie zur Grundlastversorgung schreibt das Brandenburger Wirtschaftsministerium am 03. April:

Braunkohlekraftwerke für stabile Stromversorgung unverzichtbar! Neue BTU-Studie zur Mindesterzeugung von Brandenburger Braunkohlekraftwerken!  

Und Wirtschaftsminister Gerber: „Die Studie zeigt, dass wir die Braunkohle als Brückentechnologie noch benötigen. Darüber sollte sich auch die Bundesregierung im Klaren sein. Mittelfristig kann eine stabile und sichere Stromversorgung nicht allein über erneuerbare Energien gewährleistet werden. Dafür fehlen sowohl die technischen Lösungen als auch die Anreize.“

Vielleicht sollte das beantragte Förderprogramm nicht 1000 sondern 100.000 Speicher heißen. Das wäre ein ernstzunehmendes Signal. Und wenn die dann noch vernetzt wären, dann könnte das Verbundnetz entlastet, Regelenergie geleistet und der Umbau von Kohleenergie zu erneuerbarer Energie in Brandenburg auch ernst genommen werden.  Manfred Gorgus