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29.10.2017

100 Millionen pro Jahr - Strukturwandelfond für die Lausitz

Ab 2019 soll das Braunkohlegebiet "Lausitz" jährlich 100 Millionen Euro zusätzlich aus dem Bundeshaushalt erhalten. Mit dem „Strukturwandelfonds Lausitz“ soll die regionale Wirtschaft, Wissenschaft, Infrastruktur und Zivilgesellschaft auf den schrittweisen Ausstieg von der Braunkohle vorbereitet werden.

Blick in den Tagebau Nochten. Förderung der Rohbraunkohle.

Zusätzlich 100 Millionen Euro jährlich sollen in der Region den Abschied von der Braunkohle erleichtern. Tagebau Nochten, Förderung der Rohbraunkohle. ©Wikimedia/SPBer

Jährlich 100 Millionen Euro zusätzlich will Deutschland für die Zukunft der Lausitz zahlen. Agora Energiewende präsentiert das Konzept für den neu aufgelegten Lausitz-Strukturfonds: Je 25 Millionen Euro für Wirtschaft, Wissenschaft, kommunale Infrastruktur und Zivilgesellschaft soll von 2019 an jährlich aus dem Bundeshaushalt zusätzlich zu bereits bestehenden Mitteln in die Strukturentwicklung des Braunkohlegebietes fließen.

Damit soll die Lausitz auf den schrittweisen Abschied von der Braunkohle vorbereitet werden. Das von AGORA Energiewende entwickelte Konzept „Eine Zukunft für die Lausitz“ wurde vergangene Woche in Cottbus vorgestellt. Es wurde gemeinsam mit Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in der Lausitz erarbeitet.

Die Energiewende fordert die Lausitz wegen des mit ihr langfristig verbundenen Ausstiegs aus der klimaschädlichen Braunkohle stärker als andere Regionen. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Gerechtigkeit, die Region beim anstehenden Umbau mit Bundesmitteln zu unterstützen finden die AGORA Kenzepioner. Sie schlagen in ihrem Konzept für die Organisation des Strukturwandelfonds auch mögliche Projekte, die aus dem Lausitzfonds finanziert werden könnten vor, wie das „1-Gigawatt-für-1-Gigawatt“-Programm. Je Gigawatt abgeschalteter Braunkohlekraftwerksleistung soll ein Gigawatt Erneuerbare-Energien-Anlagen oder Stromspeicher installiert werden.

Im Bereich Wissenschaft wird unter anderem die Gründung eines Fraunhofer Instituts für die Dekarbonisierung der Industrie vorgeschlagen, da hier ein großes Feld für die künftige angewandte Forschung bereitsteht. Die regionale Infrastruktur soll durch den Ausbau der Bahnstrecken Berlin-Cottbus und Görlitz-Dresden, sowie die Installation eines Highspeed-Internets auf einen wettbewerbsfähigen Stand gebracht werden.

Das 60-seitige Papier steht weiter unten kostenfrei zum Download zur Verfügung HIER

Manfred Gorgus nach einer Meldung von AGORA Energiewende